Tag der Arbeit

Erstellt: Montag, 30. April 2018

(Hero). In der Bundesrepublik Deutschland ist der 1. Mai laut der Feiertagsgesetze der Länder ein gesetzlicher Feiertag. Die amtliche Bezeichnung ist in jedem Bundesland per Gesetz geregelt. So bedeute der 1. Mai laut der Verfassung des Landes Hessen "das Bekenntnis zur sozialen Gerechtigkeit, zu Fortschritt, Frieden, Freiheit und Völkerverständigung". Laut der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen ist der 1. Mai offiziell der "Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde ist gesetzlicher Feiertag", um nur zwei Beispiele zu nennen.

Arbeits- und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hat zum Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai den Beschäftigten im Land ihre Anerkennung ausgesprochen: "Die Beschäftigten bilden mit ihrem Fleiß, ihrer Qualifikation, Kreativität und Innovationsfähigkeit das Rückgrat der baden-württembergischen Wirtschaft. Ein besonderer Dank gilt am Tag der Arbeit all denjenigen, die tagtäglich ihren Beitrag dazu leisten, dass wir wirtschaftlich sehr erfolgreich sind und unser Arbeitsmarkt hervorragend dasteht. Das erfolgreiche Zusammenspiel der Sozialpartner in Baden-Württemberg stützt diesen Erfolg."

Für Beschäftigte und Unternehmen sieht Hoffmeister-Kraut große Chancen durch die Digitalisierung: "Der baden-württembergische Arbeitsmarkt ist derzeit in einer hervorragenden Verfassung. Das ist die beste Ausgangslage für Veränderungen. Wir haben die geringste Arbeitslosigkeit seit Jahrzehnten und einen Beschäftigungsstand auf Rekordniveau. Vollbeschäftigung in Baden-Württemberg ist ein erreichbares Ziel. Das ist ein Gemeinschaftsverdienst von Beschäftigten, Arbeitgebern, Sozialpartnern, Kammern und der Politik."

"Auch langzeitarbeitslose Menschen und Migranten haben durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen auf eine Integration in die Arbeitswelt", sagte Hoffmeister-Kraut. "Wir sehen in der Arbeitslosenstatistik, dass die Beschäftigung überproportional zunimmt. Das ist ausgesprochen positiv und sicher auch ein Erfolg der Arbeitsmarktprogramme des Landes", so die Ministerin weiter. Als Beispiel nannte sie den Passiv-Aktiv-Tausch PLUS, der Arbeitgebern Lohnkostenzuschüsse ermöglicht, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. Zusätzlich können auch arbeitsplatzbezogene Qualifizierungen gefördert werden.

So gut, wie der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft dastünden, so dynamisch seien die Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt. Die Diskussion über die Zukunft der Arbeit sei in vollem Gange. Im Mittelpunkt stünden die Chancen und Risiken, die sich aus der Digitalisierung ergeben. Zentraler Aspekt einer modernen Arbeitswelt sei der Wunsch nach mehr Flexibilisierung, der bei vielen Beschäftigten und Betrieben bestehe.

"Es gibt keinen Grund zur Angst vor der Digitalisierung. Selbstbestimmte und flexible Arbeitszeiten und Arbeitsmodelle machen es den Menschen einfacher, ihr Privatleben und ihren Beruf noch besser zu vereinbaren und damit die Chancen der Digitalisierung für die eigenen Freiräume zu nutzen", so die Ministerin.

"Wir brauchen die Bereitschaft aller, sich auf Veränderungen und auf Fortschritt einzulassen. Die Arbeitswelt 4.0 lässt sich nur dann erfolgreich gestalten, wenn die Sozialpartner weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten. Flexible Regelungen, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf der einen Seite und den Betrieben auf der anderen Seite gleichermaßen gerecht werden, erreicht man am besten durch tarifliche Vereinbarungen und nicht durch staatliche Verordnung", sagte Hoffmeister-Kraut.

Gerade in konjunkturell guten Zeiten müsse man sich für Zeiten wappnen, in denen sich die Erfolgsmeldungen nicht mehr regelmäßig selbst übertrumpften. "Wichtige Erfolgsfaktoren, um auf Dauer international wettbewerbsfähig und ein guter Standort für Beschäftigung zu bleiben, sind eine gute Ausbildung und ständige berufliche Fort- und Weiterbildung. Denn die Anforderungen im Beruf werden sich stetig weiterentwickeln." Hoffmeister-Kraut appellierte an die Unternehmen, diese Chancen zu nutzen und im eigenen Interesse und im Interesse Baden-Württembergs damit einen nachhaltigen Beitrag zu leisten: "Das gelingt am besten, wenn das Know-how der Menschen stetig Schritt hält."

"Zur Gerechtigkeit, Solidarität und Vielfalt in unserem Land gehört auch die Lösung der nach wie vor schwierigen Situation von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit", so die Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden (ean) in ihrem Aufruf zum 1. Mai. Weiter forderte die ean Baden eine Reform der Hartz IV-Gesetze hin zu einer existenzsichernden und menschenwürdigen Teilhabe an der Arbeitswelt.

"Im Konkreten bedeutet dies den Wegfall von menschenunwürdigen Sanktionen, die auf individuelle Situationen wenig Rücksicht nehmen , zielorientierte und individuell ausgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen, einen geschützten Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Löhnen."  Menschen, die auf Solidarität und Sozialleistungen angewiesen sind, dürften außerdem nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Gelingende Vielfalt braucht Toleranz, Verständnis, mutige und offene Kommunikation, sowie einen konstruktiven Austausch von Meinungen und Erfahrungen", so die ean Baden.

Die ean Baden mit ihrem 1. Vorsitzenden Wilhelm Rojek, den stellvertretenden Vorsitzenden Gabi Vetter und Friedhelm Tscherter unterstützt damit den Aufruf der arbeitsweltbezogenen Verbände und Einrichtungen der evangelischen Landeskirchen kda Bayern, afa, EAG und des BVEA.   Zum Thema faires Gestalten der Arbeitswelt und soziale Gerechtigkeit findet in Karlsruhe ( 9.15 Uhr, Kirche St. Stephan) am 1.Mai ein ökumenischer Gottesdienste unter Mitwirkung der Evangelischen Arbeitnehmerschaft, des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Baden statt.      

Nach dem Motto "Tanz in den Mai" werden auch Partys und Musikveranstaltungen ausgerichtet. In ländlichen Regionen werden meistens Maibäume aufgestellt und/oder Maifeuer entzündet, die Anlass für Maifeste sind. Und es gibt Gegenden, in denen am 1. Mai der Maikönig gekrönt wird.

(Quelle: WM.bw/HIN)