Maßnahmen zur Integration

Erstellt: Donnerstag, 12. April 2018

Karlsruhe (joER). Am Montag den 9. April 2018 besuchten Axel E. Fischer MdB, der Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit Raimund Becker, sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt Ingo Zenkner den Internationalen Bund (IB) Baden. Sie wurden von der Geschäftsführerin des IB Baden Doris Lauer und zuständigen Führungskräften über den Stand der erfolgreichen Maßnahmen zur Integration von jungen Geflüchteten in Ausbildung informiert. Der IB Baden führt in Karlsruhe die Maßnahmen AsA (Assistierte Ausbildung) und PerjuF (Perspektive für junge Flüchtlinge) der Agentur für Arbeit KarlsruheRastatt durch.  

"In beiden Programmen arbeiten wir hier in der Region sehr erfolgreich zusammen, da wir sehr gut mit Wirtschaftsunternehmen, Institutionen und verschiedenen Ämtern vernetzt sind", erläuterte Ingo Zenkner. Plattformen wie die Messe "Einstieg Beruf" sollen die Möglichkeit für den persönlichen Kontakt zwischen Unternehmen und Geflüchteten erleichtern.

Raimund Becker fügte hinzu: "Für den Einstieg in das Berufsleben sind persönliche Kontakte am Erfolgversprechendsten. Dem demographischen Wandel lässt sich durch die frühzeitige Ausbildung von Fachkräften in allen Bereichen entgegensteuern." Dass Unternehmen dies immer mehr erkennen, lässt sich insbesondere an dem Interesse der Wirtschaft an diesen Maßnahmen erkennen. So saß Roland Becker, Ausbildungsleiter der Siemens AG Karlsruhe, ebenfalls mit am runden Tisch. "Ich möchte, dass die jungen Menschen es schaffen!", so Becker.

Die Siemens AG ist Kooperationspartner der Agentur für Arbeit und des IB Baden in der Maßnahme AsA. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Teilnehmer in Karlsruhe gute berufliche Perspektiven haben. Siemens hat sogenannte "Förderklassen" eingerichtet, in denen die Teilnehmer an der Maßnahme AsA zunächst ein Praktikum im Betrieb absolvieren und anschließend bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt werden.

"Bundesweit hat die Siemens AG 25 % der Teilnehmer aus den ‚Förderklassen‘ direkt einen Ausbildungsplatz angeboten", sagte Becker.  Raimund Becker interessierte sich trotz dieser positiven Meldungen vor allem dafür, wo noch Handlungsbedarf in den laufenden Maßnahmen sei. Axel E. Fischer, Mitglied des Bundestags, ergänzte: "Auch für uns in der Politik ist es wichtig zu wissen, was man bei der Integration von geflüchteten Menschen besser machen kann".

Vor allem die Sprachhürden beim Erlernen von Fachtexten durch fehlendes Schreib-LeseVerständnis sieht Roland Becker als Problem. "Wir brauchen mehr Unterstützung in Form von individueller Begleitung und Betreuung", bekräftigte Roland Becker. Axel Fischer versprach umgehend bei der nächsten Haushaltsplanung im Bundestag Gelder für Bereiche wie z.B. in der Sprachförderung einkalkulieren zu wollen.

Doch nicht nur die Sprachkenntnisse sind wichtig, sondern oftmals auch die eingeschränkten mobilen Möglichkeiten der Teilnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So berichtet Klaus Eisenhut, Koordinator für Berufsorientierung und Ausbildung beim IB Baden, dass es aus diesen Gründen leider auch immer wieder zu Abbrüchen kommt. "An mangelnder Motivation liegt es definitiv nicht", weiß er zu berichten. Aktuell nehmen 24 Personen aus Syrien, afrikanischen Ländern und dem Iranan der Maßnahme teil.  

Doris Lauer machte deutlich, dass der IB durch seine Gründungsgeschichte eine besondere Verpflichtung für geflüchtete Menschen hat. Der IB wurde 1949 gegründet, um jungen geflüchteten Menschen aus Osteuropa eine berufliche Perspektive zu schaffen. "Der Erfolg in den beiden Maßnahmen kommt nicht von Ungefähr. Durch enge Kooperationen haben wir ein gutes Netzwerk an Partnern und Unternehmen geschaffen. Wir möchten aber auch insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen ermutigen, Flüchtlingen den Einstieg in eine Ausbildung zu ermöglichen", sagte Lauer.

"Für diese Zielgruppe bietet die Arbeitsagenturauch jede Menge unterstützende Maßnahmen an", ergänzte Zenkner und forderte interessierte Unternehmen auf, sich bei der Agentur für Arbeit zu melden.  Im Anschluss an das Gespräch gingen Axel E. Fischer und Raimund Becker mit den jungen Geflüchteten der AsA und PerjuF Maßnahme direkt in den Austausch und erkundigten sich über deren Berufswünsche. Sie ermutigten sie dazu auf Dauer neben den beruflichen auch mehr Kontakte im sozialen Bereich zu knüpfen und waren überrascht von den vielfältigen Berufswünschen der Teilnehmer.

Diese gaben unter anderem an Tischler, IT-Programmierer, Zahntechniker oder Altenpflegerwerden zu wollen. Die Vertreter aus Wirtschaft und Politik nahmen sich viel Zeit für die Fragen der jungen Geflüchteten und wünschten ihnen für ihren weiteren Werdegang nur das Beste.  

(Quelle: Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt)