Sorge wegen Konflikten

Erstellt: Freitag, 14. Juli 2017

Bühl (pr). Auch die zweite Bürger-Infoveranstaltung zum Bau eines neuen städtischen Wohngebäudes in der Bergermühlsiedlung verlief nicht frei von Emotionen. Zum Ende hin kristallisierten sich am Mittwoch im sehr gut besuchten Schüttekeller indes einige Lösungsansätze mit Blick auf die Anliegen der Bürger heraus: Oberbürgermeister Hubert Schnurr sagte zu, bestimmte Aspekte in die weitere Planung einzubeziehen. Mit Blick auf Spielgeräte für die Kinder und „Schulung“ der Familien aus anderen Kulturkreisen hinsichtlich der in Deutschland üblichen Ruhezeiten und des Verkehrsverhaltens. 

Ein Gemeinschaftsraum innerhalb des Areals und eine Entzerrung der Parksituation in der Benderstraße werden den Bürgerwünschen folgend nun priorisiert.  Schwerpunkt des Info-Abends lag offiziell auf der Raumaufteilung im Außenbereich der Siedlung. Schnurr verdeutlichte, die Stadt wolle das Vorhaben so integrieren, dass es sich „verträglich mit der Nachbarschaft“ darstelle; man habe sich erneut intensiv Gedanken gemacht und Anregungen der Bürger bereits aufgenommen.

Dies spiegele sich auch in den „Ruhebereichen“ gen Mühlbach- und Benderstraße. Fachbereichsleiter Wolfgang Eller ging ins Detail: Er skizzierte etwa die in der Planung neu angeordneten Stellplätze und einen Spiel- und Aufenthaltsbereich innerhalb des Areals (man einigte sich auf den Begriff „Hofsituation“) sowie die vorgesehenen Einzelgärten.

Die Pkw-Stellplätze hinter der Firma UHU entfielen, der Durchgang zum angrenzenden Supermarkt bleibe erhalten. Bis auf wenige, auf offensichtlicher Unkenntnis basierende Ausnahmen – ein Bürger rückte beispielsweise nicht von der Behauptung ab, es handele sich um ein neu entstehendes „Flüchtlingsheim“ -, war das Gros der Anmerkungen der Bürger durchaus nachvollziehbar.

Besorgt zeigten sie sich wiederholt über die Verkehrssituation: Bereits jetzt nutzten ausländische Kinder die Benderstraße als Rennstrecke; Unfälle seien nur eine Frage der Zeit. Die Stadt setzt hier wie auch bei der Einhaltung von Ruhezeiten laut Fachbereichsleiter Martin Bürkle auf Gespräche mit den neuen Anwohnern, die auch durch den Unterstützerkreis intensiv betreut werden sollen (Bürgermeister Wolfgang Jokerst berichtete von ähnlichen Problemen bei Gemeinschaftsunterkünften, die man auf diese Weise gelöst habe).

Schnurr verwies zudem auf eine zu erwartende Normalisierung des Alltags, sobald der Nachwuchs Kindergärten und Schulen besuche. Man kenne die künftigen Bewohner, versicherte Bürkle, und werde bei der Belegung darauf achten, nicht nur Familien mit Kleinkindern in den insgesamt zehn Wohnungen unterzubringen.  Auf Kritik am absoluten Halteverbot in der Benderstraße, das die Stadt aufgrund von Behinderungen der Feuerwehrdurchfahrt verhängt hatte, sagte Schnurr, man werde prüfen, ob der begrünte Seitenstreifen erneut als „Schrammbord“ zum Parken dienen könne.

„Das hängt von der Belastbarkeit der Kanäle darunter ab.“ Der städtische Vorschlag, einen am ersten Info-Abend angeregten Gemeinschaftsraum für die neuen Bewohner nicht im Areal, sondern in der Innenstadt einzurichten, stieß auf Ablehnung. Schnurr reagierte gelassen: „Wir werden eine Lösung finden.“ Der Hinweis auf schnelle Motorrollerfahrer auf der Abkürzungsstrecke zum Supermarkt wurde von den städtischen Vertretern sehr ernst genommen; hier fand der Vorschlag eines Bürgers, in einem verengten Bereich Bügel anzubringen, um die Fahrer zum Absteigen (oder Meiden der Strecke) zu veranlassen, allseits Anklang. „Mitnehmen“ wird die Stadt auch die Anregung, das Tempo in der Benderstraße auf 20 km/h zu reduzieren.

(Quelle: StVwBH/HIN)