Erlös der Narrenstrafe

Erstellt: Dienstag, 31. Juli 2018

Rastatt (proh). Wenn Rastatts Narrenvereine sich mit Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zur Narrenstrafe zusammentun, ist nicht nur für beste Unterhaltung gesorgt, sondern auch für großzügige Spenden. Insgesamt 1'249,50 Euro kamen bei der diesjährigen Narrenstrafe durch direkte Spenden von Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Sie hatten damit den besonderen musikalischen Einsatz von Oberbürgermeister Pütsch belohnt, der während des tête-á-tête eine besondere Narrenstrafe absolvierte.

Die Narrenstrafe ist ein zentrales Thema bei der alljährlich stattfindenden Rathausstürmung durch die GroKaGe Rastatt, die als letztgültiges Ziel kennzeichnet, dem Schultheiß seine Verfehlungen vorzuhalten und ihm dadurch die Möglichkeit gegeben ist, vor allen Menschen Besserung zu geloben. Diese "Erlösungszeremonie" bleibt jedoch in der Regel ohne einheitliche Bedeutung, führt aber immer zu "dragonischen" Strafen, deren Erlös einem guten Zweck zugute kommt.

Am Freitag, 1. Juni, ab 17 Uhr, zog Hans Jürgen Pütsch für rund zwei Stunden zusammen mit der Schlosswache der 'GroKaGe Rastatt' trommelnd durch die Barockstadt und sammelte erfolgreich für einen guten Zweck. Der Oberbürgermeister mit Rhythmus im Blut zeigte sich dabei gut gelaunt: "Ich habe fleißig an der Trommel geübt." Damit hatte er bravourös seine Narrenstrafe verbüßt, die er ganz traditionell am diesjährigen Schmutzigen Donnerstag aufgebürdet bekam.

Während seiner Darbietung - wie alle Tagesveranstaltungen des tête-à-tête natürlich kostenlos zu bestaunen - freute sich "Musiker Pütsch" über die vielen freigiebigen Spender. Der Erlös der Narrenstrafe kommt wie jedes Jahr einer sozialen Einrichtung zugute, 2018 dem Verein für Familienhilfe und Jugendförderung e.V.

 
Einlösung der Narrentrafe durch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch [ab ⇒ 6:42]
 

Den Erlös aus der Narrenstrafe von 1'249,50 Euro erhöhte die Schlosswache auf 1'500 Euro und Oberbürgermeister Pütsch wiederum stockte diesen Betrag aus seinen persönlichen Verfügungsmitteln auf 2'000 Euro auf.

Diese stolze Summe geht nun an den Verein "Familienhilfe und Jugendförderung e.V.", der unbürokratisch Rastatter Bürger/innen unterstützt, die unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind. Unter anderem vergibt der Verein Beihilfen an bedürftige, hilfesuchende Menschen in Rastatt, fördert die Jugendarbeit und bietet soziale Trainingskurse für straffällig gewordene Jugendliche an.

Zur symbolischen Scheckübergabe an den Verein trafen sich Gründungsmitglied Joachim Hils, Oberbürgermeister Pütsch und Vertreter der GroKaGe 1898 Rastatt e.V., der RaKaGe 1924 e.V., der KNG e.V. und der Interessengemeinschaft Rastatter Narren am 30. Juli im Foyer des Historischen Rathauses. 

Hans Jürgen Pütsch bedankte sich bei der Schlosswache, dass man ihn beim Einlösen der Narrenstrafe nicht allein gelassen habe - und überhaupt, dass die Narren eine "flexible Ausgestaltung" der Strafe ermöglicht hätten seinen Strafdienst als Trommler zu versehen - ursprünglich war dem Oberbürgermeister auferlegt worden, als "lebende, wandelnde Statue zur Verfügung und seine Künste öffentlich zur Schau zu stellen" (so der offizielle Wortlaut). 

Joachim Hils, im Hauptberuf städtischer Fachbereichsleiter Jugend, Familie und Senioren, zeigte sich bei der Spendenübergabe sehr zufrieden, "dass mit dem Betrag vielen Menschen geholfen werden kann". Der gemeinnützige Verein sei 1991 von Mitarbeitern des damaligen Sozial- und Jugendamtes der Stadt Rastatt gegründet worden. Aktuell habe er 47 Mitglieder, die im eigenen Fachbereich, aber auch beim Jugendamt des Landkreises beschäftigt seien. 

(Quelle: StVwRA/HIN)