Tag des Opferschutzes

Erstellt: Mittwoch, 21. November 2018

(Hero). Alljährlich erinnert die Polizei am Totensonntag im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an ihre Kolleginnen und Kollegen, die bei der Ausübung ihres Polizeiberufs durch Gewalt oder Unfälle ums Leben gekommen sind. Innenminister Thomas Strobl betonte die Bedeutung der Polizeibeamten als unverzichtbare Garanten für die Sicherheit der Menschen: "Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sind unverzichtbare Garanten für die Sicherheit der Menschen in unserer Gesellschaft. Sie treten jeden Tag dafür ein, dass wir alle in unserem demokratischen und rechtsstaatlichen Land sicher leben können."

Oft genug setzen Polizeibeamte ihre Gesundheit oder gar ihr Leben ein. Viele Menschen honorieren dieses außergewöhnliche Engagement. Leider gibt es aber auch diejenigen, die Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit behindern, bedrohen, angreifen oder gar verletzen. Dagegen stellen wir uns ganz entschieden", sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl beim 4. Landesweiten Tag des Opferschutzes.

Der Fokus beim 4. Landesweiten Tag des Opferschutzes am 21. November 2018 liegt auf dem Thema: "Wenn Helfer zu Opfern werden – Gewalt gegen Polizeibeamte."  Bereits zum zweiten Mal wurde der Landesweite Tag des Opferschutzes durch das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration veranstaltet: Es ist eine Veranstaltung, die regelmäßig wichtige Impulse für den Opferschutz gibt. Dafür steht die enge Kooperation und Vernetzung aller Akteure im Opferschutz.

Unter den mehr als 170 Teilnehmern sind neben hochrangigen Vertretern des Innen-, Justiz- und Sozialministerium auch eine Vielzahl von Experten aus der Beratung, von Opferhilfeorganisationen und Fachberatungsstellen. Neben informativen Vorträgen werden emotionale Einblicke in die Erfahrungen von vier Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten gewährt, die im Dienst Opfer von Gewalt wurden. Umrahmt wird die Veranstaltung durch die Ausstellung "Opfer." des Opferhilfevereins WEISSER RING e.V. und vielfältigen Informationsständen verschiedener Opferschutzorganisationen und Akteuren.  

"Es ist mir unverändert ein besonderes persönliches Anliegen, diese Thematik nachhaltig im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu verankern. Leider ist die Entwicklung der Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte nach wie vor bedenklich. Nach einem geringen Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2017, um 1,5 Prozent auf 4.330 Fälle, ist für das Jahr 2018 tendenziell ein erneuter Anstieg erkennbar. Daher müssen wir unseren Polizistinnen und Polizisten mehr denn je den Rücken stärken, denn in jeder Uniform steckt auch ein Mensch", so Innenminister Thomas Strobl.

"Der Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten hat bei mir eine besondere Priorität. Aus diesem Grund haben wir bereits Ende 2016 die rechtliche Grundlage für den Einsatz der Bodycam im Polizeigesetz geschaffen und nach einem aufwendigen Vergabeverfahren nun die Voraussetzungen dafür, dass zunächst das Polizeipräsidium Stuttgart mit Bodycamsystemen ausgerüstet und danach auch die Einführung bei den restlichen Polizeipräsidien erfolgen wird. So wird am Ende jeder Streifendienst eines Polizeireviers mit Bodycamsystemen ausgerüstet sein", so der Innenminister weiter.

Bereits seit Jahren stehen den operativ tätigen Beamtinnen und -beamten in Baden-Württemberg persönlich zugeteilte ballistische Schutzwesten zur Verfügung. Des Weiteren wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft umfangreich in Schutzausstattungen zum Schutz der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten gegen Schläge, Tritte, den Bewurf mit Gegenständen oder aber zum Schutz gegen Langwaffen investiert, um so bei gewalttätigen Einsätzen einen individuellen Schutz zu gewährleisten.

"Unsere Polizistinnen und Polizisten halten oft genug für uns alle und für unsere Sicherheit den Kopf hin – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb ist es mir ein wichtiger Punkt: Wir sind in Sachen Schmerzensgeld dabei, die bundesweit polizeifreundlichste Lösung auf den Weg zu bringen. Es ist schlimm genug, wenn eine Polizistin oder ein Polizist im Dienst verletzt wird; deshalb war es mir ganz persönlich ein wichtiges Anliegen, ein unkompliziertes Verfahren zur Regulierung von Schmerzensgeldansprüchen zu schaffen. Wir bringen einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Landtag ein, der künftig dafür sorgen wird, dass im Dienst durch eine Gewalttat geschädigte Beamtinnen und Beamte das Schmerzensgeld von ihrem Dienstherrn erhalten könnten", erklärte Innenminister Thomas Strobl.

Gedenkfeier für im Dienst verstorbene Polizeibeamte

Alljährlich erinnert die Polizei Baden-Württemberg am Totensonntag im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an ihre Kolleginnen und Kollegen, die bei der Ausübung ihres Polizeiberufs durch Gewalt oder Unfälle ums Leben gekommen sind. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind dies 84 Menschen, deren Namen zur Erinnerung auf einer Glasstele des Künstlers Raphael Seitz verewigt wurden. Diese ist Bestandteil der Veranstaltung und wird als sichtbares Zeichen zur Erinnerung und Mahnung ausgestellt.  

"Unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten arbeiten jeden Tag daran, unser Leben zu schützen und unsere Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten. Dafür nehmen sie immer auch ein persönliches Risiko für Leib und Leben in Kauf. Das müssen wir uns als Gesellschaft immer wieder bewusst machen. Es gibt nur wenige Menschen, die das Gebot der Nächstenliebe derart konsequent befolgen und die sogar bereit sind, ihr eigenes Leben dafür aufs Spiel zu setzen. Leider bezahlen tatsächlich Kolleginnen und Kollegen diesen Einsatz mit ihrem Leben – ihrer gedenken wir besonders", so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

Die diesjährige Veranstaltung findet am Sonntag, dem 25. November 2018, um 15:00 Uhr im Deutschordensmünster St. Peter und Paul in Heilbronn statt. Neben der Ansprache von Innenminister Thomas Strobl wird die liturgische Handlung von Landespolizeipfarrer Bernhard Goetz und Landespolizeidekan Bernhard Metz gestaltet und musikalisch durch das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg umrahmt.

Neben den Angehörigen der Verstorbenen werden bei der Gedenkfeier auch zahlreiche politische Vertreter aus Bundes- und Landtag sowie Angehörige der Polizei aus dem ganzen Land erwartet. Herzlich willkommen bei dieser öffentlichen Veranstaltung sind auch alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Verbundenheit mit den Opfern zum Ausdruck bringen möchten.  

"Diese jährliche Gedenkveranstaltung ist für die Angehörigen der Opfer, aber auch für alle in der Polizeifamilie und auch für mich ganz persönlich etwas ganz Besonderes. Mir ist es wichtig, den Angehörigen der Opfer zu vermitteln, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Wir alle trauern mit ihnen um den Verlust ihrer Lieben und gedenken der Opfer, die eine große Lücke hinterlassen habe. Wir stehen in dieser Stunde besonders an der Seite unser Polizistinnen und Polizisten – felsenfest, unmissverständlich, unverbrüchlich", so Strobl.

(Quelle: IM.bw/HIN)