Delegation aus Indien

Erstellt: Dienstag, 31. Juli 2018

Karlsruhe (joER). Ob Automotive Engineering Network (AEN), CyberForum, EnergieForum oder K³- Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe: Starke Cluster und Kompetenznetzwerke standen beim Karlsruhe-Besuch einer Verwaltungsdelegation aus Nagpur sowie einer Gruppe indischer Studierender und junger Managerinnen und Manager vom "Indo-German Training Centre" (IGTC) aus Mumbai und Pune auf dem Programm. Ziel des Besuches in Karlsruhe war es, sich "in den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft noch enger zu verzahnen mit Mumbai, Pune und Nagpur", erklärt Ralf Eichhorn von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe.

Das Besuchsprogramm bot neben den Besuchen von Unternehmen, Institutionen und Netzwerken auch den Austausch über unterschiedliche Betrachtungsweisen von Themen sowie vielfältige interkulturelle Erfahrungen: "Diese internationalen Kontakte sind enorm wichtig", so Radhieka Mehta, Direktorin des Management-Instituts "IGTC", das in Mumbai und Pune zuhause ist: "Beim Executive-Programm der Deutsch-Indischen Handelskammer bereiten wir uns insbesondere auf Karlsruhe und die Region vor, da diese in die bestehende Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra eingebunden sind."

Ob "Ecosystem Karlsruhe", "Invest in Baden-Württemberg" - mit Blick auf den Service für ausländische Investitionen, Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsstandort Karlsruhe, Innovationsstrategien der Karlsruher SmarterCity Initiative, TRK-Welcome Center oder Handelskammer: im "K-Punkt" wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine große Bandbreite an Themen präsentiert. Dieser gute Überblick über Karlsruhes Stärken bietet ihnen nun auch vielfältige Anknüpfungspunkte für ihre Arbeit vor Ort in Pune. Und ebenso wie Pune, das inzwischen mit seinen über 300 deutschen Firmen als ein "German Hub" gilt, kann sich auch Karlsruhe als entsprechende Anlaufstelle entwickeln. Ob Automotive, Maschinenbau, IT oder erneuerbare Energien: Baden-Württemberg ist längst ein wichtiges Ziel für indische Firmen, erläuterte Anna Krywalski von "Baden-Württemberg International": "Wir unterstützen diese internationalen Kontakte". Karlsruhe sei dabei eine "Lighthouse City" in Sachen Kooperationen mit Indien.

Großes Interesse an diesen Themen zeigten auch die Vertreter der Verwaltungsdelegation aus Nagpur. "Die unterschiedlichen Herangehensweisen sind für uns sehr interessant", betonte Pardikar Deepraj, stellvertretender Bürgermeister aus Nagpur. Denn die bestehenden Karlsruher Netzwerke in Sachen Indien erweisen sich dabei als geradezu maßgeschneidert für die Anforderungen. Ob Vereinbarungen, Kooperationen oder das Karlsruher Kontaktbüro in Pune: Damit wird Karlsruhe auch international sichtbarer. Genau hier setzt auch das "India Board Karlsruhe" an, das Prozesse begleitet und dem Fachexperten aus vielen Bereichen angehören, die Input und Unterstützung für die einzelnen Indien-Aktivitäten bieten können.

Partnerschaft mit Nagpur

Karlsruhe und die indische Stadt Nagpur wollen künftig enger kooperieren. Erste Kontakte gab es bereits im Februar dieses Jahres, als eine Abordnung um Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup im Rahmen der Indien-Delegationsreise in Maharashtra auch in Nagpur Station machte. Daraus resultierte jetzt eine Partnerschaftsvereinbarung, ein sogenanntes City-to-City-Pairing zwischen Nagpur und Karlsruhe.

Ob in den Bereichen Mobilität, öffentlicher Nahverkehr, Müllentsorgung, Digitalisierung oder Stadtentwicklung: Alle Themen verbindet das Ziel einer nachhaltigen städtische Entwicklung. "Die Verbindung unserer Städte bringt in wichtigen Bereichen Vorteile für beide Seiten", betonten Pardikar Deepraj, stellvertretender Bürgermeister aus Nagpur, und Naresh Borkar, Executive Engineer der Nagpur-Verwaltung: "Und dabei haben beide Partner eine klare Zielsetzung. Für die Unterstützung sind wir dankbar." Mit an Bord bei dieser Kooperation ist die Europäische Union, die in einem Projekt zur Internationalen Stadtentwicklung (IUC) das "City-to-City Pairing" unterstützt. "IUC" zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung mit EU-Partnern zu verstärken.

Gerade Lösungen im Bereich der Mobilität spielen für die rund 2,5 Millionen Einwohner zählende Stadt Nagpur eine wichtige Rolle. Diese will man – neben anderen dringenden Themen - in den Griff bekommen. Beeindruckt zeigten sich die Vertreter der indischen Delegation von den Karlsruher Lösungsansätzen und möchte auch von einer neuen Herangehensweise an das Thema Mobilität profitieren.

Dennoch: Es ist ein Austausch auf Augenhöhe. "Diese neue Partnerschaft zwischen Nagpur und Karlsruhe baut auf unseren bisherigen Initiativen mit dem Bundesstaat Maharashtra auf", so Ralf Eichhorn von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe und dem "India Board Karlsruhe". Hier kann diese Zusammenarbeit insbesondere in Fragen der Stadtentwicklung – und im Einklang mit den Zielen der Vereinten Nationen - zu einer nachhaltigen Gesamtentwicklung führen.

Die indische Delegation beteiligte sich zudem aktiv am "Strategic Indo-German Start-Up Round Table", das parallel zur Global Sustainable Finance Conference stattfand und besuchte wichtige städtische Infrastrukturstandorte und -projekte, wie etwa den Tunnel der neuen Karlsruher U-Bahn. Aus den fruchtbaren Diskussionen mit zahlreichen Best Practice-Beispielen ließen sich schon erste Ergebnisse und Anknüpfungspunkte erzielen, "hier kristallisieren sich schon jetzt konkrete Projekte heraus", so Dr. Panagiotis Karamanos, "IUC"-Teamleiter für Indien.

Im Rahmen der Partnerschaft eröffnet sich für Nagpur nun die Möglichkeit, weitere Prozesse in Bereich der Stadtentwicklung kennenzulernen, gerade im Bereich Smart Technologies und Mobilität. Ziel ist eine produktive Zusammenarbeit: Auf Grundlage der Vereinbarung werden die Städte Karlsruhe und Nagpur nun gemeinsam mit Experten an einem spezifischen Aktionsplan zu städtischen Fragen arbeiten. Dabei werden die Felder enger gefasst und im nächsten Schritt ein lokaler Aktionsplan ausgearbeitet.

siehe auch ⇒ Indo-German Start-up

(Quelle: StVwKA/HIN)