Arbeitsmarkt im Aufwind

Erstellt: Donnerstag, 29. März 2018

(joER). Im vergangenen Jahr ist die Wirtschaft in Baden-Württemberg um gut zwei Prozent gewachsen. Davon profitieren auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land. So stieg die Zahl der Menschen mit Arbeit um knapp zwei Prozent, während die Löhne im Schnitt um 2,4 Prozent stiegen. In den vergangenen zwölf Monaten haben fast 22'000 Menschen wieder eine Arbeit gefunden. Die Zahl der Arbeitslosen ging in diesem Zeitraum um knapp zehn Prozent zurück.

Nach den vom Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" veröffentlichten vorläufigen Wirtschaftszahlen auf Länderebene für 2017 setzt sich der positive Wachstumstrend der baden-württembergischen Wirtschaft fort. Preisbereinigt stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2016. In Deutschland lag das Wirtschaftswachstum im vergangen Jahr bei 2,2 Prozent.

Nominal – das heißt ohne Preisbereinigung – stieg das BIP 2017 um 3,6 Prozent auf 493 Milliarden Euro. Damit erwirtschaftete Baden-Württemberg 15,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik. Nach Nordrhein-Westfalen und Bayern liegt der Südwesten damit auf Platz 3. Gemeinsam erwirtschaften die drei Länder 54,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.  

Von der guten wirtschaftlichen Lage im Land profitieren auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Summe der Bruttolöhne und -gehälter war 2017 mit 209 Milliarden Euro um 4,3 Prozent höher als noch 2016. Das liegt zum einen an der um 1,8 Prozent gestiegenen Zahl der Menschen mit Beschäftigung. Zum anderen an den höheren Durchschnittsverdiensten. 2017 stiegen die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter um 2,4 Prozent auf 36.790 Euro. Den größten Anstieg verzeichnete dabei mit 3,3 Prozent das Dienstleistungsgewerbe. 

Arbeitsmarkt erfolgreich in den Frühling gestartet

"Unsere Arbeitslosenquote liegt im März bei nur 3,3 Prozent. Fast 22'000 Menschen weniger sind von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr. Das sind außergewöhnlich gute Nachrichten für Baden-Württemberg", sagte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. "Für jede und jeden Einzelnen ist der Weg aus der Arbeitslosigkeit ein wichtiger Schritt zur gesellschaftlichen Teilhabe und zu einer eigenständigen Lebensführung. Dank der guten Arbeitsmarkt- und Wirtschaftssituation, können immer mehr Menschen hierzulande Beschäftigungs- und Entwicklungschancen für sich nutzen", so Hoffmeister-Kraut weiter.

Arbeitslosigkeit bei Ausländern sinkt ebenfalls deutlich  Im März 2018 waren in Baden-Württemberg mit 200.713 Arbeitslosen 9,8 Prozent (21.766 Personen) weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich binnen Jahresfrist von 3,7 Prozent auf 3,3 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die Arbeitslosenquote von Frauen, die im März 2018 bei 3,1 Prozent (Männer 3,4 Prozent) lag. Auch die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer (68.115) ist im Vergleich zum Vorjahr (73.904) um 7,8 Prozent merklich zurückgegangen. Hoffmeister-Kraut bezeichnete dies als "wichtigen Schritt zur Integration".  

Die Ministerin erklärte, sie sehe den künftigen Entwicklungen optimistisch entgegen: "Bei den aktuell äußerst positiven Wirtschaftsprognosen rechne ich damit, dass sich die Arbeitslosigkeit im Jahr 2018 um rund 20'000 Personen verringern und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um mehr als 100'000 Personen erhöhen wird. Damit ist die Vollbeschäftigung in Baden-Württemberg ein erreichbares Ziel."

Die Jugendarbeitslosigkeit ging im März um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 11,8 Prozent zurück. Im März 2018 lag die Quote noch bei 2,9 Prozent. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der HardtIN-Region

"Wir haben die niedrigste in einem März gemessene Arbeitslosenquote und gleichzeitig so viele offene Arbeitsstellen wie zuletzt vor über 20 Jahren. Dies zeigt, wie stabil der lokale Arbeitsmarkt ist und verdeutlicht, dass unsere Region sehr gut aufgestellt ist", erläutert Benjamin Gondro, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt.

"Um die vielen offenen Stellen dauerhaft zu besetzen, werden wir in den kommenden Monaten dafür sorgen, die Abgangschancen aus der Arbeitslosigkeit noch weiter zu erhöhen. Es ist unser Ziel, die Zahl der arbeitslosen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Langzeitarbeitslose durch gezielte Qualifizierung zu senken. Dadurch erhöht sich ihre Chance, von dem positiven Arbeitsmarkt zu profitieren."  

Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung führt zu sinkenden Arbeitslosenzahlen, davon haben in den vergangenen Jahren auch Langzeitarbeitslose profitiert. Ihre Zahl hat sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt in den letzten zehn Jahren halbiert.  

"Wir dürfen keinen Menschen zurücklassen. Durch intensive Betreuung und mit unseren Qualifikations- und Integrationsstrategien möchten wir nachhaltige Chancen für Langzeitarbeitslose schaffen. Denn auch sie können einen Beitrag zum vorhandenen Arbeitskräftebedarf leisten. Gerade deshalb lassen wir in unseren Bemühungen nicht nach, diesen Personenkreis zurück in den Arbeitsmarkt zu integrieren", betont Benjamin Gondro.  

Im März waren im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt 19.273 Männer und Frauen ohne Arbeit, 1.917 weniger als im Vorjahresvergleich und 634 weniger als im Februar. Dadurch verringerte sich die Arbeitslosenquote um einen Zehntelprozentpunkt. Mit aktuell 3,4 Prozent liegt sie 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.  Im März konnten 6.605 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden.

Gleichzeitig mussten sich 5.973 Frauen und Männer neu arbeitslos melden.  Im Gegensatz zum Vormonat, hat die Arbeitskräftenachfrage etwas nachgelassen, bleibt jedoch auf sehr hohem Niveau. So haben die Personalverantwortlichen in den Unternehmen dem Arbeitgeberservice im vergangenen Monat 2.517 neue Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Das derzeitige Gesamtangebot liegt bei 8.975 offenen Stellen

(Quelle: WM.bw/HIN)