Integrierte Leitstelle

Erstellt: Donnerstag, 11. Januar 2018

Baden-Baden | LKR Rastatt (proh). Die Integrierte Leitstelle Mittelbaden (ILS) nahm In der Baden-Badener Rettungswache eine weitere wichtige Hürde: Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Landrat Jürgen Bäuerle und der Vorstand des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern, Felix Brenneisen, unterzeichneten die "Trägerschaftsvereinbarung über die Errichtung und den Betrieb einer gemeinsamen Integrierten Leitstelle Mittelbaden" für den Rettungsdienstbereich und die Feuerwehren des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden.

Brenneisen betonte in seiner Begrüßung: "Die Erfolgsgeschichte unserer Leitstelle begann 1970 auf dem Rettungskongress in Göttingen mit der Idee, in Bühl eine DRK-Rettungsleitstelle zu bauen. Die ging 1973 in Betrieb. Sie war die erste ihrer Art, galt als Modell für Baden-Württemberg und wurde schon weit vor der Verabschiedung des Rettungsdienstgesetzes und des Landesrettungsdienstplanes in Betrieb genommen."

Im ersten Betriebsjahr habe die Rettungsleitstelle Mittelbaden laut Brenneisen 16'200 Einsätze abgewickelt, heute koordiniere die ILS 70'000 Einsätze mit 18 Mitarbeitenden von DRK und Feuerwehr. Von diesen 70'000 Einsätzen entfielen 60'000 auf den Rettungsdienst 3'000 auf die Feuerwehr, 6'000 auf den Ärztlichen Notdienst und 1'000 Einsätze auf die Stadtwerke in der Region.  

Mit der Zusammenlegung der DRK-Rettungsleitstelle Mittelbaden und der Leitstelle der Feuerwehr des Landkreises Rastatt im Jahr 2008 wurden die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt, die integrierte Leitstellen im Land verbindlich vorschreiben. Die neue Integrierte Leitstelle Mittelbaden entstand im neuen Rastatter Landratsamt.  Die ILS sei laut Brenneisen für die Abfrage der Notrufnummer 112 und die Disposition und Abwicklung der Einsätze im Landkreis Rastatt sowie in Baden-Baden zuständig und sei damit ein wichtiger Dienstleister die Bürger. 2008 habe es erste Gespräche zwischen DRK, Landkreis und Stadtkreis zur Schaffung einer gemeinsamen ILS gegeben.

Jetzt, nach zehn Jahren, werde die Idee mit der Unterzeichnung der Trägerschaftsvereinbarung Realität. Mit der Betriebsaufnahme sei in zwei Jahren zu rechnen.  "Es waren aber nicht nur viele Gespräche zwischen den Trägern der Integrierten Leitstelle nötig, sondern auch Verhandlungen mit den Kostenträgern", hob Brenneisen hervor: Dafür dankte er besonders Harald Röcker, Vorsitzender des Bereichsausschusses für den Rettungsdienstbereich Mittelbaden, der bei diesen Gesprächen immer die Sache im Vordergrund sah.

Baden-Baden, der Landkreis und der DRK-Kreisverband haben sich auf Rastatt als ILS-Standort geeinigt, wobei die Feuerwehr Baden-Baden neben der ILS eine eigenständige Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ) in der Feuerwache vorhält. Diese wird bei Großschadenslagen im Stadtkreis, im Katastrophenfall oder bei Ausfall der ILS personell besetzt.

"Alles aus einer Hand" sei laut Brenneisen das Motto, das hinter der Idee der Schaffung einer gemeinsamen ILS stehe. Denn durch die Integration von Rettungsdienst und Feuerwehr lasse sich die Anfangsphase der Einsätze erheblich beschleunigen. Sowohl bei Feuerwehr als auch Rettungsdienst zähle jede Sekunde: "Unsere gemeinsame Integrierte Leitstelle Mittelbaden spart im Notfall wichtige, lebensrettende Zeit."

Oberbürgermeisterin Mergen und Landrat Bäuerle hoben in ihren Reden die Bedeutung der gemeinsamen Leitstelle hervor. Auch sie symbolisiere die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreis.  Mergen betonte, dass mit der Unterzeichnung ein weiteres neues Kapitel zwischen Landkreis und Stadt aufgeschlagen wurde. Mit der Integrierten Leitstelle können wir künftig noch schneller auf Notfälle reagieren und Einsätze besser untereinander koordinieren. Gut sei, dass die Feuerwehreinsatzzentrale Redundanzleitstelle bleibe.

"Das Klinikum Mittelbaden, die PFC-Problematik, der Hochwasserschutz oder auch der Bücherbus sind bislang Beispiele für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis. Nun zeigt künftig auch die Integrierte Leitstelle, dass wir für unsere zusammen rund 300'000 Bürger sehr gut vorbreitet sind. Ich freue mich auf die Eröffnung im Jahr 2020!", so Mergen. "Im Jahr 2009 haben wir in Rastatt die Integrierte Leitstelle eingerichtet, damals ein erster Meilenstein im mittelbadischen Rettungswesen ", blickt Landrat Jürgen Bäuerle zurück.

"Nachdem die Gremien von Kreis, Stadt und DRK grünes Licht gaben, biegen wir heute im zweiten Schritt auf die Zielgerade ein. Das gesamte Rettungswesen in Mittelbaden in einer gemeinsamen Hand. Da gibt es nur Gewinner, sowohl bei den Menschen, die Hilfe suchen, aber auch bei den Mitarbeitern und Einsatzkräften. Ein gewaltiger Beitrag für die Versorgung der Menschen in der Region. Ich danke für die konstruktiven Gespräche, das partnerschaftliche Einvernehmen, für die Umsetzung und die Finanzierung der 1,8 Millionen teuren Leitstelle."  

Zur Unterzeichnung kamen neben Erstem Landesbeamten Jörg Peter und Sébastien Oser vom Amt für Recht und Ordnung im Landratsamt Bürgermeister Roland Kaiser und Maximilian Lipp vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit der Stadt Baden-Baden. Seitens der Feuerwehren waren Kreisbrandmeister Heiko Schäfer und der Leiter der Feuerwehr Baden-Baden, Martin Buschert, vor Ort. Das DRK war neben Harald Röcker durch die Vertreter des Aufsichtsrats des Kreisverbandes und stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Hoffmann und Bruno Ketterer vertreten. Hinzu kommen Rettungsdienstleiter Bernd Ziegler und der Leiter der ILS, Mike Hauss.

(Quelle: StVwBAD/HIN)