Zukunft Innenstadt

Erstellt: Freitag, 12. Oktober 2018

Karlsruhe (proh). Um sich selbst ein Bild vom Handwerkerhof zu machen, traf sich der Wirtschaftsförderungsausschuss unter Vorsitz von Erster Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Gabriele Luczak-Schwarz kürzlich zu einem Vororttermin. Neben einem Rundgang durch das Gebäude unter der Leitung des Geschäftsführers der Volkswohnung, Stefan Storz, stand auch ein derzeitiger Mieter Rede und Antwort. Der 1993 eröffnete Handwerkerhof bietet auf einer Fläche von 6'000 Quadratmetern 33 einfach ausgestattete Parzellen, die günstig angemietet werden können.

Stand in der ersten Zeit das Thema Gründung im Handwerksbereich im Vordergrund, wurde das Angebot unter anderem in Folge einer sich wandelnden Nachfrage auch für andere Branchen geöffnet. So entstand bis heute ein Gewerbezentrum mit nahezu vollständiger Auslastung. 

Bei der anschließenden Gesprächsrunde hatten die Vertreter der „Chefrunde Wirtschaft“, zu der die Karlsruher Spitzen von Kammern und Kreishandwerkerschaft sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Arbeitsagentur gehören, die Gelegenheit, sich ebenfalls zum Handwerkerhof zu äußern.

Wichtig sei es vor allem, junge Menschen wieder für das Handwerk zu begeistern. Luczak-Schwarz betonte, dass die zukunftsfähige Entwicklung des Handwerks in Karlsruhe ein wichtiges Anliegen von Politik und Verwaltung sei. Gemeinsam mit den Interessenvertretern des Handwerks solle daher geprüft werden, ob ein Gründerzentrum für das Handwerk an einer neuen Stelle realisiert werden kann. Die Kreishandwerkerschaft wird dazu ein Strategiepapier erstellen.  

EFFEKTE-Festival und Portal digital@KA Themen der Sitzung

Das Wissenschaftsbüro Karlsruhe, seit diesem Januar bei der städtischen Wirtschaftsförderung angesiedelt, stellte dann in der regulären nichtöffentlichen Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses den aktuellen Stand seiner Projekte vor. Zentrale Aufgabe ist es, den Austausch zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen Karlsruhes und der Stadtgesellschaft zu fördern. Im Fokus stehen die Hochschulen der Stadt aber auch studentische Kultur und das Thema Wohnen.

Dazu organisiert das Wissenschaftsbüro verschiedene Veranstaltungsformate wie die EFFEKTE-Reihe, bei der Karlsruher Forschungseinrichtungen aktuelle Entwicklungen präsentieren, aber auch das Wissenschaftsfestival EFFEKTE, das nächstes Jahr zum inzwischen vierten Mal stattfindet und zu den erfolgreichsten Science-Festivals in ganz Deutschland gehört.

Im Rahmen des städtischen IQ-Korridorthemas "Zukunft Innenstadt" leitet das Wissenschaftsbüro das Projekt "Innenstadt von Morgen aus der Sicht der Studierenden". Ziel ist es, das kreative Potenzial der Studierenden in den innerstädtischen Entwicklungsprozess zu integrieren. Dazu wurde eine Studierendenbefragung mit insgesamt 3'000 Teilnehmern durchgeführt, und im Juli fand eine Zukunftskonferenz statt.

Dort erarbeiteten die Studierenden Szenarien - unter anderem zu den Bereichen Kultur und Freizeit, studentische Mobilität und Innenstadt. Darüber hinaus unterstützt das Wissenschaftsbüro die Erstwohnsitzkampagne sowie die Wohnraumkampagne für Studierende.

Vorgestellt wurde außerdem das vom Land prämierte Portal digital@KA, das unter der Federführung des städtischen IT-Amts mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft realisiert wird. Das Portal soll künftig alle digitalen Dienste der Stadt bündeln und zudem Dienstleistungen des öffentlichen Personennahverkehrs sowie weitere Informations-, Kultur- und Freizeitangebote umfassen.

Gründerzentrum Perfekt Futur zieht positive Zwischenbilanz

Das 2013 eröffnete Gründerzentrum Perfekt Futur ist ein wichtiger Baustein bei der Konversion des Alten Schlachthofs in einen Kreativpark für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Dabei überstieg die weiter hohe Nachfrage nach Räumen das Angebot bei Weitem: Aus zirka 250 Bewerbungen von Start-ups wurden 75 aufgenommen.

Die Auswahl erfolgt gemeinsam durch die Karlsruher Fächer GmbH sowie das von Wirtschaftsförderung und Kulturamt initiierte K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro. Letzterem obliegt auch die Betreuung der Gründerunternehmen. Positiv hervorzuheben ist, dass mehr als drei Viertel aller Gründungen heute noch am Markt sind, was weit über dem Niveau üblicher Existenzgründeranalysen liegt.

Zum bilanzierten Zeitpunkt April 2018 sind so bislang etwa 175 Arbeitsplätze entstanden. Der Wirtschaftsförderungsausschuss empfahl in seiner jüngsten Sitzung außerdem das Bestellen eines Erbbaurechts auf dem Großmarktgelände sowie den Verkauf eines Grundstücks von 1'512 Quadratmetern in der Zimmerstraße an ein Software-Unternehmen.

(Quelle: StVwKA/HIN)