Glaube muss gepflegt werden

Erstellt: Freitag, 20. Juli 2018

(proh). Die Evangelische Landeskirche in Baden hat derzeit 1'156'407 Mitglieder - diese Zahl ergibt sich aus der Mitgliederstatistik, welche die katholische und evangelische Kirche in Deutschland am heutigen Freitag (20.7.) gemeinsam für das Jahr 2017 veröffentlicht haben. 9'656 Taufen und 1'131 Eintritten standen im vergangenen Jahr 10'533 Austritten gegenüber. Vor allem aufgrund des demographischen Wandels verlor die badische Landeskirche jedoch insgesamt knapp 18'500 Mitglieder. Erfreulich sei das ehrenamtliche Engagement vieler der Kirche verbundenen Menschen, so Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh.

Die Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Baden leben in 677 Pfarr- und Kirchengemeinden, die in 24 Kirchenbezirken zusammengefasst sind. Der Sitz der Kirchenleitung ist in Karlsruhe. Die Evangelische Landeskirche in Baden (ekiba) umfasst das Gebiet des früheren Großherzogtums (1806-1918) und Landes Baden.

Geleitet wird die Landeskirche von der Landessynode, dem Landeskirchenrat, dem Landesbischof bzw. der Landesbischöfin und dem Oberkirchenrat. Der Sitz der Kirchenleitung ist in Karlsruhe.

Die Leitungsgremien, egal, ob in der Gemeinde, im Kirchenbezirk oder auf Landesebene bestehen zum großen Teil aus Ehrenamtlichen, die durch ihre Mitarbeit eine demokratische Leitung der Kirche von der Gemeinde bis zur Landeskirche gewährleisten. So engagierten sich allein in der badischen Landeskirche knapp 52'000 Menschen ehrenamtlich, davon mehr als 36'000 Frauen.

Deutschlands Kirchen leiden seit Jahren unter einem Mitgliederschwund: Die christlichen Kirchen in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr weiter Mitglieder durch Austritte und vor allem dem demographischen Wandel verloren, als sich durch Eintritte ausgleichen ließ. Beim konfessionellen Vergleich zeigt sich, dass die evangelische Kirche Eintrittswillige stärker anzieht als die katholische.

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh erklärte, er "lade alle ein, die über einen Austritt nachdenken, sich noch einmal bei der Kirche zu melden". Die Gemeinden vor Ort und die Kirche als Ganze seien nur so stark, wie die Menschen, die sich in ihr engagierten.

"Wir brauchen die Männer und Frauen, die andere besuchen, die da sind, wenn einer Hilfe braucht, die den Glauben an Kinder und Jugendliche weitergeben, die anderen von der Hoffnung erzählen, die sie bewegt, und die diese Hoffnung auch leben. Deshalb schmerzt uns jeder Austritt und jede Person, die unsere Kirche verlässt, fehlt uns", sagte der Landesbischof.

Zugleich freue er sich über die vielen Menschen, die sich oder ihre Kinder taufen lassen, und über die, die wieder in die Kirche eintreten. "Christlicher Glaube macht Menschen stark und ermutigt sie, Verantwortung zu übernehmen. Im normalen Alltag scheint er manchmal keine Rolle zu spielen, aber er muss gepflegt werden, damit er sich in schwierigen Lebenslagen bewähren kann", erklärte Cornelius-Bundschuh.

Neue Wege finden

Die Katholiken machen in Deutschland 28,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (23'311'321 Kirchenmitglieder).  Wie bereits in den vergangenen Jahren wird aufgrund von Strukturveränderungen in den Bistümern die Zahl der Pfarreien geringer: 10'191 (2016: 10'280). Insgesamt gibt es 13'560  Priester (2016: 13'856). Davon sind 6'740 Pfarrseelsorger (2016: 6'844). Außerdem gibt es 3'308 Diakone (2016: 3'296, 2015: 3'304), 3.238 Pastoralreferentinnen und -referenten (2016: 3'200) und 4'557  Gemeindereferentinnen und -referenten (2016: 4'537).  

Weitgehend stabil bleibt der Sakramentenempfang. So lagen die Taufzahlen 2017 bei 169'751 (2016: 171'531) und die Bestattungen bei 243'824 (2016: 243'323). Leicht zugenommen hat die Zahl der Erstkommunionen mit 178#045 (2016: 176'297). Die katholische Kirche konnte im Jahr 2017 bei den Eintritten und Wiederaufnahmen einen geringen Zuwachs verzeichnen. So lag die Zahl der Eintritte bei 2.647 (2016: 2'574), die Zahl der Wiederaufnahmen bei 6'685 (2016: 6'461). Die Zahl der Kirchenaustritte ist in 2017 leicht gestiegen: 167'504 Menschen haben die Kirche verlassen (2016: 162'093).

Zur Statistik erklärt der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ:

"Wir sind dankbar, dass rund 28 Prozent der Bevölkerung in unserem Land zur katholischen Kirche gehören. Die Möglichkeiten, das Leben individuell zu gestalten - und damit auch die religiöse Ausrichtung -, sind so vielfältig wie nie. Manche Menschen fühlen sich der Kirche dadurch noch enger verbunden. Andere Menschen wählen für sich einen anderen religiösen Weg - oder auch keinen -, sodass wir diese Menschen leider verlieren.

Es gibt doch ein großes Potential der Gemeinschaft, auch wenn die Zahlen des Sakramentenempfangs in den vergangenen Jahren immer leicht nach unten gingen. Beispielsweise hat der Katholikentag in Münster die Kraft des Christentums gezeigt. Gerade bei der Taufspendung, der Erstkommunion und der Firmung ist das Engagement von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, aber auch von vielen anderen Kirchenmitgliedern verlangt, um junge Menschen von der Kraft des christlichen Glaubens und eines Lebens in der Kirche zu überzeugen.

Wir müssen neue Wege finden, wie wir Menschen erreichen, sie begleiten und ihnen nah sein können. Als Christen sind wir eine starke Gemeinschaft mit einer starken Botschaft." 

(Quelle: ekiba/DBK/HIN)