Modellkommune Inklusion

Erstellt: Dienstag, 09. Oktober 2018

Bühl (proh). Als eine von fünf Kommunen wurde Bühl in der vergangenen Woche als "Modellkommune Inklusion" ausgezeichnet. Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha überreichte den symbolischen Preis und betonte seinen Dank dafür, dass sich Bühl auf den Weg gemacht hat, das Thema Inklusion in ihrer Kommune voranzubringen. Thomas Kist, der Bühler Beauftragte für Menschen mit Behinderung, und Bürgermeister Wolfgang Jokerst nahmen die Auszeichnung entgegen.

Roger Kehle, der Präsident des baden-württembergischen Gemeindetages, sagte, der Gedanke der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sei noch nicht überall angekommen. Umso wichtiger sei es, dass die Modellkommunen mit ganz unterschiedlichen Initiativen und Maßnahmen als Beispiel für andere Städte und Gemeinden dienen können.

Thomas Kist, der Bühler Beauftragte für Menschen mit Behinderung, und Bürgermeister Wolfgang Jokerst nahmen die Auszeichnung entgegen und betonten ihrerseits, wie wichtig es sei, im Bereich Inklusion konsequent weiterzuarbeiten, damit der Gedanke der Teilhabe irgendwann als selbstverständlich für alle Lebensbereiche gelte.

Die interne Behindertenvertretung in hat Thomas Kist bereits seit mehr als fünfzehn Jahren in seinem Aufgabenbereich. Seit März ist er als kommunaler Behindertenbeauftragter der erste Ansprechpartner für alle Menschen mit Behinderungen in Bühl. Der Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung geht diesen "Zweitjob" mit viel Elan an. "In meinen 16 Jahren als Personalrat bekommt man ein Gefühl für die Probleme anderer Menschen. Und diese Aufgaben ergänzen sich sehr gut", berichtet Kist.

"Es war uns ein wichtiges Anliegen und auch im Gemeinderat wurde dies mehrmals thematisiert", erzählt Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr von den Anfängen. Vor Einführung des kommunalen Behindertenbeauftragten sei das Thema fast etwas stiefmütterlich behandelt worden. "Wir müssen als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und das positiv vorleben", betont Schnurr.

"Der demografische Wandel rückt dieses Thema zusätzlich immer mehr in den Vordergrund", erläutert Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Es werden über Kist Schnittstellen in die Verwaltung geschaffen. Der kommunale Behindertenbeauftragte soll außerdem frühzeitig in städtische Planungen mit eingebunden werden.
"Es sind gleichwertige Bürger, die über mich als Ansprechpartner besser integriert werden sollen", sagt Kist.

Die Menschen dürfen auf ihn aber nicht nur mit rein auf die Stadt bezogenen Problemen zukommen. "Auch wenn es etwa Probleme beim Versorgungsamt gibt, kann ich als Vermittler unterstützen. Ich habe ein großes Netzwerk zur Verfügung und das soll dafür auch genutzt werden." Anträge für Schwerbehinderte sind zwar weiter im Bürger-Service-Center im Rathaus II zu bekommen, wird es aber etwas komplizierter, steht Kist gerne bei der Beratung dazu und zu anderen Themen zur Verfügung.

Rund 20 Menschen mit den verschiedensten Problemen aus dem privaten wie dem beruflichen Bereich haben in den ersten vier Monaten bereits bei Kist aufgeschlagen, Tendenz steigend. "Ich habe selbst im privaten Kreis Erfahrungen gemacht, was Behinderungen bedeuten können. Und durch die Betreuung der Kollegen ist das Thema für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden. Der Landkreis macht zwar einige Arbeit in diesem Bereich, ohne die Städte geht es aber eigentlich nicht", berichtet Kist.

Da er eine Querschnittsfunktion wahrnimmt, arbeitet Kist mit allen Bereichen in der Stadtverwaltung zusammen und hat direktes Zugangsrecht zur Verwaltungsspitze. "Auch die Kooperation mit freien Trägern, Verbänden, Selbsthilfegruppen, anderen Behörden und Einrichtungen gehört dazu. Im Mittelpunkt sollte aber immer der Mensch mit seinem Problem stehen. Da will ich direkt helfen und möglichst gute Lösungen finden."

Info: Thomas Kist ist für Fragen und Terminvereinbarungen unter 07223/935461 oder per E-Mail, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, erreichbar.

siehe auch:

Unterwegs zur inklusiven Schule

Zukunft des Miteinanders

(Quelle: StVwBH/HIN)