Buslinie zum 'Flieger'

Erstellt: Freitag, 01. September 2017

Rastatt | Rheinmünster (proh). Zum kommenden Fahrplanjahr 2017/18 wird der Baden-Airpark und Rastatt mit einer neuen, schnellen Buslinie verbunden. Hierfür hat das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg Zuschüsse  für drei Jahre bewilligt. Bei der Umsetzung eines landesweiten Stundentakts sieht sich die Landesregierung zunächst bei den überörtlichen Verbindungen mit landesweiter Bedeutung gefragt. Dazu strebt das Ministerium für Verkehr ein Grundnetz mit der Anbindung sämtlicher Mittel- und Unterzentren an.

"Eine moderne und nachhaltige Mobilität braucht passgenaue und hochwertige ÖPNV-Angebote", sagte Winfried Hermann, Minister für Verkehr Baden-Württemberg, am Freitag (01.09.2017). Nicht alle Verbindungen werden mit dem Schienenverkehr abgedeckt. Mittelzentren oft nicht an die Schiene angebunden, ebenso zahlreiche Unterzentren. An manchen Stellen sind zwischen benachbarten Mittelzentren Lücken im Schienennetz, die große Umwege erfordern.

Hier bestehen noch große Aufgaben, um ein zuverlässiges und attraktives landesweites Angebot auszubauen. Daher hat sich das Land entschlossen, den Aufbau eines Netzes von Regiobuslinien zu fördern. Die Regiobuslinien sollen die abseits liegenden Mittel- und Unterzentren an das Schienennetz anbinden sowie Lücken im Schienennetz zwischen benachbarten Ober- und Mittelzentren schließen.

Aufgabenträger für den Busverkehr sind in Baden-Württemberg die Stadt- und Landkreise. Daher wird das Land nicht selbst tätig bei der Umsetzung der Regiobuslinien, sondern beteiligt sich finanziell an solchen neu geschaffenen oder verbesserten Linien, wenn sie den vom Land erstellten Kriterienkatalog erfüllen. Im Jahr 2015 wurde ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt. Nun sind die kommunalen ÖPNV-Aufgabenträger aufgerufen, attraktive Regiobus-Verbindungen zu initiieren. 

Gute und fahrgastfreundliche Anschlüsse zur Schiene einschließlich einer zuverlässigen Anschlusssicherung sind vorgegebene Qualitätskriterien. "Regiobusse schließen gerade im ländlichen Raum eine Angebotslücke", so Hermann. "Unserer Erfahrung nach werden diese Linien von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen und ich freue mich sehr, dass nun in Rastatt eine weitere Linien an den Start geht." Der Zuschuss erfolgt als 50 prozentiger Defizit-Ausgleich aus dem Regiobus-Förderprogramm des Landes. Die anderen 50 Prozent müssen die Landkreise beigesteuern.

Das Landratsamt Rastatt hatte im Juni einen Förderantrag gestellt. Vorausgegangen war eine Beschlussfassung im Kreistagsausschuss für Umwelt, Bau und Planung. Dort waren sich alle Fraktionen einig, dass der prosperierende Baden-Airpark mit jährlich mehr als einer Million Passagieren und 2'500 Arbeitsplätzen eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr und auch an das regionale Schienennetz benötigt. Landrat Jürgen Bäuerle freute sich über die Nachricht aus Stuttgart. Nach der Zusage von Bundes-Fördermitteln für den Breitbandausbau im Landkreis Rastatt vor vier Wochen sei die jetzt vom Land bewilligte Förderung der Buslinie eine weitere frohe Botschaft in diesem Sommer.

"Das sind gute Nachrichten für Rastatt, die Region und die Bürgerinnen und Bürger", so die Abgeordnete des Wahlkreises Rastatt, Sylvia M. Felder MdL. "Wir brauchen diese ÖPNV-Angebote, um die unterschiedlichen Verkehrsträger miteinander optimal zu verknüpfen." Mit der neuen Linie gibt es dann insgesamt elf Linien im Land. Die Erfolgsgeschichte des Förderprogramms setzt sich damit fort. 

Schneller, öfter, länger, komfortabel - Merkmale, die eine Regiobuslinie im Sinne des Landes-Förderprogramms aufweisen muss. Bei den neuen Linien bedeutet dies, dass sie an Wochentagen und am Samstag in der Zeit von 5 Uhr bis 24 Uhr, an Sonntagen von 7 Uhr bis 24 Uhr im Stundentakt verkehrt. Sichere Anbindungen an den Schienenverkehr und fünf Minuten Wartezeit auf verspätete Züge sind gewährleistet. Außerdem weisen Regiobusse erhöhten Komfort für die Fahrgäste (u.a. Klimaanlage, WLAN und USB-Steckdosen) auf.

(Quelle: VM.bw/HIN)