Verbesserung des ÖPNV

Erstellt: Mittwoch, 26. September 2018

(Hero). Der Öffentliche Personennahverkehr in Baden-Württemberg wird mit dem BW-Tarif attraktiver. Ziel ist es, die Preise mit Regionalisierungsmitteln um bis zu 35 Prozent zu senken. Für Nutzer einer Bahncard können die Preise noch günstiger werden. Der stellvertretende Ministerpräsident Strobl sagte: "Der BW-Tarif ist ein bedeutsamer Schritt für mehr Fahrgäste im ÖPNV. Durch die Bereitstellung der Mittel wird die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel noch preiswerter. Damit übernimmt Baden-Württemberg unter den Bundesländern eine Vorreiterrolle in der Verbesserung des ÖPNV."

Die Tarife für Baden-Württembergs Busse und Bahnen müssen nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) günstiger werden. In den vergangenen zehn Jahren wurden die Monatstickets in den 22 Verkehrsverbünden durchschnittlich um ein Drittel teurer, hieß es vom zuständigen Landesverband des VCD am Montag auf Grundlage eigener Berechnungen.

Auch die Preise für Einzeltickets seien zwischen den Jahren 2008 und 2018 um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen. Damit mehr Menschen Bus und Bahn fahren, müssten die Fahrpreise wieder sinken. Ein Finanzierungsmodell könnte zum Beispiel eine Nahverkehrsabgabe sein. «Hier kann jeder mit dem Auto weiterhin in die Stadt fahren - wenn er eine Karte für den öffentlichen Nahverkehr hat», erklärte der VCD-Landesvorsitzende für Baden-Württemberg Matthias Lieb.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: "Durch den BW-Tarif wird für viele Menschen der Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen attraktiver. Nach dem Motto ‚Einfach – preiswert – umweltfreundlich‘ kann die Nachfrage im ÖPNV erheblich gesteigert werden. Denn Fahrkarten werden günstiger und die Tarifsysteme werden vereinfacht. Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Luftreinhaltung."

Baden-Württemberg macht den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver durch günstigere Tickets. Das Landeskabinett gab in seiner Sitzung grünes Licht für zusätzliche Mittel. Vom Start des BW-Tarifs am 9. Dezember 2018 an stellt das Land jährlich rund 13 Millionen Euro aus Regionalisierungsmitteln bereit, um die Ticketpreise im ÖPNV zu senken. Ab 2020 werden es dann rund 20 Millionen Euro sein.

Der BW-Tarif wird mit seiner Einführung am 9. Dezember 2018 landesweit das tarifliche Rückgrat des öffentlichen Verkehrs - insbesondere des Schienenverkehrs auf allen Verbundgrenzen überschreitenden Relationen in Baden-Württemberg bilden. Er steht dabei in engem Zusammenhang mit den Tarifen der 22 regionalen Verkehrsverbünde. Zunächst startet der BW-Tarif ausschließlich mit Fahrscheinen des Gelegenheitsverkehrs (Einzelfahrscheine, Tageskarten).

In der zweiten Stufe des BW-Tarifs werden vom Jahr 2020 an auch Zeitkarten (Jahres-, Monats- und Wochentickets) folgen. Der BW-Tarif soll durchschnittlich um rund 25 Prozent gegenüber dem heute geltenden Tarif der Bahn abgesenkt werden. Die Absenkung des BW-Tarifs erfolgt jedoch nicht pauschal, sondern gestaffelt nach Entfernungsstufen. Dafür fällt die Tarifabsenkung in den unteren Entfernungsstufen bis 20 Kilometer etwas geringer aus.

Bei größeren Entfernungen, in denen der BW-Tarif besonders stark nachgefragt wird, ist eine Absenkung um bis zu 35 Prozent gegenüber den heutigen Preisen geplant. Auch für die Nutzer der BahnCard 25 oder BahnCard 50 gibt es eine gute Nachricht.

Die BahnCards gelten auch bei den neuen Fahrpreisen. Das heißt, die Preise können noch günstiger werden. Auf Basis des heutigen Kabinettsbeschlusses wird die BW-Tarif GmbH die endgültigen Preise berechnen, die dann in der Sitzung des Baden-Württemberg-Tarif-Ausschusses am 10. Oktober 2018 beschlossen werden sollen.

(Quelle: VM.bw/HIN)