... mit dem Radl unterwegs

Erstellt: Montag, 30. April 2018

(Hero). Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein lässt derzeit in Kooperation mit den Landkreisen Rastatt und Karlsruhe sowie den Städten Karlsruhe und Baden-Baden eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung von Radschnellwegen erstellen. Die Studie greift dabei unter anderem die Achse Durmersheim - Bietigheim - Ötigheim - Rastatt - Baden-Baden - Sinzheim - Bühl auf. Im Rahmen dieses Planungsprozesses findet am Montag, 14. Mai 2018 von 17.30 bis 19.30 Uhr eine Bürgerveranstaltung im Landratsamt Rastatt statt.

In allen Landesteilen besteht großes Interesse am Bau von Radwegen. Insbesondere in Ballungsräumen erlebt die Mobilität auf zwei Rädern eine dynamische Entwicklung. Aber auch in größeren Stadtregionen sind entsprechende Trends erkennbar. Radschnellwege, Fahrradverleihsysteme, Pedelecs oder Bike+Ride-Anlagen an Bahnstationen bieten neue Anreize und Perspektiven für die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder in die Freizeit. Radschnellwege können dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Am 12. Juni 1817 hatte sich der Karlsruher Karl Drais mit der Laufmaschine, einer Urform des heutigen Fahrrads, auf eine Tour von seinem Wohnhaus in den Mannheimer Quadraten zum etwa sieben Kilometer entfernten Schwetzinger Relaishaus gewagt. "Diese Jungfernfahrt markiert den Urknall der individuellen Mobilität", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  

"Heute ist das Fahrrad ein Lifestyle-Produkt. Radfahren wird als Tätigkeit betrachtet, die nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend ist und richtig viel Spaß macht. Über Kurzstrecken ist es konkurrenzlos schnell und konkurrenzlos praktisch", sagte der Ministerpräsident. "Das Rad birgt ein großes Potential Luftschadstoffe, Staus, und Lärm deutlich zu reduzieren und die allgemeine Lebensqualität zu verbessern.

Immer mehr Berufstätige in Deutschland fahren weite Strecken zum Arbeitsplatz. Und viele Menschen fahren diese Strecken gerne mit dem Rad, derzeit etwa 11 Prozent. Nicht wenige Pendler radeln dabei zwischen 5 und 15 Kilometern, also auch weitere Strecken. Des Weiteren hat sich die Durchschnittsgeschwindigkeit bei deutschen Radfahrern in den letzten Jahren stetig erhöht, von 15 auf 25 Stundenkilometer. Das liegt unter anderem auch an den immer populärer werdenden Pedelecs.  

Besser ausgebaute Radschnellwege können für noch mehr Rad-Pendler sorgen. Das Radwegenetz wird nach den Worten von Verkehrsminister Winfried Hermann in Baden-Württemberg trotz begrenzter Finanzmittel konsequent weiter ausgebaut. "Investitionen in Schienen, Straßen und Wasserwege sind sehr wichtig, aber sie können nie und nimmer ein Argument sein, um bei Fahrradwegen zu sparen", sagte Minister Hermann in der Sendung "Länderzeit" des Deutschlandfunks, in der über Radverkehr, Radschnellwege und die Stadt der Zukunft diskutiert wurde.

Auch in Baden-Württemberg werden Schnellwege für Radler gebaut, die möglichst kreuzungsfrei zum Autoverkehr regelmäßig größere Stecken zurücklegen. Ein Beispiel ist die Stadt Freiburg mit einem schon jetzt hohen Anteil von Radfahrern am Gesamtverkehrsaufkommen.  Wichtig sei es aber auch, bestehende Radwege auszubauen und durch Lückenschlüsse zu einem guten Netz zu verbinden. Dadurch könnten die Städte und Gemeinden spürbar vom Autoverkehr entlastet werden. "Land und Kommunen arbeiten hier schon sehr gut zusammen."

Im Interesse umweltschonender Mobilität müsse zugleich der Radverkehr noch stärker mit dem Öffentlichen Personennahverkehr verknüpft werden. "Deshalb unterstützt das Land auch an den S-Bahn-Endhaltestellen sichere Abstellplätze für Fahrräder mit Lademöglichkeiten für Pedelecs", erläuterte Minister Hermann. Durch eine Änderung der Landesbauordnung werde auch die Einrichtung von Fahrradabstellplätzen gefördert.

In richtiger Lage zu den bestehenden ÖPNV-Knotenpunkten, können sich z.B. Radschnellwege zum Rückgrat von intermodalen Verkehrssystemen entwickeln. Neben der Optimierung des Modal Split sprechen Aspekte wie Klima- schutz, Kostenersparnis und Lebensqualität für Investitionen für diese neue Form der Verkehrsinfrastruktur.

Für 29 mögliche Strecken haben 13 Landkreise und Regionalverbände ihr Interesse angemeldet. Zur Förderung der Machbarkeitsstudien stellt das Verkehrsministerium rund 1,2 Millionen Euro bereit.  In allen Landesteilen besteht großes Interesse am Bau von Radschnellverbindungen. Auf wichtigen Pendlerachsen könnte damit ein Teil des Auto-Verkehrs auf das umwelt- und klimafreundliche Fahrrad verlagert werden. Zudem könnte die Situation auf überlasteten Zugverbindungen entschärft werden.

