Toni Huber als Landrat?

Erstellt: Donnerstag, 02. August 2018

Rastatt (proh). Der Weisenbacher Bürgermeister und Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rastatter Kreistag Toni Huber will Landrat von Rastatt werden. Wie er und seine Fraktion gemeinsam mitteilten, wird sich Huber um die Nachfolge von Landrat Jürgen Bäuerle bewerben. Dazu habe er sich "nach reiflicher Überlegung und vielen Ge­sprächen mit Kolleginnen und Kollegen des Kreistages" entschlossen. Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützt die Kandidatur des Weisenbacher Bürgermeisters einstimmig. 

Huber ist überzeugt, dass er mit seiner lang­jährigen Erfahrung als Bürgermeister, seinem Engagement in vielen kommunal­politischen Gremien, seiner hohen Identifikation mit dem Landkreis und der mittel­badischen Region sowie seinem "breitgefächerten Fachwissen für das Amt des Landrats beste Voraussetzungen" besitze.

Landrat Jürgen Bäuerle geht Ende April 2019 vorzeitig in den Ruhestand. "Mit 65 Jahren ist es nach 48 Berufsjahren Zeit, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen." Von 1992 bis 2005 war er Bürgermeister der Gemeinde Bühlertal, seit dem 1. Juli 2005 Landrat des Landkreises Rastatt. Am 14. Mai 2013 wurde er vom Kreistag mit 60 von 63 abgegebenen Stimmen als Landrat zu seiner zweiten Amtszeit für weitere acht Jahre bis 2021 bestätigt. Sein Nachfolger soll am 12. März 2019 gewählt werden. 

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht.

Huber beschäftigt sich seit 25 Jahren als Kreisrat mit den Aufgaben des Landkreises. Dabei ist ihm nach eigener Aussage "eine flächendeckend gute Versorgung", des Land­kreises wichtig, unter anderem in den Bereichen Schulen, Kliniken und Pflegeheime, ÖPNV, Straßen- und Radwegebau oder Breitbandausbau. Daneben bezeichnet Huber die Weiterentwicklung der Städte und Ge­meinden im Landkreis Rastatt als eine "Herzensangelegenheit".

Aus Sicht des stellvertretenden Fraktionsvor­sitzenden, Kreisrat Andreas Merkel, ist Toni Huber ein Be­werber, "der durch seine hohe fach­liche Kompetenz auf allen Feldern der Kommunalpolitik", aber auch durch sein aus­gleichendes Wesen überzeugt. Mit ihm stelle sich ein langjähriger Kreisrat zur Wahl, dessen Arbeit weit über die Grenzen seiner eigenen Fraktion hinaus geschätzt und an­erkannt werde.

Fraktionschef der Grüne, Manuel Hummel, macht hingegen deutlich, dass die Grünen keine Veranlassung sehen würden, einen CDU-Kandidaten zu unterstützen. Sollte sich ein Gegenkandidat finden, der eine Mehrheit erringen könnte, wären sie durchaus bereit, diesen zu unterstützen: "Es gibt im Kreistag durchaus eine Mehrheit ohne CDU", so Hummel.

Bei den SPD-Fraktionsmitgliedern hätte bisher niemand Ambitionen gezeigt, für das Amt des Landrats anzutreten. Man sei aber offen und werde die Sommerferien nutzen, "um sich Gedanken zu machen", erklärt SPD-Fraktionschef Jonas Weber; und auch die Freien Wähler wollen sich erst "Ende der Sommerferien äußern", so der FW-Fraktionsvorsitzende und Kreisrat Karsten Mußler.

Huber ist in Forst im Landkreis Karlsruhe aufgewachsen. Nach seinem Studium war er unter anderem als Hauptamtsleiter im Rathaus seiner Heimat­ge­meinde tätig, bevor er 1993 mit 29 Jahren zum Bürger­meister der Gemeinde Weisenbach gewählt wurde. Seit 1994 gehört er dem Kreistag des Landkreises Rastatt an und ist seit 2005 Fraktions­vor­sitzender der CDU Kreistagsfraktion. Daneben ist er dem Aufsichtsratsmitglied des Karlsruher Verkehrsverbunds und des Klinikums Mittelbaden.

(Quelle: /HIN)