2020 – Gemeinsam.Gestalten

Erstellt: Mittwoch, 18. Juli 2018

Landkreis Karlsruhe | Bad Schönborn (pr). Staatssekretärin Bärbl Mielich hat Preisträger des Ideenwettbewerbs Quartier 2020 besucht. Dort informierte sie sich über die Fortschritte der preisgekrönten alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. Man benötige lebendige und verlässliche Nachbarschaften, in denen Menschen Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen, so Mielich. Auch der Landkreis Karlsruhe mit der Gemeinde Bad Schönborn und Sinsheim gehören zu den Gewinnern des Ideenwettbewerbs Quartier 2020 und warten mit spannenden und erfolgreichen Quartiersprojekten auf.

Mit der Landesstrategie "Quartier 2020 - Gemeinsam.Gestalten." unterstützt und begleitet das Ministerium für Soziales und Integration Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure bei einer alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. Dabei wird das Quartier über die städtebauliche Dimension hinaus betrachtet. Quartiere sind vor allem auch lebendige soziale Räume, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Grenzen eines Quartiers sind nicht klar fixiert. Vielmehr ist es ein Bezugsrahmen, mit dem sich die Menschen identifizieren - das kann beispielsweise ein Straßenzug, eine Nachbarschaft, ein Stadtteil oder ein ganzes Dorf sein. Dort sollen alle Menschen die Chance haben, mit hoher Lebensqualität und Teilhabe - auch bei Unterstützungs- und Pflegebedarf - in ihrem gewohnten Umfeld selbstbestimmt zu leben.

Staatssekretärin Bärbl Mielich informierte sich über die Fortschritte der preisgekrönten alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. "Auf den Tag heute habe ich mich richtig gefreut", so Staatssekretärin Mielich. "Als Juryvorsitzende war ich letztes Jahr begeistert von der hohen Resonanz, aber auch von der Bandbreite, Kreativität und Qualität der Bewerbungen. Heute nun zu sehen, wie die Ideen mit Leben gefüllt werden und wie viele Akteure gemeinsam an der Umsetzung arbeiten, hat mich tief beeindruckt."

Der Landkreis Karlsruhe war einer der aktivsten Landkreise im Ideenwettbewerb. Er unterstützt und fördert die Aktivitäten aller Kommunen. Durch Fachtage und Veranstaltungen stärkt er den Austausch und das gemeinsame Lernen. Im Ideenwettbewerb wurde der Landkreis Karlsruhe selbst mit der Gemeinde Bad Schönborn ausgezeichnet.

Die Gemeinde setzt auf eine intensive Bürgerbeteiligung, um die Lebensqualität der älteren Bevölkerung zu stärken und insbesondere die in die Kurgemeinde zuziehenden älteren Menschen in die Gemeinschaft zu integrieren. Zwei Quartierslotsinnen - eine für jeden Ortsteil - sind als aktivierende Ansprechpartnerinnen unterwegs, um diese Integrationsarbeit im direkten Kontakt zu fördern.

"Dem generationenübergreifenden bürgerschaftlichen Zusammenwirken im Verbund mit der sozialen Infrastruktur vor Ort gehört die Zukunft in der kommunalen Quartiersentwicklung", sagte die stellvertretende Sozialdezernentin Margit Freund. Lebendige und verlässliche Nachbarschaften, in denen Menschen Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen, seien notwendig, um den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft zu stärken.

"Die Preisträger zeigen, dass es für eine erfolgreiche Quartiersarbeit kein Patenrezept gibt. Hand in Hand mit Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Bürgerschaft wurden individuelle Wege erarbeitet", so Mielich. Die Landesstrategie bietet in den Bereichen Beratung, Förderung, Vernetzung und Qualifizierung vielfältige Angebote. 

"Ich werde von Landräten, Bürgermeistern, Gemeinderäten und Engagierten im ganzen Land angesprochen, die sich den demografischen Herausforderungen stellen wollen", sagte Mielich weiter. Der Ideenwettbewerb und das Thema Quartiersentwicklung treffe den Nerv der Kommunen und die Entwicklung von lebendigen und sorgenden Gemeinschaften sei eine der drängenden Zukunftsaufgaben.

Weitere 3,4 Millionen Euro für Quartiersprojekte der Kommunen

Das Land unterstützt mit weiteren 3,4 Millionen Euro Quartiersprojekte der Kommunen. Man setze auf kreative Ideen und die Beteiligung der Zivilgesellschaft, erklärte Sozialminister Manne Lucha anlässlich des Starts des neuen Förderprogramms "Quartiersimpulse". Mit zusätzlichen 3,4 Millionen Euro Fördergeldern geht die Strategie "Quartier 2020 - Gemeinsam.Gestalten." des Ministeriums für Soziales und Integration in die nächste Runde. Dies gab Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha anlässlich des Starts der neuen Förderlinie unter dem Titel "Quartiersimpulse. Beratung und Umsetzung von Quartiersprojekten vor Ort" bekannt.

"Mit den Quartiersimpulsen unterstützen wir Kommunen bei der Gestaltung ihrer alters- und generationengerechten Quartiere", so Lucha. "Wir wollen den Kommunen nicht sagen, wie sie ihre Quartiersarbeit zu machen haben", betonte der Minister. "Deshalb bleiben wir auch bei diesem Förderprogramm unserem offenen Ansatz treu. Inhaltlich gesetzt sind nur die beiden Themen Pflege und Unterstützung im Alter sowie Bürgerbeteiligung. Wir setzen auf kreative Ideen und die Beteiligung der Zivilgesellschaft."

Im neuen Förderprogramm "Quartiersimpulse" können Städte und Gemeinden einen Zuschuss von bis zu 40.000 Euro für ihr Quartiersprojekt erhalten. Bei Kommunalen Verbünden und Landkreisen sind Förderungen von bis zu 70.000 Euro möglich. Die Kommunen erhalten den finanziellen Zuschuss nicht nur für Sach- und Personalkosten, sondern auch explizit für Beratungskosten.

"Wir lassen die Kommune nicht alleine. Denn das Besondere an diesem Programm ist, dass sie sich eine externe Projektbegleitung als Unterstützung einkaufen können. Dabei ist es uns wichtig, dass jede Kommune selbst entscheiden kann, wer sie berät und zu welchen Themen", betonte Staatssekretärin Mielich. "Ich freue mich, dass wir mit der Allianz für Beteiligung einen kompetenten und erfahrenen Partner gefunden haben, der mit uns in enger Partnerschaft das Förderprogramm entwickelt hat und nun mit der Umsetzung betraut ist."

"Es ist ein gutes Signal, dass das Ministerium für Soziales und Integration explizit auch die Zivilgesellschaft vor Ort einbezieht", so Dr. Miriam Freudenberger, Geschäftsführerin der Allianz für Beteiligung. Im Programm sei eine Kooperation zwischen Kommune und Bürgerschaft ebenso zentraler Bestandteil wie Maßnahmen der Bürgerbeteiligung. "Auf diese Weise entstehen Ideen und Erfahrungen, die Kommune und Zivilgesellschaft gleichermaßen stärken und zur nachhaltigen Entwicklung von Quartiersprojekten beitragen", so Freudenberger abschließend.

(Quelle: SM.bw/HIN)