Whittaker nicht tragbar?

Erstellt: Freitag, 09. Februar 2018

Rastatt | Baden-Baden (proh). Junge Union Rastatt zu Recht schockiert über Menschenbild und Tonfall des örtlichen CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker: In seiner neuesten Entgleisung bezeichnete der Rastatter Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker (CDU) über Twitter Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel als das “selbstmitleidende Suhlen von gestandenen Leuten wie Säue im Dreck” und fühlte sich von diesen Kritikern an “ein trotziges Kind das beleidigt aufstampft” erinnert.

In einer Pressemitteilung zeigte sich die Junge Union Rastatt zutiefst schockiert über die Wortwahl und das damit verbundene Menschenbild ihres eigenen Bundestagsabgeordneten. Seine Äußerungen zeugen, so die Junge Union weiter, nicht nur von mangelndem Respekt gegenüber eigenen Parteimitgliedern, sondern vielmehr seien diese auch eine herablassende und herabwürdigende Beleidigung für alle Bürgerinnen und Bürger, die ihrem Recht auf Meinungsäußerung und Kritik im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Ausdruck verleihen wollen.

Für die Junge Union Rastatt ist diese Entgleisung in besonderer Weise katastrophal, da ihr Bundestagsabgeordneter bereits in den vergangenen Monaten mit ähnlichen Kommentaren negativ aufgefallen war. So berichteten die Rastatter Jungsozialisten (Jusos) bereits im vergangenen Jahr über eine auf Video festgehaltene Entgleisung des Rastatter CDU-Bundestagsabgeordneten während des Armutskongresses vom 27. bis 28. Juni 2017 in Berlin.

Als Gast sagte Whittaker demnach während seines Podium-Auftritts über Kinder aus Familien die von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) leben: “Da gibt es wirklich Kinder, die in Hartz IV-Familien quasi großwerden, die gar nicht wissen, dass man morgens aufstehen muss, einen geregelten Arbeitstag hat.”. Anschließenden Buhrufen im Saal begegnete er mit der Aussage: “Also, ich bin hier jetzt nicht da, um einen Beliebtheitspreis abzuholen. Das weiß ich auch.”

Auch nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche zur Jamaika-Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen äußerte sich Kai Whittaker ebenfalls in kritischer Weise über seine offizielle Facebook-Präsenz zum Ausstieg der FDP aus den Verhandlungen insofern, dass “aus der Freien Demokratischen Partei eine feige deutsche Partei geworden!” sei. Weiterhin fügte er hinzu: “eine solche Partei ist überflüssig im Deutschen Bundestag!”

Für die örtliche Junge Union jedenfalls scheinen die Entgleisungen ihres Bundestagsabgeordneten zunehmend zum Problem zu werden. So verlor Whittaker bereits auf dem vergangenen Landesparteitag im September 2017 eine Kampfkandidatur als Beisitzer im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg und düpierte damit nicht nur seinen eigenen Kreisverband, sondern offenbarte vielmehr auch seine mangelnde Unterstützerschaft in der Landes-CDU.

Auch die neuesten Entgleisungen fanden bereits bundesweit negative Resonanz und breite Empörung in den sozialen Medien. Es bleibt abzuwarten, wie die örtliche CDU, aus deren Reihen bereits vor der vergangenen Bundestagswahl Putschgerüchte gegen Whittaker in Umlauf gerieten, nun auf diese neuesten Vorfälle reagiert. 

(Quelle: JU.ra/HIN)