Bikesharing-Angebot "KVV. nextbike"

Erstellt: Mittwoch, 30. Januar 2019

Karlsruhe | Rastatt | Baden-Baden (proh). Anmelden, ausleihen, losradeln: Mit einem eigenen Fahrradverleihsystem baut der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sein umweltfreundliches Mobilitätsangebot weiter aus und treibt gleichzeitig die Entwicklung des KVV zu einem Mobilitätsverbund voran. Ab dem 1. März 2019 ersetzt das Bikesharing-Angebot "KVV. nextbike" das bisherige Verleihsystem "Fächerrad". Dieses war bislang nur im Stadtgebiet von Karlsruhe verfügbar und soll nun unter neuem Namen in weiteren Teilen des Verbundgebietes etabliert werden. 

Bei einer europaweiten Ausschreibung des KVV hatte sich das Leipziger Unternehmen, das seit 2014 das Leihsystem "Fächerrad" in Karlsruhe betrieben hatte, gegen die Mitbewerber durchgesetzt. "Wir freuen uns, dass wir mit nextbike einen starken und erfahrenen Partner gewinnen konnten und wir die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre auch beim städteübergreifenden Ausbau dieses erfolgreichen Mobilitätsangebotes weiter fortsetzen können", so KVV - Projektleiter Olaf Strotkötter. "Wir stehen in engem Austausch mit weiteren interessierten Kommunen."

"Das attraktive Bikesharing-Angebot ist eine ideale Ergänzung zu einem leistungsstarken ÖPNV. Es trägt entscheidend dazu bei, die Verkehrs- und Umweltbelastung vor Ort zu reduzieren und somit die gute Lebensqualität in der Region zu erhalten", erklärt der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Er hoffe, dass künftig noch mehr Menschen vom Auto auf umweltfreundliche und kostengünstige Mobilitätsangebote umsteigen und möglichst viele weitere Kommunen im KVV-Verbundgebiet dem Beispiel der Fächerstadt und Baden-Baden folgen und sich an dem Projekt beteiligen.

Die Stadt Baden-Baden entschied sich bereits dafür, für ihre Bürger Mieträder zur Verfügung zu stellen und auch der Gemeinderat in Rastatt hat sich für die Einführung des Fahrradverleihsystems KVV-Nextbike für die Dauer von zunächst fünf Jahren ausgesprochen. Geplant sind vorläufig fünf Stellplätze im Stadtgebiet für zunächst 30 Mieträder, mit der Möglichkeit, diese auf 50 Räder zu erweitern. "Wir freuen uns sehr, dass wir das bisherige System weiter ausbauen können", so der nextbike-Geschäftsführer Ralf Kalupner.

Die Errichtung der Verleihstationen kosten die Stadt Rastatt rund 1'700 Euro. Hinzu kommen jährliche Aufwändungen von etwa 12'900 Euro. Die Standorte wurden bisher noch nicht festgelegt, da diese noch mit dem Kundenbereich Tiefbau und KVV-Nextbike abgestimmt werden müssen; sicher ist bisher nur eine Station am Bahnhof. Die robusten Unisex-Räder sind voraussichtlich mit einer Sieben-Gang-Nabenschaltung und einem Gepäckkorb mit einer Nutzlast von 25 Kilogramm ausgestattet. Sie verfügen über ein smartes fest in den Rahmen integriertes Schloss, das sich bei der Ausleihe automatisch öffnet.

Die Drahtesel werden den Kunden im innerstädtischen Bereich stationsungebunden zur Verfügung stehen; das heißt, die Ausleihe und Rückgabe kann innerhalb einer "Flexzone" erfolgen. Die außerhalb von festen Stationen abgestellten Räder können von nextbike-Mitarbeitern per GPS geortet, eingesammelt und anschließend an präferierten Standorten - etwa Haltestellen oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten - wieder aufgestellt werden. Um jedoch dem wilden Abstellen der Räder einen Riegel vorzubeugen, wird eine Servicegebühr von mindestens 20 Euro fällig, sollte die Rückgabe außerhalb der Stationen erfolgen.

"Fahrradverleihsysteme verändern die Mobilität in vielen Städten, vor allem wenn sie Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind", erklärt Kalupner. "Gerade für Pendler oder Touristen sind Mietfahrräder auf kurzen Strecken im Stadtgebiet eine umweltschonende Alternative zum Auto." Das Verleihsystem "KVV.nextbike" soll fester Bestandteil der Mobilitätsplattform "regiomove" werden, die der KVV derzeit mit anderen Partnern aufbaut. 

Das interkommunale Fahrrad-Verleihsystem gilt als wichtiger Baustein bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des KVV von einem Verkehrs- zu einem Mobilitätsverbund. Perspektivisch sollen neben klassischen ÖPNV-Dienstleistungen mit Bahnen und Bussen auch die Mobilitätsangebote privater Dienstleister wie Carsharing- oder Fahrradverleihsysteme integriert bzw. weiter ausgebaut und miteinander vernetzt werden. 

"Während andernorts noch über die die Mobilität der Zukunft diskutiert wird, sind wir schon mittendrin in der Mobilitätswende. Die Menschen in der Region sind bereits multimodal unterwegs und nutzen für einen Weg verschiedene Verkehrsmittel. Dieser Entwicklung tragen wir Rechnung und wollen gemeinsam mit unseren starken Partnern den Kunden eine lückenlose Mobilitätskette aus einer Hand über diese zentrale IT - Plattform anbieten", zeigt Strotkötter auf.

Die "KVV. nextbike"-Räder sind für jedermann nutzbar und die Ausleihe denkbar einfach: Nach einer schnellen und kostenlosen Registrierung, die entweder online über nextbike.de, über die nextbike-App oder eine Kunden-Hotline möglich ist, kann man sich dann einfach per App die Standorte der Räder anzeigen lassen. Die nextbike-App gibt es kostenfrei im Google Play Store oder bei iTunes.

Hat der Kunde ein Rad gewählt bzw. gebucht, wird dieses automatisch freigeschaltet. Nach Verifizierung der Zahlungsdaten durch Überweisung/Abbuchung - Abrechnung erfolgt per Kreditkarte, Paypal oder Bankeinzug - von einem Euro (Startguthaben) wird das Kundenkonto freigeschaltet. Bei dem Basistarif kostet eine halbstündige Ausleihe einen Euro, für weitere 30 Minuten wird dann jeweils erneut ein Euro abgebucht.

Bei mehr als viereinhalb Stunden Ausleihe wird automatisch der Tagessatz von neun Euro berechnet. Zudem gibt es bei "KVV.next bike" auch einen Jahrestarif für 48 Euro. Abo-Kunden des KVV erhalten eine Ermäßigung. Sie können die Räder bei jeder Fahrt die ersten 30 Minuten kostenlos ausleihen und bezahlen für eine ganzjährige Nutzung von "KVV.nextbike" nur 39 Euro. Auf ein Kundenkonto können bis zu vier Räder gleichzeitig gebucht werden. 

(Quelle: kvv/HIN)