Neubau für Flüchtlinge

Erstellt: Dienstag, 18. Juli 2017

Rastatt | Niederbühl (proh). Mit der Weiherstraße in Niederbühl wird nach dem Bittlerweg in Rastatt nun ein weiterer dezentraler Standort für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen bebaut. Startschuss für den Bau des dreigeschossigen Gebäude mit 21 Einzelzimmern und zwölf Doppelzimmern, das später für die Unterbringung von Obdachlosen genutzt werden soll, ist am kommenden Montag, 17. Juli, mit einem symbolischen Spatenstich. Mit der Planung des Gebäudes hatte der Gemeinderat im April 2016 das Rastatter Architekturbüro Donnig+Unterstab und Partner beauftragt.

Am 19.12.2016 wurde dem Gemeinderat das Konzept und die Planung zum Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen mit anschließender Folgenutzung als Obdachlosenunterkunft am Standort Weiherstraße vorgestellt und mit einem Gesamtkostenrahmen von 3.317.000 € inkl. MwSt. genehmigt.

Mit einer Wohnfläche von rund 1.110 Quadratmetern und 21 Einzelzimmern sowie zwölf Doppelzimmern soll der dreigeschossige Neubau in Massivbauweise zunächst Platz für 45 Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung bieten. Im Gebäude werden zudem ein Hausmeister sowie Sozialarbeiter Räume haben. Im Sinne der Nachhaltigkeit soll der Bau in der Folgenutzung als Obdachlosenunterkunft fungieren.

Zum Submissionstermin am 02.05.2017 lagen zwei Angebote vor. Nach rechnerischer und fachlicher Prüfung wurde das wirtschaftlichste Angebot mit einer Angebotssumme in Höhe von 126.334,57 € inkl. MwSt. ermittelt. Die Kostenberechnung des Architekten liegt bei 92.344 inkl. MwSt. Die deutlich über der Kostenerwartung liegende günstigste Angebotssumme muss auf die derzeit vorliegende gute Konjunkturlage der Bauwirtschaft zurückgeführt werden. Dies ist auch erkennbar an der geringen Beteiligung an der Ausschreibung. Die Stadt erhält Fördergelder aus dem Landesprogramm "Wohnraum für Flüchtlinge" in Höhe von 823.500 Euro.

Spatenstich

"Es wird die Hausnummer 21", verriet Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch am Montag, 17. Juli, beim Spatenstich zur neuen Flüchtlingsunterkunft in der Niederbühler Weiherstraße. 

Neben den beteiligten Unternehmen und städtischen Mitarbeitern dankte Oberbürgermeister Pütsch besonders dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit in Sachen Anschlussunterbringung: "Wir brauchen nachhaltige Lösungen und wir brauchen dezentrale Lösungen für eine gelingende Integration, da sind wir uns alle einig. ... Wie sich die Lage weiter entwickelt, ist schwer zu sagen, aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht."

In der zukünftigen Weiherstraße 21 beginnt die Firma Keller Grundbau aus Renchen noch im Lauf der Woche mit der Verbesserung des inhomogenen Baugrunds am Gewerbekanal. Dieser war im Vorjahr ausführlich geprüft worden. Den Zuschlag für die Architektenleistungen hatte bereits im April 2016 das Rastatter Büro Donnig+Unterstab und Partner bekommen. Den Auftrag für den Rohbau vergab der Gemeinderat am Montagabend, 18. Juli, an die Rastatter Firma Gerike.

Einziehen können die ersten Flüchtlinge voraussichtlich im August 2018. Bisher befinden Flüchtlinge in Rastatt in der Anschlussunterbringung in der Lützowerstraße, der Gartenstraße und in der Alten Schule in Wintersdorf. Die Anschlussunterkunft im Bittlerweg soll im Frühjahr 2018 bezugsfertig sein, die Unterkunft in der Weiherstraße im Sommer 2018.

Chronologie

April 2016:

Der Gemeinderat beschließt den Bau zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen mit Folgenutzung als Obdachlosenunterkunft in der Weiherstraße in Niederbühl. Das Architekturbüro Donnig+Unterstab und Partner erhält den Zuschlag für die Architektenleistungen.

Mai 2016:

Die Stadt stellt einen Förderantrag für das Landesförderprogramm "Wohnraum für Flüchtlinge".

Juni bis August 2016:

Aufgrund vorgefundener inhomogener Bodenverhältnisse lässt die Stadt vom Ingenieurbüro Weber aus Pforzheim umfangreiche Baugrunduntersuchungen durchführen.

Dezember 2016:

Der Gemeinderat stimmt der Entwurfsplanung zu: 21 Einzelzimmer und zwölf Doppelzimmer für die Unterbringung von rund 45 Flüchtlingen.

Januar 2017:

Rodungsarbeiten

Februar 2017:

Der Bauantrag wird eingereicht.
Der Förderantrag der Stadt wird bewilligt. Zuschuss: 823.500 Euro.

Mai 2017:

Der Gemeinderat vergibt den Auftrag zur Verbesserung des Baugrunds an die Firma Keller Grundbau aus Renchen. Auftragssumme: 126.000 Euro.

Juli 2017:

Spatenstich und Baustart in der Weiherstraße

August 2018:

Geplante Fertigstellung

(Quelle: StVwRA/HIN)