Förderung Lernfabriken 4.0

Erstellt: Freitag, 25. Januar 2019

(Hero). Das Wirtschaftsministerium fördert weitere 21 regionale "Lernfabriken 4.0" an den beruflichen Schulen mit insgesamt rund 4,85 Millionen Euro. Das Land bringt die Lernfabriken damit weiter in die Fläche und schafft landesweit Angebote, um die Auszubildenden optimal auf die Industrie 4.0 vorzubereiten. Zielgruppe der Lernfabriken 4.0 sind Auszubildende in dualen Ausbildungsgängen der Fachbereiche Metall- und Elektrotechnik sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Technikerschulungen, Weiterbildungslehrgängen und Trainingsangeboten mittelständischer Unternehmen.

"Mit den nun bewilligten Mitteln für die Lernfabriken bringen wir die moderne Ausbildung im Bereich Industrie 4.0 nun ein weiteres gutes Stück voran. Es ist essentiell, dass die Auszubildenden optimal auf die sich verändernde Arbeitswelt rund um die Digitalisierung vorbereitet werden. Hierfür schaffen wir mit den Lernfabriken landesweit Angebote", so Ministerialdirektor Michael Kleiner.

Baden-Württemberg habe bei der digitalen Transformation eine Vorreiterrolle, die durch die neuen Lernfabriken noch weiter gestärkt werde. "Dies ist ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Fachkräftesicherung im Land", so Kleiner weiter. Die Vorhaben beginnen zum Teil bereits im Februar. Bis Herbst 2021 sollen sie in die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsgänge der Schulen integriert sein. Die regionale Wirtschaft wird in diesen Prozess über Kooperationen und Sponsoring eng eingebunden.

In den Lernfabriken 4.0 lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst in Grundlagenlaboren einzelne Module aus einem industriellen Fertigungsprozess kennen. Diese Grundlagenlabore können je nach Konzept zu einem verketteten Anlagensystem zusammengeschaltet werden, das dann eine komplexe Produktionskette abbildet. Wichtige Unterrichtselemente sind unter anderem die Bereiche Automatisierung, Steuerung und Programmierung.

Es gibt im Land bereits 16 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau geförderte Lernfabriken. Die Lernfabriken 4.0 sind Labors, die im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösungen gleicht und Grundlagen für anwendungsnahe Prozesse vermittelt. Maschinenbau und Elektrotechnik werden dabei durch professionelle Produktionssteuerungssysteme verknüpft.

"Mit dem Förderprogramm für Lernfabriken 4.0 haben wir ein bundesweit einzigartiges Netz von Lernorten geschaffen, an denen die Digitalisierung der Wirtschaft in Aus- und Weiterbildung praktisch fass- und erlebbar wird. Die Resonanz auf die Pilotförderung hat uns gezeigt, dass noch viele berufliche Schulen großes Interesse an der Einrichtung einer Lernfabrik haben. Mit der flächendeckenden Erweiterung und der konzeptionellen Weiterentwicklung des Lernfabrik-Programms werden wir die Vorreiterrolle Baden-Württembergs für die Wirtschaft 4.0 nachhaltig stärken", betonte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Die Lernfabriken sollen nicht nur der Ausbildung dienen, sondern auch regionalen Unternehmen und Hochschulen Möglichkeiten zur Information, Fortbildung und Forschung bieten. Außerdem sollen sie eine Plattform für individuelle Projekte etablieren. Die Orientierung in der Berufswahl im gewerblich-technischen Bereich und speziell der Industrie 4.0 wird mit den Lernfabriken greifbarer und visuell unterstützt.

LANDKREIS KARLSRUHE

Berufliche Schulen Bretten,
Albert-Einstein-Schule Ettlingen
349'980,00 €
 
Sichtlich zufrieden waren Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, die Schulleiterin der Beruflichen Schulen Bretten (BSB) Barbara Sellin und der Schulleiter der Albert-Einstein-Schule Ettlingen (AES) Joachim Dambach, als sie von Ministerialdirektor Michael Kleiner, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, den Bewilligungsbescheid von rund 350'000 Euro für die Lernfabrik 4.0 am Mittwoch, 23. Januar entgegennehmen konnten.

