Tipps für die 'Saukälte'

Erstellt: Dienstag, 27. Februar 2018

(joER). Kältewelle zieht durch Baden-Württemberg: Erwartet werden teils zweistellige Minusgrade. Trotz Sonnenschein und blauem Himmel ist es knackig kalt. "Die Sonne täuscht leicht über die Saukälte. Spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, die langen Unterhosen rauszuholen. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung – aber in den kommenden Tagen wird es bei uns wirklich bitterkalt", sagt Innenminister Thomas Strobl. "Machen Sie sich gefasst, bereiten Sie sich auf die Kälte vor."

Elektrische Heizdecken, aber auch der Partner sind das Mittel der Wahl gegen kalte Füße. Das ist das Ergebnis einer Umfrage bei 10'000 Menschen, die E.ON und Kantar EMNID gemeinsam in zehn europäischen Ländern durchgeführt haben. Die Ergebnisse sind Teil der Studie "Wohnen in Europa 2018".

Über alle Länder hinweg liegt der Partner als Wärmequelle mit einer Zustimmung von 30 Prozent ganz knapp vor elektrischen Hilfsmitteln wie Heizkissen oder Heizdecken mit 29 Prozent.

Mit Blick auf die einzelnen Länder zeigen sich allerdings große Unterschiede: So werden mit 44 Prozent fast die Hälfte der rumänischen kalten Füße am Partner aufgewärmt, im – gewöhnlich deutlich kälteren – Schweden sind es hingegen nur 19 Prozent.  Bei den Deutschen schlägt die gute alte Wärmflasche sowohl menschliche als auch elektrische Wärme. 28 Prozent nutzen sie, um warm zu werden, der Partner landet mit 23 Prozent nur auf Platz Zwei.

Heizkissen und Heizdecke belegen mit 19 Prozent den dritten Platz. Noch weniger Technikeinsatz beim Aufwärmen gibt es nur in Frankreich, mit 17 Prozent. Denn Kuscheln liegt im Land mit der Stadt der Liebe mittendrin – wie zu erwarten war – weit vorne, mit 36 Prozent.  Nicht ermittelt wurde, wie Partner mit dem Kälteschock umgehen, wenn ein eisiger Fuß auf deren warme Haut trifft, und ob sie sich beispielsweise mit Kühlpacks rächen, die dann auf der anderen Seite des Sofas oder Bettes landen. Es bleiben also noch Fragen für weitere Umfragen offen.

Hier zwölf heiße Tipps, damit Sie sicher durch die Kälte kommen:

