Kältebus unterwegs

Erstellt: Mittwoch, 19. Dezember 2018

Karlsruhe (proh). Der DRK Kreisverband Karlsruhe e. V. wird ab dem 07.01.2019 mit einem Kältebus in der Karlsruher Innenstadt und den umliegenden Stadtteilen unterwegs sein. Ein Kältebus ist eine mobile soziale Einrichtung zur Versorgung von Obdachlosen auf der Straße. Er wird durch ehrenamtliche Mitarbeiter betrieben und ist an kalten Tagen (Temperaturvorhersage <0°C) von 19.00 bis 23.00 Uhr unterwegs. Die KULT-Fraktion (Karlsruher Liste, Die Partei, Piratenpartei) im Karlsruher Gemeinderat beantragt zudem, dass eine Kälterufnummer eingerichtet wird, unter der sich Obdachlose melden können. 

Anlässlich der zu erwartenden herrschenden extremen Minustemperaturen appellierte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha an alle Bürgerinnen und Bürger, noch aufmerksamer zu sein und bei obdachlosen Menschen in Not nicht wegzusehen.

„Bei winterlichen Kälteeinbrüchen sind obdachlose Menschen großen Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Bei den derzeitigen Temperaturen draußen zu übernachteten kann lebensbedrohlich sein. Alle Bürgerinnen und Bürger können hier helfen und möglicherweise sogar Leben retten. In Baden-Württemberg muss niemand auf der Straße übernachten. Ein Anruf beim Ordnungsamt oder dem örtlichen Polizeirevier genügt“, so Lucha.

„Die Sonne täuscht leicht über die Saukälte. Spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, die langen Unterhosen rauszuholen. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung – aber in den kommenden Tagen wird es bei uns wirklich bitterkalt“, sagt Innenminister Thomas Strobl. „Machen Sie sich gefasst, bereiten Sie sich auf die Kälte vor.“

An vielen Orten im Land halten Kommunen und karitative Organisationen mit großem Engagement Aufwärmstuben und Nachtquartiere für wohnungslose Menschen bereit oder organisierten einen Kältebus als aufsuchendes Angebot. Das Team der DRK-Karlsruhe versorgt z.B. die Obdachlosen an kalten Tagen mit heißem Tee und bei Bedarf mit Schlafsäcken, Decken, Winterkleidung oder Schuhen aus der Kleiderkammer (W54 in Bretten) des DRK Kreisverband Karlsruhe e. V.. Außerdem sucht unser Team Kontakt zu den Obdachlosen und informiert sie über die Hilfsangebote des Karlsruher Sozialamtes.

Von den Betriebskosten des Busses bis hin zu Schlafsäcken und vielem weiteren Dingen, die den Obdachlosen zugutekommen, kommen einige Kosten zusammen. Heribert Rech, DRK-Kreisverbandsvorsitzender und Innenminister BW a.D., lobt dieses Projekt, das durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK-Geschäftsstelle in Karlsruhe ins Leben gerufen wurde.

Ein städtischer Kältebus soll zusätzlich Obdachlose vor Ort mit Tee, Essen, Schlafsäcken und Decken versorgen, fordert die KULT-Fraktion, um den DRK-Kältebus zu entlasten. In Stuttgart, Mannheim oder Mainz habe sich Kältebusse bereits bewährt: "Um dieses Projekt stemmen zu können, benötigen wir die Unterstützung der Karlsruher Firmen und der Bevölkerung."

In Karlsruhe stehen Obdachlosen von Oktober bis April zwei Unterkünfte zur Verfügung. Nach Angaben der Stadt gibt es 56 Schlafplätze für Männer und acht Frauen in der Innenstadt. Zum Aufwärmen, Duschen oder Essen werden zwei Tageseinrichtungen geöffnet. Auf einen von der Stadt eingesetzten Kältebus verzichtet die zweitgrößte Stadt des Landes.

"Wer im Freien übernachtet, ist den Beratungsstellen bekannt und wird auf die Schutzräume hingewiesen, die jedoch in den letzten Jahren nie ausgelastet gewesen waren", erklärte die Verwaltung auf Anfrage. "Auch Polizei und kommunaler Ordnungsdienst verweisen im Einzelfall auf die Angebote." Die bundesweite Servicenummer 115 gelte auch als Kältenotruf," so die Stadt Karlsruhe.

(Quelle: DRK/KULT/HIN)