Lokale Sportförderung

Erstellt: Donnerstag, 05. Juli 2018

Karlsruhe (proh). In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Sportausschusses am 2. Juli gab Bürgermeister Martin Lenz zunächst bekannt, dass die KULT-Fraktion ihren Ergänzungsantrag zur Neufassung der Sportförderungsrichtlinien der Stadt Karlsruhe zurückgezogen hat. Diese wurden nach zweijährigen Beratungen in der Gemeinderatssitzung im April nahezu einstimmig beschlossen, auch mit Zustimmung der KULT-Stadträte. Die neuen Sportförderungsrichtlinien gelten nun ab dem 1. Januar 2019.

Die Ganztagsschule und andere Faktoren der verbreitet (frei)zeitarmen Lebensverhältnisse erfordern auch seitens der Sportvereine ein hohes Maß an Flexibilität – neue Wege. Was möglich ist, beweisen die Kooperationsprojekte "Schule – Sportverein" und "Sport im Ganztag" auch im kommenden Schuljahr 2017/18. Das zeigt die dem Sportausschuss zu dessen jüngster nichtöffentlicher Sitzung am vergangenen Freitag unter der Leitung von Bürgermeister Martin Lenz vorgelegte Verteilung der Etatmittel von 100'000 Euro für die Kooperation "Schule – Sportverein" und 20'000 Euro für "Sport im Ganztag". Das Antragsvolumen allein für "Schule – Sportverein" belief sich auf 215'017 Euro aus 120 Anträgen.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretungen des zuständigen Dezernats 3 der Stadt, des Sportkreises, der Schulen sowie des Schul- und Sportamts (SuS) fungierte wie seit einigen Jahren eingespielt als Jury und bewertete am 3. Mai jeden einzelnen Antrag akribisch, prüfte auf Richtigkeit und Berechtigung. Danach fanden 97 Anträge Berücksichtigung – 23 nicht. Gründe dafür sind etwa: Der Verein oder die Schule haben bereits andere Förderzusagen erhalten, die Angebots- beziehungsweise Übungsleiterstunden überschneiden sich, der Kooperationspartner der Schule ist ein kommerzieller Anbieter oder der Antrag erfüllt nicht die Förderkriterien.

Da erfahrungsgemäß – etwa aufgrund personeller Engpässe – einige Angebote letztlich gar nicht zur Ausführung kommen, konnte das Budget für "Schule – Sportverein" auf knapp 106'000 Euro leicht überschritten werden. Der Förderschwerpunkt liegt bei den Ganztagsschulen. So erfahren 59 Kooperationen mit Ganztagsschulen Unterstützung, 40 davon betreffen Ganztagsgrundschulen.

So ist es denn auch folgerichtig, dass inzwischen das Modellprojekt "Sport im Ganztag" zusätzlich zum Tragen kommt. Sieben Anträge von sieben Schulen und vier Vereinen gingen fristgemäß bis zum 31. März beim SuS ein. Besagte Jury bewilligte die Förderung von sechs Projekten zu einer Gesamtfördersumme von 20.475 Euro. Inhalt und Umfang des Angebots, dessen Einbindung in den schulischen Tages- und Wochenrhythmus, die Qualifikation der Übungsleitung und eine ausgewogene Mittelverteilung gegenüber der Kooperation "Schule – Sportverein" waren Entscheidungskriterien.

"Gekürzt wurde schon immer", gibt die Verwaltung zu Bedenken. Material wie Bälle oder Gerätschaften muss beispielsweise nicht für jede einzelne Kooperation neu angeschafft werden. Darüber hinaus mussten bei einigen Anträgen die Übungsleiterhonorare an die geltenden Fördersätze angepasst und damit nach unten korrigiert werden. Die Erfahrung zeigt, dass fast alle Angebote dennoch stattfinden.

"Es war und bleibt die richtige Entscheidung, den tatsächlichen Bedarf abzurufen. Mit vier Plätzen fahren wir gut, das hat sich bewährt", unterstrich Sportdezernent Lenz einordnend zum Sachstandsbericht Sportinternat, den der Ausschuss ebenfalls wohlwollend zur Kenntnis nahm. Eliteschule des Sports bleibt die Talentschmiede Otto-Hahn-Gymnasium nur, wenn die Internatsoption Bestand hat. Bedarf für einen eigenen Bau mit 20 Plätzen oder mehr aber, der zwischenzeitlich diskutiert worden war, gibt es in Karlsruhe und Umgebung weder bislang noch aktuell oder absehbar. Das (wirtschaftliche) Risiko wäre zu groß.

Seit fünf Jahren bewährt hat sich eine Lösung mit dem Hotel Am Gottesauer Schloss, das als Schülerwohnheim in Erscheinung treten darf. Träger des im laufenden Schuljahr von einer Sportlerin und zwei Sportlern (Basketball, Judo) unter 18 Jahren genutzten Sportinternats ist das Kuratorium zur Förderung des Karlsruher Sports. Dieses kommt für das in der Bilanz des vergangenen Jahres ausgewiesene kleine Defizit zwischen Kosten von rund 68'000 und einer finanzierten Summe von etwa 62'000 Euro auf. Zum nahen Ende des Schuljahrs entscheidet sich die Belegung des Internats 2017/18, Interessensbekundungen gibt es bereits.

