Lebenshilfe und Josefs

Erstellt: Dienstag, 15. Mai 2018

Gaggenau (proh). Seit einem halben Jahrhundert vertritt die Lebenshilfe e.V. Rastatt/Murgtal die Interessen von Menschen mit Behinderungen aller Altersgruppen und setzt sich für deren Wohl und Rechte ein. "Und weil man dieses Engagement nicht oft genug loben und hervorheben kann, bin ich heute sehr gerne erneut zu Gast in den Werkstätten der Lebenshilfe in Gaggenau", sagte Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek bei ihrem Besuch im Pionierweg. "Menschen mit Behinderungen stießen in ihrem Alltag nicht nur an Barrieren in den Köpfen ihrer Mitmenschen, sondern auch ganz real an Treppen und Bahnsteigkanten."

  Empfangen wurde die SPD-Abgeordnete von Herrn Bleier, dem Geschäftsführer der Kreisvereinigung Rastatt/Murgtal, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Beschäftigten der Lebenshilfe e. V. In einem Rundgang durchs Haus bekam Gabriele Katzmarek einen hautnahen Eindruck von der Arbeit in den Werkstätten – und legte unter Anleitung der Beschäftigten auch selbst kurz Hand an der Werkbank an.

"Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird, sowohl am Werkzeug, als auch in der Betreuung. Eine Gesellschaft sollte immer danach beurteilt werden, wie sie Menschen integriert, die mit besonderen Lebensumständen umzugehen haben. Hier bei der Lebenshilfe ist diese Gesellschaft in bester Ordnung", so Katzmarek. Allerdings sehe das in Deutschland leider nicht überall so aus, betonte sie weiter.

"Mit dem Bundesteilhabegesetz haben wir zwar einen ersten Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gemacht. Der reicht aber bei weitem noch nicht aus. Im neuen Koalitionsvertrag haben wir deshalb vereinbart, dass wir Inklusionsbetriebe stärker fördern werden. Außerdem werden wir die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen genau analysieren und passgenaue Unterstützungsangebote entwickeln", erklärte Katzmarek.  

Am Nachmittag nahm die SPD-Abgeordnete an einer Veranstaltung am inklusiven Josefs-Treff in der Gaggenauer Hauptstraße teil. "Hinter dem Josefs-Treff steht die Idee Menschen aller Couleur zusammenzubringen. Er schafft Begegnungsräume mitten in der Stadt, wo Menschen auch wirklich unterwegs sind. Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung können uns dabei helfen, bisher ungeahnte Teilhabechancen insbesondere für sinnesbehinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen zu entwickeln. Das ist toll! Einrichtungen wie diese sollte es in allen Gemeinden und Städten geben", so Gabriele Katzmarek abschließend.

(Quelle: StVwBAD/HIN)