Rheinbrücke wird saniert

Erstellt: Montag, 01. Oktober 2018

Karlsruhe (Hero). Die Sanierung der Rheinbrücke Maxau bei Karlsruhe ist für die Stadt und die ganze Region von hoher Bedeutung. Mit einer deutschlandweit neuartigen Bauweise wird das Bauwerk für die steigende Verkehrsbelastung fit gemacht. Am 27.09.2018 hat Dr. Uwe Lahl, Ministerialdirektor des Landesverkehrsministeriums, die vorbereitenden Arbeiten zur Verstärkung der Rheinbrücke Maxau in Karlsruhe besichtigt. Die Stahlbrücke wird unter anderem durch eine sechs Zentimeter dicke Platte aus hochfestem Beton auf der Fahrbahn verstärkt. Hierdurch wird das Bauwerk für die steigende Verkehrsbelastung fit gemacht.

Mit dem Besuch des Ministerialdirektor Lahl unterstrich das Landesverkehrsministerium die hohe Priorität dieser Maßnahme. "Nicht nur die Stadt Karlsruhe, sondern die ganze Region ist abhängig von einer Rheinbrücke, die auch in Zukunft noch trag- und leistungsfähig ist," erläuterte Lahl. Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sowie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wissenschaftlich begleitet.

Die Sanierung der Rheinbrücke erfolgt mit Spezialbeton, einer deutschlandweit neuartigen Bauweise. Bevor die eigentlichen Verstärkungsarbeiten an der Brücke losgehen können, muss nachgewiesen werden, dass die außergewöhnliche Rezeptur des Betons auch fachgerecht hergestellt werden kann. Um den Erfolg der Maßnahme sicher zu stellen, müssen neben den eigentlichen gewünschten speziellen Materialeigenschaften auch die beim Einbau vorhandenen Umweltbedingungen berücksichtigt werden.

Die Temperatur der Luft und der Stahlbrücke, sowie Wind und Luftfeuchtigkeit müssen beachtet werden. Besonders wichtig ist die Temperaturentwicklung des Betons. Damit er beim Aushärten die gewünschten Eigenschaften entwickeln kann, werden die Zuschlagstoffe wie Kies und Wasser vor dem Mischen des Betons bei Bedarf gekühlt.

Auch die Einbaustelle wird mit einem klimatisierten Zelt vor ungünstigen Umwelteinflüssen geschützt. Weitere entscheidende Faktoren: Spezialmaschinen und Erfahrung des Personals  Weitere entscheidende Faktoren sind die beim Transport und Einbau des Betons verwendeten Spezialmaschinen, sowie die vorhandene Erfahrung des Personals.

In den hochfesten Spezialbeton werden beim Mischen Stahlfasern eingestreut, welche nach dem Aushärten Zugkräfte im Beton übernehmen sollen. Damit die neue Betonplatte auch auf der bestehenden Fahrbahn aus Stahl haftet und somit Kräfte übertragen werden können, wird die Stahlplatte im Vorfeld mit einer speziellen Haftbrücke behandelt.

"Mit der heutigen Betonage der Probeplatte sind wir dem Baubeginn einen großen Schritt nähergekommen," sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. Denn erst wenn die Probeplatte die betontechnologischen Anforderungen erfüllt, kann Ende Oktober mit der Ertüchtigung der Brücke begonnen werden. Ministerialdirektor Lahl zeigte sich beeindruckt von den komplexen Zusammenhängen: "Ich bin zuversichtlich, dass die Probeplatte und damit auch die gesamte Sanierung der Rheinbrücke nun erfolgreich umgesetzt werden kann."

Verschmälerung der Radwege

In einer Gemeinderatsanfrage hakt die GRÜNE-Fraktion bei der offenbar vom Regierungspräsidium Karlsruhe geplanten Verschmälerung der Radwege auf der Rheinbrücke bei Maxau nach. Laut Presseberichten wolle das Regierungspräsidium ohne öffentliche Kommunikation die Radwege bei der Sanierung der Rheinbrücke auf Dauer von 4,40 m auf 3,30 m verschmälern. Zwar sei das beim bisherigen Radverkehr noch verkraftbar.

"Aber spätestens, wenn im Zuge der geplanten neuen Rheinbrücke der gesamte Rad- und Fußverkehr in beide Richtungen auf einer einzigen Straßenseite abgewickelt würde, verbliebe deutlich zu wenig Platz", erklärt Fraktionsvorsitzender Johannes Honné. "Erst recht wäre dies im Zusammenhang mit der Planung eines Radschnellweg zwischen Karlsruhe und Wörth nicht akzeptabel."

Mit ihrer Anfrage wollen die Grünen erfahren, was genau für den Radverkehr zukünftig geplant ist, wer bei den Planungen beteiligt war und wie sich die Verantwortlichen die weitere Entwicklung vorstellen. Auch die Kompatibilität mit der Planfeststellung der zusätzlichen Rheinbrücke wird hinterfragt. "Wir wollen den Radverkehr über den Rhein fördern und nicht behindern. Wir  wollen nicht zulassen, dass an dieser Stelle eine neue Gefahrenstelle geschaffen wird", betonen die GRÜNEN.

"Die Kritik der Grüne-Gemeinderatsfraktion, die Verschmälerung der Radwege auf der Rheinbrücke Maxau erfolge 'ohne öffentliche Kommunikation', können wir nicht nachvollziehen, so eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Die derzeit nutzbare Breite des Geh- und Radwegs beträgt im Übrigen 3,75 Meter und nicht 4,40 Meter. Die in den Plänen genannten 4,40 Meter beziehen die Schutzeinrichtung mit ein. Die Breite der Radwege wird somit lediglich um 45 Zentimeter reduziert. Nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) beträgt die Breite für Geh- und Radwege 2,50 Meter pro Richtung.