Fünf neue Tennisplätze, eine Kugelstoßanlage, eine Multifunktions-Freiluft-Sporthalle und ein Kunstrasenplatz sind mit Unterstützung der Stadt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf dem Gelände des Instituts für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) entstanden. Die neue Außensportanlage ersetzt die weggefallenen Tennisplätze sowie den Sportplatz "Alter Rasen" des KIT, deren Areal zukünftig vom Karlsruher SC genutzt wird. 

Den Umbau finanzierte die Stadt Karlsruhe mit drei Millionen Euro. Bei der Veranstaltung wird Bürgermeister Martin Lenz gemeinsam mit Professor Alexander Woll die neuen Anlagen einweihen. Anschließend findet eine Begehung des Geländes beim Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) statt. Neu entstanden ist ein rund 800 Quadratmeter großer Multifunktionsplatz aus Kunstrasen mit einer Freilufthalle. Außerdem wurden fünf Tennisplätze mit Beregnungs- und Zaunanlagen erstellt.

Einbestehender Kunstrasenplatz als Großspielfeld mit Flutlicht- und Beregnungsanlage sowie mehrfarbiger Linierung für Fußball, American Football und Lacrosse wurde an einen neuen Standort verlegt. Zur Trennung der einzelnen Funktionsbereiche wurden umfangreiche Ballfanganlagen erstellt und Lärmschutzwände installiert. Es folgten eine Übungsfläche zum Kugelstoßen, ein Diskuswurfplatz sowie die Vorarbeiten für eine Boulderwand. Außerdem wurden Flächen zur Lagerung von Sportgeräten befestigt. Die Wegeführung innerhalb des Sportgeländes sowie die Oberflächenentwässerung sind an die neuen Sportflächen angepasst.

Die Verlegung wurde notwendig, da die Fläche der bisher vom KIT genutzten Tennisplätze für die Erstellung des neuen Fußballstadions im Wildpark benötigt wird. Durch die Verlagerung gingen am KIT rund 13'500 Quadratmeter Sportentwicklungsfläche verloren. Als Ausgleich dafür erhielt das IfSS 5'000 Quadratmeter modernisierten Sportanlagen auf dem nun verdichteten Gelände des KIT.

"Für über 8'000 Sportstudierende und Hochschulsporteilnehmerinnen und -teilnehmer sind die Außensportanlagen des KIT enorm wichtige Einrichtungen, die Tag für Tag genutzt werden und eine feste Größe im Studienalltag sind. Voraussetzung für ein attraktives Umfeld sind passende Flächen und eine zeitgemäße Ausstattung. Die mit Unterstützung der Stadt entstandenen modernisierten Anlagen tragen hierzu wesentlich bei, auch wenn der knapper werdende Platz für uns eine Herausforderung sein wird. Ich freue mich aber sehr, dass Stadt, KIT und KSC hier eine gemeinsame Lösung gefunden haben. Hier wurde ein innovativer und  moderner Sport-Campus in der Sportstadt Karlsruhe in kurzer Zeit umgesetzt."

"Mit der neuen Sportanlage für das Institut für Sport und Sportwissenschaft haben wir als Stadt einen erheblichen Mehrwert für alle Beteiligten geschaffen", betont Bürgermeister Lenz. "Auf der einen Seite werden durch diese Infrastrukturmaßnahme die Pläne zum Umbau des Wildparkstadions erst möglich. Und auf der anderen Seite profitiert das Sportinstitut erheblich von den neuen Tennisplätzen, dem qualitativ hochwertigen Kunstrasenplatz und der ersten Kalthalle in Karlsruhe", so der Sportdezernent.

Sportausschuss berät Sportförderung 

Für Projekte im Sinne der Förderungskonzepte "Schule - Sportverein" und "Sport im Ganztag" stehen im Schuljahr 2018/19 Förderungsmittel in Höhe von 120'000 Euro zur Verfügung. "Damit liegen wir bundesweit vorne", freute sich Bürgermeister Martin Lenz, unter dessen Leitung der Sportausschuss die vorgestellte Verteilung mit einhelliger Zustimmung zur Kenntnis nahm.  

Wie in den zurückliegenden Jahren hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Sportdezernats, des Regionalteams Sport des staatlichen Schulamtes, des Sportkreises Karlsruhe und des Schul- und Sportamts, eingegangene Anträge auf Basis der Konzeption geprüft und bewertet.

100'000 Euro wurden nun für Kooperationen bewilligt, die sich bei der Bewerbung an der Konzeption "Kooperation Schule - Sportverein" orientierten. Hierbei mussten von 122 Anträgen nur 19 abgelehnt werden. Der Förderungsschwerpunkt liegt bei den Kooperationen mit Ganztagsschulen.

Insgesamt werden 64 Schulen mit entsprechendem Angebot bezuschusst, darunter 40 Grundschulen.  Dieser Fokus zeigt sich auch im Modellprojekt "Sport im Ganztag", für das sechs zusätzliche Angebote mit insgesamt 20'000 Euro gefördert werden, um den Bedürfnissen der Ganztagsschülerinnen und -schüler gerecht zu werden. BM Lenz dankte abschließend der Arbeitsgruppe für die sorgfältige Auswahl.  

(Quelle: StVwKA/KIT/HIN)