"Das ist der verdiente Lohn unserer vereinten Anstrengungen für eine praxisnahe und anwendungsorientierte Aus- und Weiterbildung der Schülerinnen und Schüler der beiden Beruflichen Schulen des Landkreises", so Dr. Schnaudigel. "Die großzügige Unterstützung seitens des Landes Baden-Württemberg bestärkt uns in unserem Weg, den jungen Menschen eine Qualifizierung auf hohem Niveau zu ermöglichen und so den Fachkräften von morgen eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive zu bieten", richteten Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und die beiden Schulleiter ihren Dank an das Land.

"Nächster Schritt ist der Aufbau eines Lernfabrik 4.0-Verbundes mit der AES, so dass an beiden Standorten durch eine entsprechende Vernetzung die Prozesse von der Auftragserteilung über die Produktion bis zur Lieferung durchgeführt werden können", berichtet Schulleiterin Barbara Sellin. Da die Vernetzung auf einer leistungsfähigen Internetverbindung basiert, profitieren die Schulen direkt von der Breitbandoffensive des Landkreises Karlsruhe, der hier bekanntlich auf einem sehr guten Weg ist. Alle Schulen des Landkreises Karlsruhe verfügen über eine 100Mbit-Internetverbindung per Glasfaser.

LANDKREIS RASTATT​  

Josef-Durler-Schule Rastatt,
Handelslehranstalt Rastatt,
Carl-Benz-Schule Gaggenau
115'165,25 €

Die Josef-Durler-Schule in Rastatt erhält für ihre Lernwelt 4.0 vom Wirtschaftsministerium eine Förderung von insgesamt über 115'000 Euro. Für die Lernwelt wird die Schule mit Kooperationspartnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten. Kooperationsschulen sollen die Handelslehranstalt Rastatt sowie die Carl-Benz-Schule in Gaggenau sein, die bereits eine Lernfabrik 4.0 hat. Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Thomas Hentschel, zeigt sich erfreut, dass im Wahlkreis Rastatt nun drei Schulen auf das zukunftsweisende Konzept setzen.  

Die Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Rastatt, Sylvia M. Felder MdL, zeigt sich ebenfalls über die Landesförderung im Landkreis erfreut. In den Lernfabriken 4.0 lernen die Schülerinnen und Schüler industrielle Fertigungsprozesse kennen, die zu komplexen Produktionsketten zusammengefügt werden können. Wichtige Unterrichtselemente sind unter anderem die Bereiche Automatisierung, Steuerung und Programmierung. 

"Das sind tolle Nachrichten für die Schülerinnen und Schüler, die Schulen und die ausbildenden Unternehmen im Landkreis", so Sylvia M. Felder. "Insbesondere die Förderung für die Josef-Durler-Schule erfreut mich, da ich den Bewerbungsprozess der Schule konsequent in Stuttgart unterstützt habe. Dieses Konzept ist aus meiner Sicht besonders innovativ, da die eigene Entwicklungsarbeit der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht."

"Wir wollen Auszubildende optimal auf die sich verändernde Arbeitswelt rund um Industrie 4.0 vorbereiten. Mit der Lernfabrik 4.0 und dem innovativen Konzept Lernwelt 4.0 machen wir die Digitalisierung für Nachwuchskräfte schon in der Ausbildung fassbar", so Thomas Hentschel. "Die Lernfabrik ist nicht nur für die Berufs- und Technikerschülerinnen und -schüler sowie Lehrkräfte ein attraktives Angebot, sondern wird auch für viele Industrieunternehmen in der Region künftig ein wichtiger Partner sein. Hier werden Fachkräfte - entsprechend den Anforderungen in der jeweiligen Produktion - gezielt weitergebildet."  

Hoffmeister-Kraut: "Damit unser Fachkräftenachwuchs und unsere Beschäftigten am Puls der Zeit bleiben und nicht von dieser Entwicklung abgehängt werden, muss sich der Wandel in der Arbeitswelt auch in der Aus- und Weiterbildung niederschlagen." Mit dem Förderprogramm wolle das Wirtschafts- und Arbeitsministerium bestehende Lücken in der regionalen Verteilung der Lernfabriken schließen und weitere Bereiche wie etwa das Handwerk und den Handel einbeziehen. 

Die Maßnahmen werden von den Fördervereinen der beruflichen Schulen und von Kooperationen mit Wirtschaftsorganisationen, angewandten Hochschulen und der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg angeboten.

siehe auch:

Bildung als Schwerpunkt

Gemeinsam für Europa

Lernfabrik 4.0 eingeweiht

(Quelle: WM.bw/HIN)