Die im Zuge der Brückenertüchtigung erforderliche, dauerhafte Verschmälerung des Geh- und Radweges auf 3,30 Meter je Brückenseite, wurde bereits in der öffentlichen Informationsveranstaltung am 21. Februar 2018 in Maximiliansau kommuniziert und diskutiert. Auch in der zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung am 21. Juni 2018 in Karlsruhe, die auf Wunsch der Stadt Karlsruhe und des Gemeinderats stattfand, wurde die Verschmälerung des Geh- und Radweges thematisiert.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde außerdem ein Projektbegleitkreis gebildet, der unter anderem aus kommunalen Vertretern besteht. Auch hier wurde bei den beiden nichtöffentlichen Terminen am 7. Februar und 5. Juni 2018 die Verschmälerung des Geh- und Radweges kommuniziert und intensiv diskutiert.

Fahrbahnerneuerung zwischen der Rheinbrücke Karlsruhe-Maxau und der Anschlussstelle Wörther Kreuz

Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt auf der B 10 zwischen der Rheinbrücke bei Karlsruhe-Maxau und der AS Wörther Kreuz werden planmäßig in der 39. Kalenderwoche abgeschlossen. In dieser ersten Bauphase wurden der linke Fahrstreifen in Richtung Ludwigshafen grundsaniert und die Entwässerungseinrichtungen am Mittelstreifen erneuert.  

Der Umbau der Baustellenverkehrsführung für den zweiten Bauabschnitt erfolgt jetzt planmäßig ab Donnerstag, dem 27. September 2018. Mit den Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt beginnt die Baufirma Anfang der kommenden ersten Oktoberwoche. Sodann wird der rechte Fahrstreifen in Richtung Ludwigshafen auf einer Länge von rund 700 m ebenfalls grundhaft in Asphalt erneuert.

Während des zweiten Bauabschnitts wird die Anschlussstelle Maximiliansau in Fahrtrichtung Ludwigshafen voll gesperrt. Eine entsprechende Umleitung über die Ausfahrt zur B9 in Richtung Germersheim ist ausgeschildert. In Fahrtrichtung Karlsruhe bleibt die bisherige Verkehrsführung auf der B10 bestehen und damit auch die nur einspurige Befahrbarkeit auf begrenzter Streckenlänge. Voraussichtlich bis zum 20. Oktober 2018 wird die Sanierung der Fahrbahn abgeschlossen sein und die Baustellenverkehrsführung sodann zurück gebaut.

Entlastungskonzept Schiene für die Rheinbrücke

Weil der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz angekündigt hatte, die Bauarbeiten im Bereich des Wörther Kreuzes noch vor Oktober von den eigentlichen Brückenarbeiten zu entkoppeln, startete bereits jetzt das Entlastungskonzept für Pendler, die normalerweise mit dem Pkw über die Rheinbrücke müssen. Mit dem Konzept besteht damit für Berufspendler eine gute Alternative im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zwischen Karlsruhe und den pfälzischen Gemeinden.

Mit dem Start der Fahrbahnerneuerung im Bereich des Wörther Kreuzes werden Behinderungen im Pendlerverkehr auf der Straße erwartet. Deshalb haben sich das Verkehrsministerium und der ZSPNV gemeinsam dazu entschlossen, das Entlastungskonzept Schiene für die Rheinrücke Wörth mit Kapazitätserweiterungen und Zusatzzügen schon vor Beginn der eigentlichen Brückenbaumaßnahme zu starten und damit den Pendlern ein Angebot zum Umsteigen zu machen.

Ende Oktober startet voraussichtlich die nun verschobene Brückensanierung seitens des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Dann soll das Angebot im SPNV lückenlos weitergeführt werden, und zwar bis Mitte Dezember 2019, bis zum dann folgenden internationalen Fahrplanwechsel.

Seit dem 10. September fahren mehrere zusätzliche S-Bahnen der DB Regio zwischen Karlsruhe, Wörth und Germersheim. Einzelne Stadtbahnen der AVG in Richtung Germersheim fahren am Nachmittag nach verändertem Fahrplan und halten zusätzlich in Rheinzabern Alte Römerstraße und Rülzheim Freizeitzentrum. Dies betrifft die Züge der Linie S52 mit den Nummern 85722, 85726 und 85730 mit Abfahrten in Wörth 16:18 Uhr, 17:18 Uhr und 18:18 Uhr.

Damit fährt die Stadtbahn schon vor Ankunft des RE 6 (dieser kommt aus Karlsruhe Hbf) ab, um Platz für die zusätzliche S-Bahn Rhein-Neckar zu schaffen, die dann bis Germersheim fährt und so die Verbindung vom Karlsruher Hauptbahnhof herstellt. Wie schon mehrfach betont, werden aber die anderen beiden Express-Stadtbahnen mit Abfahrt in Wörth um 16:18 Uhr und 18:18 Uhr wegen der Zusatzhalte den Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar in Germersheim verlieren.

Die Halte in Rheinzabern Alte Römerstraße und Rülzheim Freizeitzentrum werden insbesondere der Anbindung der dort zusätzlichen eingerichteten P&R-Plätze dienen, allerdings mit der Folge, dass die betreffenden Züge dann künftig später in Germersheim ankommen als üblich und so den Anschluss nach Speyer /Ludwigshafen planmäßig nicht erreichen können.

 ♦ siehe auch: Zweite Rheinbrücke?

(Quelle: VM.bw/HIN)