Erfolgsmodell Karlsruher Pass

Erstellt: Montag, 04. Dezember 2017

LKR Karlsruhe (joER). Weitere Kommunen in der Sozialregion bekommen den Karlsruher Pass und damit ein wichtiges Instrument der Armutsbekämpfung. Ihn erhalten Personen ab 18 Jahren, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung beziehen. Den Karlsruher Kinderpass bietet die Kommune schon an. Die Übernahme des Karlsruher Passes jetzt ist die konsequente Fortsetzung der Zusammenarbeit in der Sozialregion. Der Karlsruher Pass gilt vom 1. Januar auch in Weingarten.

Der Karlsruher Bürgermeister Frank Mentrup und Bürgermeister Eric Bänziger aus Weingarten unterzeichneten am 4. Dezember eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Den Karlsruher Pass gilt in der Gemeinde für Personen ab 65 Jahren, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung beziehen.

Bezugsberechtigt sind auch Personen, die Wohngeld beziehen. Bei geringen Einkommen kann eine individuelle Prüfung vorgenommen werden. Das Besondere in Weingarten: Zum ersten Mal beinhaltet der Karlsruher Pass in einer Gemeinde der Sozialregion auch ein KVV-Angebot, die "Karte ab 65" kostet lediglich 23 statt 45 Euro.

Passinhaber in Weingarten haben fünf Mal pro Jahr freien Eintritt in das Walzbachbad, Angebote der Musikschule Hardt werden ermäßigt. Ohne Gebühren genutzt werden kann die Gemeindebibliothek und die Veranstaltungsreihe "Entdecke dein Weingarten". Auch die große Palette der Angebote in Karlsruhe steht dem Personenkreis offen.

So gibt es Ermäßigungen beim Eintritt in den Zoologischen Stadtgarten, in die Karlsruher Bäder, zu den Museen, in die Stadtbibliothek und bei der Badischen Landesbibliothek. Mehrere Kulturveranstalter bieten ebenfalls vergünstigte Karten an. Weiterer Teilnehmer am Karlsruher Pass ist zum Beispiel das Fahrgastschiff im Rheinhafen mit einer Ermäßigung von 50 Prozent.

Inzwischen haben sich auch Einzelhandelsunternehmen der Initiative angeschlossen.  Bürgermeister Martin Lenz sagte, die Unterzeichnung der Kooperation sei deshalb etwas Besonderes, weil sich Weingarten mit der Übernahme eines ÖPNV-Angebots an die Spitze der Bewegung stelle. "Mit dem Karlsruher Pass geht es darum, einen Gegenentwurf zur ausgrenzenden Gesellschaft zu schaffen und das beginnt immer im Ort", betonte Lenz.

Sein Weingartener Amtskollege Eric Bänziger machte deutlich, dass die Zeit für eine solche Kooperation über Gemarkungsgrenzen hinweg gekommen sei. "Es geht uns gut und jetzt dürfen wir die Schwächsten der Gesellschaft nicht vergessen". Mit dem neuen Angebot in der rund 10.000 Einwohner zählenden Nachbargemeinde von Karlsruhe wird die Sozialregion wieder ein Stück umfangreicher.

In der Sozialregion gibt es nämlich neben Karlsruhe inzwischen drei Kommunen, in denen bereits sowohl der Karlsruher Pass als auch der Karlsruher Kinderpass gilt: Rheinstatten, Eggenstein-Leopoldshafen und jetzt Weingarten. Stutensee, Walzbachtal, Pfinztal und Waldbronn haben bisher den Karlsruher Kinderpass übernommen. Ausgegeben wird der Karlsruher Kinderpass in der Fächerstadt beim Jugendfreizeit- und Bildungswerk, Bürgerstraße 16. In den anderen Mitgliedskommunen der Sozialregion ist die jeweilige Verwaltung zuständig.

Gestartet wurde die Sozialregion im Jahr 2013. Der Karlsruher Kinderpass Aktion gehören neben der Fächerstadt und Eggenstein-Leopoldshafen bereits die Städte Stutensee und Rheinstetten sowie die Gemeinden Pfinztal, Weingarten, Walzbachtal und Waldbronn an.

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