Vereinbarung zur Telearbeit

Erstellt: Freitag, 02. November 2018

Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die lachen, Personen, die sitzen und InnenbereichRastatt (joER). Zwischen 2015 und 2017 haben sich die Arbeitszeiten in Deutschland bezüglich Dauer, Lage und Flexibilität eher wenig verändert. Nach wie vor arbeitet etwa ein Fünftel der Beschäftigten regelmäßig zu atypischen Zeiten (vor 7 oder nach 19 Uhr). Auch berichten konstant 43 Prozent der Beschäftigten, mindestens einmal im Monat auch am Wochenende zu arbeiten. Diese und weitere Ergebnisse enthält der Bericht "BAuA-Arbeitszeitbefragung: Vergleich 2015 - 2017", den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Dem trug auch die Stadtverwaltung in Rastatt Rechnung.

Zwischen 2015 und 2017 haben sich die Arbeitszeiten in Deutschland bezüglich Dauer, Lage und Flexibilität eher wenig verändert. Nach wie vor arbeitet etwa ein Fünftel der Beschäftigten regelmäßig zu atypischen Zeiten (vor 7 oder nach 19 Uhr). Auch berichten konstant 43 Prozent der Beschäftigten, mindestens einmal im Monat auch am Wochenende zu arbeiten. Jeder siebte Befragte (14 Prozent) erfährt häufige Änderungen der Arbeitszeiten. Hier ist der Anteil zwar konstant geblieben, jedoch hat sich der Ankündigungszeitraum verkürzt.

Ein Drittel der Betroffenen erfährt erst am Vortag von den Änderungen. Im Vergleich zu 2015 berichten die Befragten von leicht zunehmenden zeitlichen Handlungsspielräumen. Zum Beispiel hatten 2017 etwas mehr Personen Einfluss auf die Gestaltung ihrer Pausen. Diese und weitere Ergebnisse enthält der Bericht "BAuA-Arbeitszeitbefragung: Vergleich 2015 - 2017", den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat.

Da sich zwischen 2015 und 2017 weder in der Arbeitszeitgesetzgebung noch in Tarifverträgen größere Änderungen ergeben haben, haben sich die vertraglich vereinbarten durchschnittlichen Arbeitszeiten kaum verändert. Sie lagen für Vollzeitbeschäftigte bei 38,6 Stunden und für Teilzeitbeschäftigte bei 22,9 Stunden. Junge Beschäftigte sowie Beschäftigte mit einem niedrigen Bildungsniveau weisen die größte Bandbreite an vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten auf. Zudem hat die Diversität der Arbeitszeiten seit 2015 leicht zugenommen.

Die Studie zeigt zudem, dass überlange Arbeitszeiten weiterhin für einige Beschäftigte relevant sind. So arbeiten 21 Prozent der Vollzeitbeschäftigten durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche. Mit durchschnittlich 43,4 Stunden liegt die tatsächlich geleistete Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten knapp 5 Stunden über der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit.  

Gleichzeitig macht mehr als die Hälfte der Befragten keine, beziehungsweise nur bis zu zwei Überstunden pro Woche. Als Grund für Überstunden geben knapp 4 von 5 Befragten betriebliche Vorgaben und Gründe an oder aber berichten, dass die Arbeit in der vorgesehenen Zeit nicht zu schaffen ist. Persönliche Gründe wurden im Vergleich zu 2015 seltener genannt.

Die Arbeit zu atypischen Zeiten, wie etwa abends, nachts oder am Wochenende ist konstant geblieben. Im Dienstleistungsbereich lässt sich im Vergleich von 2015 zu 2017 ein leichter Anstieg von Sonntagsarbeit beobachten.  An viele Beschäftigte werden erhebliche Anforderungen an ihre Flexibilität gestellt. Noch immer wird etwa jeder achte Beschäftigte wegen dienstlicher Belange häufig in der Freizeit kontaktiert. Der Anteil derjenigen, die erwarten kontaktiert zu werden, liegt aktuell bei 24 Prozent. Zunehmend sind hiervon auch Personen mit einfacheren Tätigkeiten betroffen.

Die Handlungsspielräume in Bezug auf die Gestaltung der eigenen Arbeitszeit haben im Vergleich zu 2015 eher zugenommen. Dazu gehören der Einfluss auf Arbeitsbeginn und -ende, die Pausengestaltung oder die Möglichkeit, ein paar Stunden oder Tage frei zu nehmen. Sie stellen eine wichtige Ressource für die Beschäftigten dar. Während Männer und junge Beschäftigte insgesamt ihre Arbeitszeit flexibler gestalten können, stehen Beschäftigten mit niedrigem Bildungsniveau weniger Möglichkeiten zur Verfügung.

Die Gestaltung der Arbeitszeit gehört zu den zentralen Fragestellungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dabei geht es um die Dauer und Lage von Arbeitszeiten und Ruhezeiten sowie um die Planbarkeit und Beeinflussbarkeit der persönlichen Arbeitszeiten. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit - vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitswelt - ist nicht mehr aufzuhalten. Dem trug auch die Stadtverwaltung in Rastatt Rechnung.

Dienstvereinbarung Telearbeit

Mit ihrer Unterschrift machten sie den Weg frei für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Rastatt: Am Dienstag, 30. Oktober, unterzeichneten Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und der Vorsitzende des Personalrates Richard Straub die neue "Dienstvereinbarung Telearbeit". Sie tritt ab dem 1. Januar 2019 in Kraft und ermöglicht es zukünftig den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auf Antrag teilweise die Arbeit von zu Hause aus zu erledigen.

Dazu wird ein Telearbeitsplatz fest eingerichtet, der mit dem städtischen Netz verbunden ist.  Entwickelt hat die neue Dienstvereinbarung eine Arbeitsgruppe aus jeweils drei Vertreterinnen und Vertretern des Personalrates sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des städtischen Fachbereichs Personal, Organisation und EDV. In konstruktiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit gelang es, sich zügig auf die Eckpunkte der Vereinbarung zu einigen. Offiziell besiegelt wurde sie jetzt beim Vierteljahresgespräch zwischen dem Personalrat und dem Oberbürgermeister.

Was bedeutet die Dienstvereinbarung konkret für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung? Ab Januar 2019 können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft einen Antrag auf Telearbeit stellen. Damit ist es ihnen möglich, ihren Arbeitsalltag zukünftig räumlich und zeitlich flexibler zu gestalten.

Vor allem können familiäre und persönliche Anforderungen individueller und besser mit den dienstlichen Belangen des Arbeitgebers in Einklang gebracht werden. Weitere Vorteile: Für städtische Berufspendler entfallen zeitintensive Anfahrten zur Arbeit, was zudem die Straßen entlastet - ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.   Mit der Dienstvereinbarung Telearbeit unterstreicht die Stadtverwaltung Rastatt ihr Selbstverständnis als moderner, attraktiver Arbeitgeber, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben ermöglichen möchte. 

Die Ergebnisse der der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015 präsentierte der "Arbeitszeit-Report 2016". Mittlerweile wurde die zweite Befragungswelle 2017 mit rund 9'000 abhängig Beschäftigten durchgeführt. Der jetzt vorgelegte Bericht vergleicht die Ergebnisse beider Befragungen bezüglich der Arbeitszeitaspekte Dauer, Lage und Flexibilität. Vertiefende Auswertungen und weitere Berichte sind in Bearbeitung. 

siehe auch: 

Kommunikation auf Augenhöhe

Arbeitszeitbefragung - Vergleich 2015 - 2017

(Quelle: BAuA/HIN)