Aktion Abbiegeassistent

Erstellt: Montag, 24. September 2018

(Hero). Baden-Württemberg nimmt an der "Aktion Abbiegeassistent" des Bundesverkehrsministeriums mit Förderprogramm mit 500 LKW teil. Gemeinsam mit dem Verband Spedition und Logistik (VSL) startet das Land Baden-Württemberg ein Projekt, bei dem Lkw mit Abbiegeassistenten nachgerüstet werden sollen. Minister Hermann begrüßt Vorstoß des Bundes. "Verkehrssicherheit ist uns ein großes Anliegen. Gerade bei rechtsabbiegenden Lastkraftwagen kommt es leider immer wieder zu schweren Unfällen mit Kindern, Fußgängern oder Radfahrern", erklärt Verkehrsminister Winfried Hermann.

Laut dem statistischen Bundesamt kam es im Jahr 2015 zu 3.226 Kollisionen zwischen Radfahrern und Lkw, bei diesen starben 72 Radfahrer und 665 wurden schwer verletzt. Forschungen der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt, dass Fahrer und Fahrerinnen von schweren Nutzfahrzeugen beim Abbiegeprozess sehr oft damit überfordert sind, die komplette Situation überblicken zu können. "Durch einen Rechtsabbiegeassistenten kann diese Situation im städtischen Bereich deutlich verbessert werden", so Hermann. 

Das Rechtsabbiegen mit einem LKW gehört zu den herausforderndsten Aufgaben im Fahrerhaus. Ein Abbiegeassistent kann die Berufskraftfahrer warnen (akustisch, optisch oder taktil), wenn sich beim Rechtsabbiegen ein Radfahrer oder ein Fußgänger im toten Winkel befindet und somit gar Leben retten. Auch die Einleitung einer Notbremsung des Fahrzeugs ist denkbar.

Der Feldversuch verfolgt die folgenden drei Ziele:

  • Nachrüstung von Fahrzeugen, sowie das wissenschaftliche Bewerten der am Markt  befindlichen Abbiegeassistenten. Die technischen Lösungen können, wie die diesem Feldversuch vorangestellte Konzeptstudie zeigt, auf Basis von Ultraschall, Radar oder v isuell durch Kameras  erfolgen.
  • Personengruppen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen, einbeziehen und für die aktuellen Entwicklungen sensibilisieren. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Allgemeine  Deutsche Fahrrad Club (kurz ADFC) zu nennen.
  • Unterstützung der politischen Meinungsbildung. Wie oben erläutert, kann der hier geplante  Feldversuch die Potentiale untersuchen, den Einbau bei Neufahrzeugen und die Nachrüstung im Bestand zu verpflichten.

Der Verband Spedition und Logistik hat Anfang 2018 die Studie "Projekt Evaluierung von Abbiegeassistenten bei Lastkraftwagen im städtischen Einsatz" erstellt. Die Ergebnisse liegen seit Ende April vor. Daraus entstanden ist das Projekt "Feldversuch zur Erprobung von 500 Lastkraftwagen mit Abbiegeassistenten in Baden-Württemberg", dass der Verband Spedition und Logistik zur Förderung beim Landesverkehrsministerium beantragt hat.

Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von rund 666'000 Euro. Die Förderung des Landes beträgt 75 Prozent, also rund 500'000 Euro. Der Bescheid steht nun kurz vor der Übergabe aber durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung konnte das Projekt bereits starten. Mit diesem Projekt  zeigt sich das Land Baden - Württemberg bzw. das zugehörige  Verkehrsministerium, in Kooperation mit den ansässigen Speditionen, als Vorreiter für eine  präventive Radverkehrspolitik im Speziellen und somit für eine verbesserte Verkehrspolitik im  Allgemeinen.  

"In Baden-Württemberg werden mit diesem Feldversuch zum ersten Mal in Deutschland verschiedene Abbiegeassistenten im Realbetrieb untersucht. Dadurch können notwendige Informationen für die Speditionen und für den Gesetzgeber erarbeitet werden, damit der Abbiegeassistent auf deutschen Straßen zur Normalität wird", so Verkehrsminister Hermann.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann wird gemeinsam mit dem Präsidenten des Verband und Logistik Baden-Württemberg e.V., Karlhubert Dischinger, das Projekt "Feldversuch zur Erprobung von 500 Lastkraftwagen mit Abbiegeassistenten in Baden-Württemberg" am 01. Oktober 2018 vorstellen. Ein Höhepunkt der Veranstaltung wird die Fahrt von Minister Hermann in einem nachgerüsteten LKW und Präsident Karlhubert Dischinger in der Rolle des Radfahrers sein.

(Quelle: VM.bw/HIN)