  1. Informieren Sie sich regelmäßig über die aktuelle Wetterlage.
  2. Achten Sie auf Ihre Mitmenschen. Wenn Sie Erfrierungsgefahr erkennen, wenden Sie sich bitte an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung oder die nächste Polizeidienststelle. Bei akuter Lebensgefahr und akuten gesundheitlichen Gefährdungen hilft der Notruf 112. Den Kältebus Stuttgart erreichen Sie unter 0711/21954776.
  3. Seien Sie im Straßenverkehr besonders vorsichtig. Auch bei grundsätzlich trockener Witterung kann es vereinzelt vereiste und glatte Stellen geben, die für Gefahr sorgen – egal, ob Sie mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind.
  4. Denken Sie auch an Ihre Haustiere, die sich üblicherweise im Freien aufhalten. Bringen Sie sie während der extremen Frostperiode bei Bedarf in kältegeschützten Räumen oder Ställen unter.
  5. Denken Sie an Ihre Hausinstallationen: Außenleitungen sind besonders gefährdet. Insbesondere in Altbauten müssen bei hohen Minusgraden Wasserleitungen und Heizungsrohre vor dem Zufrieren geschützt werden. Kellerfenster sollten geschlossen sein, gegebenenfalls sollten Flure oder Treppenhäuser geheizt werden.
  6. Nutzen Sie zum Auftauen eingefrorener Leitungen in keinem Fall offenes Feuer, zum Beispiel Gasbrenner. Durch das offene Feuer besteht Brandgefahr. Außerdem ist durch das schnelle Erhitzen ist die Gefahr groß, dass die Wasserleitung platzt. Zum Auftauen eignen sich in heißes Wasser getauchte Lappen, Haartrockner oder Heizlüfter.
  7. Vorsicht beim Betreten von Eisflächen. Trotz der Minustemperaturen können Eisflächen dünn und brüchig sein. Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Achten Sie auf Verbotsschilder und informieren Sie sich über freigegebene Gewässer.
  8. Benutzen Sie Holzkohlegrills oder ähnliche Geräte niemals als Wärmequelle in geschlossenen Räumen. Durch das austretende, farb- und geruchslose Kohlenmonoxid besteht akute Vergiftungsgefahr mit tödlicher Folge.
  9. Achten Sie bei der Auswahl von Heizgeräten darauf, dass diese für den Betrieb in Innenräumen zugelassen sind. Lesen Sie in jedem Fall vor Inbetriebnahme eines Heizgerätes die beigefügte Bedienungsanleitung sorgfältig durch und beachten Sie die Sicherheitshinweise.
  10. Feuerungsanlagen wie Kaminöfen dürfen nur in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirksschornsteinfegermeister die Brandsicherheit und die sichere Abgasführung bescheinigt hat.
  11. Betreiben Sie Heizdecken und -kissen sowie Heizlüfter und ähnliche Geräte nie unbeaufsichtigt und schalten Sie sie vor dem Schlafen aus. Abgeknickte Kabel im Inneren der Decken und Kissen oder ein Wärmestau infolge von Überhitzung sind immer wieder Ursache für Brände. Generell gilt: Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten auf das CE-Zeichen und das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.
  12. Nutzen Sie keine Mehrfachsteckdosen zum Betrieb von Heizlüftern oder ähnlichen Geräten. Durch eine Überlastung der Mehrfachsteckdosen kann Wärme entstehen, die schließlich einen Brand auslösen kann. Sofern Sie Kabeltrommeln einsetzen, rollen Sie diese komplett ab. Andernfalls besteht auch hier Brandgefahr durch zu starke Erwärmung der elektrischen Leitung.

Anlässlich der derzeit herrschenden extremen Minustemperaturen appellierte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha an alle Bürgerinnen und Bürger, noch aufmerksamer zu sein und bei obdachlosen Menschen in Not nicht wegzuschauen.

"Bei winterlichen Kälteeinbrüchen sind obdachlose Menschen großen Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Bei den derzeitigen Temperaturen draußen zu übernachteten kann lebensbedrohlich sein. Alle Bürgerinnen und Bürger können hier helfen und möglicherweise sogar Leben retten. In Baden-Württemberg muss niemand auf der Straße übernachten. Ein Anruf beim Ordnungsamt oder dem örtlichen Polizeirevier genügt", so Lucha.

An vielen Orten im Land hielten Kommunen und karitative Organisationen mit großem Engagement Aufwärmstuben und Nachtquartiere für wohnungslose Menschen bereit oder organisierten einen Kältebus als aufsuchendes Angebot. Lucha: "Wenn Sie auf hilflose und akut gefährdete Menschen treffen, rufen Sie bitte den Rettungsdienst unter 112 an."

Lucha machte zudem auf die ⇒ Broschüre "Obdachlos? Erfrierungsgefahr?! Eine Handreichung zum Erfrierungsschutz von Wohnungslosen in Baden-Württemberg" aufmerksam, die Kommunen und Einrichtungen über Hilfsangebote für Wohnungslose informiert. Diese erläutert die rechtliche Situation und die Zuständigkeiten in Baden-Württemberg.

Zusätzlich stehen ⇒ Vorlagen für Plakate oder Informationskarten zur Verfügung, mit denen obdachlose Menschen, aber auch die Öffentlichkeit auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden können. Die Arbeitshilfe für Unterstützungsangebote für Obdachlose wurde gemeinsam von den Kommunalen Landesverbänden, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg erarbeitet.

(Quelle: IM.de/HIN)