Bürger mit Engagement

Erstellt: Donnerstag, 07. September 2017

(Hero). In der Woche vom 8. bis 17. September 2017 findet bundesweit die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements statt. Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) startet damit bereits zum 13. Mal die größte bundesweite Veranstaltungsreihe, durch die die Arbeit der freiwillig Engagierten gewürdigt wird. "Die Menschen in den Blick zu nehmen, die ihre persönliche Zeit spenden, um das Zusammenleben unserer Gesellschaft positiv zu gestalten - darum geht es", erklärt Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek.  

"Beteiligung macht Entscheidungen besser. Gewählte Politiker/innen müssen daher ihre Rolle neu definieren", sind Sabine Drewes und Anne Ulrich, beide Heinrich-Böll-Stiftung und Initiatorinnen eines Positionspapiers, überzeugt. Es geht darum, die Wechselbeziehung von repräsentativer, direkter und dialogischer Demokratie zu gestalten und zu nutzen, um produktive Entscheidungsprozesse in den Kommunen zu stärken.

"Die Realisierung großer Investorenprojekte ohne Bürgermitwirkung soll in jeglicher kommunaler Praxis, die wir beeinflussen können, der Vergangenheit angehören". Zu den Erstunterzeichner/innen des Papiers gehören u.a. der grüne Bundesvorsitzende Cem Özdemir, die beiden baden-württembergischen Landesvorsitzenden der Grünen, Thekla Walker und Oliver Hildenbrand, die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung des Landes Baden-Württemberg.

Es ist bürgerliches Engagement, das von der Politik immer wieder eingefordert und dann doch in vielen Fällen als lästig empfunden wird, wenn es nicht vorgegebenen Richtlinien entspricht. Engagement wird nur dann ausgiebigst hofiert, wo die staatlichen Stellen sich Vorteile erhoffen. So erstaunt es nicht, dass eine 'Woche des Bürgerschaftlichen Engagements' traditionsgemäß unter der Schirmherr des jeweils amtierende Bundespräsident steht.

Die feierliche Eröffnung findet am 8. September 2017 in Berlin statt. Sowohl Bundesratspräsidentin Malu Dreyer als auch Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, werden erwartet. Erstmals lädt ein bunter Engagement-Markt im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Schauen, Informieren und Mitmachen ein. 

Ein Besuch in Berlin ist aber nicht unbedingt notwendig, um die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements mitzuerleben. Tausende von Einzelveranstaltungen, verteilt über das ganze Bundesgebiet, bilden die Vielfalt unserer Engagementlandschaft ab. 31 Millionen betätigen sich freiwillig und unentgeltlich.

Die Menschen vor Ort sind die eigentlichen Macherinnen und Macher, denn sie füllen den Rahmen der Aktionswoche mit Leben. In unterschiedlichen Projekten und Aktionen werden die zahlreichen Gebiete des Engagements vorgestellt und nahezu das gesamte Spektrum bürgerschaftlichen Engagements aufgezeigt. Die Aktivitäten erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet. 

Dennoch solle es nicht als selbstverständlich hingenommen werden, mahnt Katzmarek. "Es ist und bleibt etwas Besonderes, wenn Menschen - ohne dafür die "Hand aufzuhalten" - anpacken, wo Hilfe benötigt wird, Konzepte entwickeln, wo neue Lösungen gesucht werden oder die Stimme erheben, wo klare Worte gefragt sind. "Ich kann nur empfehlen, die Angebote aus dem Programm wahrzunehmen oder sich selber mit seiner Imitative oder seinem Projekt vorzustellen." 

Die Ziele der einzelnen Projekte haben folgendes gemeinsam

  • Viel­falt zeigen: Bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment wird in seinen unter­schied­li­chen Formen für jeden Einzelnen sichtbar und erfahrbar gemacht.
  • Werte vermit­teln: Bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment für ein freies und verant­wor­tungs­be­wusstes Leben in unserer Gesell­schaft wird gewür­digt.
  • Zugänge aufzeigen: Wege und Mittel werden beschrieben, wie man sich einfach und sinn­voll frei­willig enga­gieren kann.
  • Rahmen­be­din­gungen darstellen: Die konkrete Bedeu­tung der Enga­ge­ment­praxis und Vorschläge für eine Enga­ge­ment fördernde Politik werden vorge­stellt.
  • Dialog anregen: Der Diskurs der unter­schied­li­chen Akteure aus Bürger­ge­sell­schaft, Politik und Wirt­schaft wird geför­dert.

Seit 2004 würdigt das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) mit der bundesweiten Aktionswoche die Arbeit der über 30 Millionen freiwillig Engagierten in Deutschland. Die ehrenamtliche Arbeit dieser BürgerInnen wird während der Woche exemplarisch präsentiert.

'Engagement macht stark!' ist das gemeinsame Motto all dieser Initiativen, die sich aktiv an der inzwischen größten nationalen Freiwilligenoffensive beteiligen. Sie wird bereits seit 13 Jahren durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Das BBE ist ein Zusam­­menschluss verschie­­dener Vereine, Verbände, Initia­tiven und Orga­­ni­sa­tionen aus den gesell­­schaft­­li­chen Sektoren Staat und Kommunen, Wirt­­schaft und Arbeits­leben und Bürger­­ge­­sell­­schaft. Vertre­te­­rInnen dieser drei Sektoren arbeiten in Arbeits­­gruppen zu unter­­schie­d­­li­chen Themen. Zentrales Anliegen des Bundes­­netz­werks ist es, eine Kultur der Aner­ken­­nung bürger­­schaft­­li­chen Enga­­ge­­ments mitzu­ent­wi­­ckeln und zu gestalten.

(Quelle: BBE/HIN)