Natura 2000

Erstellt: Freitag, 11. Januar 2019

Bruchsal (proh). Der Natura 2000-Managementplan für das rund 2.600 Hektar große FFH-Gebiet „Kinzig-Murg-Rinne und Kraichgau bei Bruchsal“ ist fertiggestellt. Für die Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ werden im Auftrag der Regierungspräsidien Natura 2000-Managementpläne erstellt. Mit Hilfe dieser Managementpläne soll der Schutz und die Erhaltung der in Natura 2000-Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen und Arten der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutz-Richtlinie umgesetzt werden.

Das Gebiet mit seinen 13 Teilflächen liegt im Übergang der Naturräume Kraichgau und Hardtebene, der für das strukturreiche FFH-Gebiet besonders prägend ist. Durch die unterschiedlichen Naturräume beherbergt das FFH-Gebiet eine Vielzahl an wertvollen Lebensräumen und einen besonderen Artenreichtum. Wie ein Mosaik sind verschiedene Lebensräume miteinander verzahnt und bilden wertvolle Biotope, in denen sich seltene Arten, zum Beispiel die Gelbbauchunke und der Holzkäfer Heldbock wohlfühlen. 

Bei der Erstellung des Managementplans wurden im gesamten Gebiet fünfzehn Lebensraumtypen sowie dreizehn Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) nachgewiesen. Bei den Lebensraumtypen fallen vor allem die Waldlebensraumtypen ins Auge, die mit rund 416 Hektar das FFH-Gebiet prägen. Dazwischen finden sich regional bedeutsame, kalkreiche Magerrasen und blütenbunte Magere Flachland-Mähwiesen.

Die Still- und Fließgewässer im Gebiet bieten Lebensraum für die Fischarten Bitterling und Schlammpeitzger. Im Managementplan werden Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst, die von europäischer Bedeutung sind. In gemeinsamer Abstimmung mit Fachverwaltungen, Gemeinden, Gewässer-, Forst- und Landwirtschaftsvertretern und Naturschützern wurden Ziele und Maßnahmen formuliert, die einen dauerhaften Erhalt und eine weitere Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume und Arten sicherstellen.

Verschiedene Fördermöglichkeiten unterstützen die Bewirtschafter bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen. So kann ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa geleistet werden, der der Verantwortung für naturnahe Lebensräume und deren seltene Bewohner gerecht wird.

(Quelle: RPK/HIN)