Lebenshaltungskosten steigen

Erstellt: Montag, 07. Januar 2019

(joER). Die Konsumausgaben privater Haushalte in Baden-Württemberg lagen im Jahr 2017 durchschnittlich bei 2 747 Euro im Monat. Dies stellt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg auf Basis der aktuellen Ergebnisse der Laufenden Wirtschaftsrechnungen fest. Der größte Anteil der Konsumausgaben entfiel dabei auf den Bereich "Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung", für den monatlich 945 Euro aufgewendet wurden. Damit gaben die privaten Haushalte im Schnitt 34,4 % ihrer Konsumausgaben für das Wohnen aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lagen die monatlichen Ausgaben für das Wohnen bei 902 Euro.

2017 ist ein Anstieg für Wohnenraum um knapp 5 % zu verzeichnen. Jeder zehnte Großstadt-Haushalt gibt sogar mehr als die Hälfte des verfügbaren Einkommens dafür aus. In 1,3 Millionen Haushalten bleiben nach Abzug der Miete und umlagefähiger Nebenkosten (Bruttokaltmiete) Beträge, die unterhalb der  Hart-IV-Sätze liegen und somit kaum zum Leben reichen.

Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Dynamik der Mietenentwicklung in Deutschland besonders auf gute und sehr gute Wohnlagen konzentriert. Dagegen verzeichnen weniger attraktive Lagen moderate Preisanstiege. Allerdings liegt die Differenz zwischen geforderten Preisen bei Wiedervermietungen und den aktuell gezahlten Mieten häufig deutlich. Nach dieser Erhebung leiden vor allem Mieter in Groß- und Universitätsstädten unter erheblichen Mietsprüngen.

Ein weiterer bedeutsamer Ausgabenbereich der privaten Haushalte sind die Aufwendungen für den Verkehr in Höhe von 433 Euro pro Monat. Die Ausgaben für Verkehr sind im Vergleich zu 2016 (363 Euro) spürbar angestiegen (+19 %). Zu diesem Anstieg haben insbesondere steigende Ausgaben für Kraftfahrzeuge beigetragen. Der Anteil der Verkehrsausgaben an den Konsumausgaben lag 2017 bei 15,8 % und damit rund 2 Prozentpunkte höher als 2016.

 In etwa gleich viel wie im Vorjahr wurde von den privaten Haushalten für Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren und Ähnliches (knapp 370 Euro) sowie für den Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur (rund 285 Euro) ausgegeben. Zurückgegangen sind die Ausgaben für die Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände (von 148 Euro im Jahr 2016 auf 138 Euro im Jahr 2017).

LEBENSHALTUNGSKOSTEN

Lebenshaltungskosten berechnen sich, indem alle monatlichen Ausgaben addiert werden. Gut zu wissen ist jedoch, wie viel am Ende übrig bleibt, wenn Haushalte die Lebenshaltungskosten von ihren Nettoeinnahmen abziehen. Dazu bildet man die Differenz aus jeglichen Einnahmen und sämtlichen Ausgaben. Das Ergebnis steht dafür, wie viel Geld jeden Monat übrig bleibt. Jeder Haushalt profitiert von monatlichen Rücklagen – schließlich ist es nie vorhersehbar, wann nötige Reparaturen anfallen. 

Die monatlichen Kosten für den Lebensunterhalt werden auch als private Konsumausgaben bezeichnet und umfassen laut Statistischem Bundesamt folgende Bereiche:    

 Wohnkosten (monatliche Miete, Nebenkosten)    

Lebensmittel (Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren)    

Kleidung    

Drogerieartikel    

Mobilität (Kfz-Kosten, ÖPNV-Fahrtickets, Flugtickets)    

Bildung (Ausbildungs- und Studiengebühren, Materialkosten)    

Urlaubsreisen    

Sport und Freizeit (Fitnessstudio, Kino, Theater)    

Tierhaltung

Neben den zum Bestreiten des Alltags notwendigen Ausgaben kommen bei Einigen noch weitere Faktoren hinzu, die das Statistische Bundesamt nicht als Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Dazu gehören beispielsweise:

Nettoeinkommen aus selbstständiger Tätigkeit

Nettoeinkünfte aus geringfügiger Beschäftigung

Nettoeinkünfte aus Rente oder Pension

Nettoeinkünfte aus regelmäßigen Überstunden, Boni oder Tantiemen

Einkünfte aus Unterhaltszahlungen und Kindergeld

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Erträge aus Beteiligungen

Mieteinnahmen aus bestehenden Immobilien 

(Quelle: BBSR/ESTATIS.bw/HIN)