Am Alten Schloss wird gearbeitet

Erstellt: Freitag, 04. Januar 2019

Baden-Baden (proh). Die Instandsetzungsarbeiten am Alten Schloss Hohenbaden dauern an: Bis zum Frühjahr wird noch an der Oberburg gearbeitet. Die Arbeiten an den Mauern des Bergfrieds, des mächtigen Turms von Schloss Hohenbaden, dauern länger als ursprünglich vorgesehen. Auch die Sicherung der Gurtbögen der mittelalterlichen Mauern ist anspruchsvoll und braucht mehr Zeit. Das zuständige Amt Pforzheim von Vermögen und Bau Baden-Württemberg wird daran voraussichtlich den ganzen Winter arbeiten - mildes Wetter vorausgesetzt.  

Die Ruine von Schloss Hohenbaden, oberhalb von Baden-Baden gelegen, lockt mit einem atemberaubenden Panoramablick über die Rheinebene und den Schwarzwald. Schon im 19. Jahrhundert beflügelte die mächtige Ruine mit der üppigen Natur rundherum die Fantasie von Dichtern und Malern. Bereits damals wurde die Anlage gesichert und touristisch erschlossen - und wurde mit ihren zahlreichen Aussichtspunkten zum beliebten Ausflugsziel für die Bevölkerung, aber auch für Gäste der weltberühmten Kurstadt Baden-Baden.

Vor dem Bau des Barockschlosses in Rastatt war Hohenbaden die Residenz der Markgrafen von Baden-Baden. Die monumentale Anlage ist im Eigentum des Landes und gehört zu den herausragenden Orten unter den Monumenten Baden-Württembergs. Seit einigen Jahren bieten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg regelmäßig Führungen in den geschichtsträchtigen Mauern an - darunter auch besondere Rundgänge für Kinder.

Zwischen den dicken Mauern, die einst Markgrafen und Ritter beherbergten, behauptet auch die Natur ihren Platz: Ein großer Baum wächst inmitten des oberen Burghofs. Vor 1597 war das Alte Schloss durch einen Brand zur Ruine geworden. Grafische Ansichten des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen, dass der Pflanzenbewuchs damals noch wesentlich üppiger war – er trug mit zum romantischen Bild der Burg bei.

Der Bergfried, ein 18 Meter hoher Turm auf quadratischem Grundriss, überragt die Oberburg. Er ist der älteste Teil der gesamten Anlage und damit ein frühes Beispiel für diesen Bautyp, der der Verteidigung diente. Vermutlich entstand er noch vor 1200. Um die Wehrhaftigkeit der Anlage zu verstärken, baute man daneben im 13. Jahrhundert eine dicke Schildmauer. Davor legte man einen zweiten Mauerzug an – und erhielt so als weitere Hürde einen Zwinger, unter dem noch der Felsen und ein tiefer Graben lagen.

Der Palas war das Wohngebäude der Oberburg. Die meisten Räume hier waren recht klein – die Reste der Zwischenwände sind noch zu erkennen. Sein jetziges Gesicht erhielt das Gebäude, als es vermutlich um 1300 erweitert und aufgestockt wurde – der Bogenfries des heute noch begehbaren Wehrgangs gibt ihm einen gestalterischen Akzent. Der Zugang zum Palas lag hoch oben am Porphyrfelsen, der sanfter abfiel als heute. Beim Bau der Unterburg wurde er ein Stück abgetragen und ein neues Plateau geschaffen.

Wegen Renovierungsarbeiten am oberen Pallas und am Treppenaufgang am Bergfried wird die Oberburg bis voraussichtlich Frühjahr 2019 jedoch nicht begehbar sein. Das Erdgeschoss im unteren Pallas ist weiterhin zugänglich. Wir bitten um Ihr Verständnis! Das Führungsprogramm auf Hohenbaden startet wieder im April 2019.

(Quelle: SuG.bw/HIN)