E-Mobilität alltagstauglich

Erstellt: Montag, 05. November 2018

(Hero). Seit November 2017 hat die L-Bank im Auftrag des Verkehrsministeriums rund 1'000 Anträge auf Förderung von Elektrofahrzeugen oder E-Lastenrädern mit einem Fördervolumen von rund drei Millionen Euro bewilligt. Dadurch wurde eine Gesamtinvestition in Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb in Höhe von rund 10 Millionen Euro ausgelöst. "Wir wurden von Förderanträgen regelrecht überrannt und mussten die Förderlinie zwischenzeitlich sogar schließen", teilte Verkehrsminister Winfried Hermann mit.

"Das große Interesse zeigt, dass Elektromobilität bereits heute alltagstauglich ist. Elektrische Lastenfahrräder sind im gewerblichen Bereich der Renner – und zwar quer durch alle Sparten – vom Steuerberaterbüro bis zum Malerbetrieb. Elektrische Pkw sind besonders von Pflege- und Sozialdiensten gefragt", so Minister Hermann weiter.

Infolge der hohen Nachfrage war das für 2018 verfügbare Budget für den BW-e-Gutschein und die Förderung von E-Lastenrädern zwischenzeitlich bereits ausgeschöpft. "Nun jedoch stehen weitere rund 2 Millionen Euro für die Förderung von Elektrofahrzeugen und E-Lastenrädern zur Verfügung, sodass Förderanträge wieder eingereicht werden können", freute sich Minister Hermann. Seit dem 1. September 2018 können Förderanträge wieder zu den bekannten Bedingungen über die L-Bank gestellt werden.

"Unser Ziel ist es, mit unserer Förderung ein Prozent der jährlichen Pkw-Zulassungen durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, also etwa 5'000 Fahrzeuge," so Hermann. Das Land fördert bis zu 3'000 Euro pro Fahrzeug, in Gebieten mit hoher Luftbelastung gibt es sogar 5'000 Euro pro Fahrzeug, jeweils zusätzlich zur Bundesförderung. Gefördert werden Flotten, die viel innerorts unterwegs sind, unter anderem Pflegedienste, Taxen und Lieferdienste.

Außerdem wird Verkehrsminister Hermann in Kürze den Beitritt Baden-Württembergs zur internationalen Zero-Emission Vehicle (ZEV) Alliance unterzeichnen und damit ein weiteres deutliches Zeichen zur Wichtigkeit emissionsfreier Mobilität setzen. Die Mitglieder der ZEV Alliance bekennen sich zur Notwendigkeit Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor einzusparen und setzen sich gemeinsam für eine beschleunigte Einführung und Etablierung der Elektromobilität ein. 

Über die Jahre machten sich die bei Elektroautos vergleichsweise geringen Wartungs- und Betriebskosten in der Gesamtbilanz bemerkbar, stellt der ADAC fest. Die e-Version des VW Golf komme über alles gerechnet auf 48,6 Cent pro Kilometer, der vergleichbar ausgestattete 1.5 TSI Benziner auf 49,0 Cent. Das getestete Dieselmodell (1.6 TDI) schneidet mit 47,0 Cent am günstigsten ab.

Auch der BMW i3s, der Hyundai Ioniq Elektro sowie der Smart Fortwo EQ seien im Vollkosten-Vergleich mit der Verbrenner-Konkurrenz günstiger. Ein Tesla Model X sei billiger als einen Audi SQ7 TDI zu fahren – obwohl es die Umweltprämie von 4'000 Euro für den Tesla nicht gibt. 1,32 Euro kostet der Tesla pro Kilometer, der Audi 1,38 Euro.  

Allerdings hapert es den Elektroautos an der Reichweite. Der e-Golf schafft 201 Kilometer, während der Golf Benziner 847 und der Diesel 1000 Kilometer bieten. Lediglich das Model X von Tesla konnte den ADAC überzeugen, da er mit einer Akkuladung 451 Kilometer weit komme.

Größte E-Lastenrad-Flotte 2018

Am Sonntag haben sich über ⇒ 60 E-Lastenrad-Fahrer zusammen mit Verkehrsminister Winfried Hermann im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart versammelt. Insgesamt hat das Land bisher rund 800 E-Lastenräder gefördert. Elektrische Lastenräder können bereits heute sehr viele Autos ersetzen.

"Elektrische Lastenräder können bereits heute sehr viele Autos ersetzen. Wir freuen uns, mit unserer Förderung so einen großen Erfolg zu haben. Wer ein E-Lastenrad fährt, hat sich an die Spitze der Verkehrswende gesetzt", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann zu den über 60 E-Lastenrad-Fahrern, die sich am Sonntag im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart versammelt haben.

Das Verkehrsministerium hat gemeinsam mit den Förderempfängern ein Foto unter dem Motto "Größte E-Lastenrad-Flotte 2018" aufnehmen lassen. Insgesamt hat das Land bisher rund 800 E-Lastenräder gefördert. "Die meisten davon ersetzen ein Auto. Es könnten noch mehr sein, wenn die Kommunen ebenso komfortable Stellplätze für Lastenräder auf der Straße anbieten würden, wie sie es für Pkw tun", erläuterte Minister Hermann.

Deutlich werden dabei die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von E-Lastenrädern: Vom Steuerberater, der Akten transportiert, bis hin zum Steinmetz mit seinen Handwerksutensilien. "Die große Nachfrage nach einer Förderung zeigt auch, dass die Elektromobilität bereits heute nützlich in den Arbeitsalltag unterschiedlichster Branchen integriert werden kann", resümierte Minister Hermann.

siehe auch: Lastenräder als Lösung?

Das Verkehrsministerium fördert auch weiterhin die Anschaffung von E-Lastenrädern im gewerblichen, gemeinnützigen, gemeinschaftlichen und kommunalen Einsatz mit 30 Prozent der Investitionskosten oder maximal 3'000 Euro je E-Lastenrad. E-Lastenrad-Förderung: www.l-bank.de/elektrolastenrad.

(Quelle: VM.bw/HIN)