"Charakteristisch für Radschnellwege ist, dass auch das Kreuzen anderer Verkehrswege schnell geht - durch Brücken, Tunnel oder durch Vorrang für Radfahrer. Radschnellwege sind auf viele Radlerinnen und Radler ausgelegt und daher breiter (4 bis 6 Meter). Radschnellverbindungen ersetzen nicht ein feingliedriges Radverkehrsnetz, aber für Strecken mit vielen Pendlern sind sie das Mittel der Wahl", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Für 29 mögliche Strecken haben 13 Landkreise und Regionalverbände ihr Interesse angemeldet. 1,2 Millionen Euro zur Förderung von Machbarkeitsstudien für 29 Projekte bereit. 

"Mit den vom Landtag bewilligten Mitteln können wir einen wichtigen Beitrag leisten, um Potentiale und Realisierbarkeit nicht nur in den Ballungsräumen zu klären", ergänzte der Verkehrsminister. Zur Förderung der Machbarkeitsstudien stellt das Verkehrsministerium rund 1,2 Millionen Euro bereit. Das Land bezuschusst die Studien für Radschnellverbindungen zu 80 Prozent.  

Die ersten vier Untersuchungen im Auftrag des Regionalverbands Südlicher Oberrhein im Raum Freiburg und Raum Offenburg wurden bereits bewilligt. Ob alle 29 oder sogar noch weitere Machbarkeitsstudien gefördert werden können, wird nach Vorlage der weiteren Förderanträge durch die Regierungspräsidien geprüft werden.

Wichtig ist, dass es sich bei den Strecken um potenziell wichtige Verbindungen handelt, bei denen viel Radverkehr zu erwarten ist. Auch müssen gewisse Standards für die Machbarkeitsstudien eingehalten werden. Für die Planung und den Bau von Radschnellverbindungen hat der Landtag im Haushalt 3 Millionen Euro für 2017 bereitgestellt. Noch in diesem Jahr plant auch der Bund, den Ländern zur Förderung von Radschnellverbindungen jährlich 25 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.  

Parallel zur Förderung der Machbarkeitsstudien wird daher vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg aktuell eine landesweite Potenzialanalyse zu Radschnellverbindungen durchgeführt. Damit werden die wichtigsten Radschnellverbindungen identifiziert sowie Qualitätsstandards ausgearbeitet.

Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein lässt derzeit in Kooperation mit den Landkreisen Rastatt und Karlsruhe sowie den Städten Karlsruhe und Baden-Baden eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung von Radschnellwegen erstellen. Die Studie greift dabei unter anderem die Achse Durmersheim - Bietigheim - Ötigheim - Rastatt - Baden-Baden - Sinzheim - Bühl auf.

Im Rahmen dieses Planungsprozesses findet am Montag, 14. Mai 2018 von 17.30 bis 19.30 Uhr eine Bürgerveranstaltung im Landratsamt Rastatt statt. Dort wird der Regionalverband zusammen mit den Stadt- und Landkreisen sowie dem Gutachter das bisherige Vorgehen und erste mögliche Trassenführungen vorstellen. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, Ideen und Anregungen einzubringen.

Im Koalitionsvertrag erkennt die Landesregierung die große Bedeutung von Radschnellverbindungen insbesondere vor dem Hintergrund der rasanten Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes an. Auch in der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg ist das Thema Radschnellwege als wichtiger Baustein zur künftigen Ausrichtung der Radverkehrsinfrastruktur verankert. Es ist dort unter anderem das Ziel enthalten, dass bis 2025 zehn Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg realisiert werden. 

Minister Hermann erläuterte: "Mit der landesweiten Potenzialanalyse und den Machbarkeitsstudien möchten wir die Planungen zu Radschnellverbindungen zügig vorantreiben, damit wir anschließend auch schnell in die Umsetzung kommen, um von den Bundesmitteln zu profitieren." In der HardtIN-Region wären dies die Strecken

(1) Pfinztal | Karlsruhe [Bezirksgrenze] | Wörth

(2) Ettlingen | Karlsruhe | Stutensee | Bruchsal

(3) Leopoldshafen | Karlsruhe | Rastatt | Baden-Oos | Bühl [Bezirksgrenze]

Die Radverkehrsstrategie Baden-Württemberg (RadSTRATEGIE) ist die konzeptionelle und strategische Grundlage für die Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg in den nächsten Jahren. Das Ziel ist klar: Der Radverkehrsanteil soll steigen, bis 2020 auf 16 Prozent und bis 2030 auf 20 Prozent. Mit der RadSTRATEGIE wird der Weg aufgezeigt, wie Baden-Württemberg durch systematische Radverkehrsförderung zu einem fahrradfreundlichen Land werden kann.

* siehe auch:

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(Quelle: VM.bw/HIN)