Heimat ist ...

Erstellt: Freitag, 12. Mai 2017

Karlsruhe (proh). Heimat steht für Herkunft, Vertrautheit, Geborgenheit und Identität. Sie bedeutet Verwurzelung, sich dazugehörig fühlen, sich auskennen und sich akzeptiert fühlen. Heimat kann aber auch Beengung, soziale Kontrolle, kulturelle Homogenität, Perspektivlosigkeit, Verfolgung und Verpflichtung bedeuten. Heimaten ändern sich über die Zeit. Der Begriff ist vielschichtig und ambivalent vor allem in Zeiten, in denen eine Gleichzeitigkeit von Lokalpatriotismus, kosmopolitischem Lebensstil, Mobilität und erzwungener Flucht beobachtbar ist.

"Der Begriff enthält sowohl historisches als auch aktuelles und spiegelt angesichts Globalisierung, Migration, aber auch Digitalisierung, zugleich die Herausforderungen und Chancen der heutigen Gesellschaft wider", sagt Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). "In den Stadtgesprächen wollen wir diese Mannigfaltigkeit der Heimat erfahren und diskutieren, in Frage stellen und gegebenenfalls neue Denkweisen anstoßen."

Das erstmals für den 300. Stadtgeburtstag Karlsruhe in 2015 entwickelte Format der "Stadtgespräche" greift das ZAK zu den Heimattagen 2017 wieder auf. Persönlichkeiten aus Stadt, Wirtschaft, Kultur, Politik und Forschung diskutieren miteinander und im Dialog mit den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern über die Karlsruher, globale, digitale und virtuelle Heimat. Die Termine finden jeweils um 19 Uhr, im Lichthof des BGV (Badischer Gemeinde-Versicherungs-Verband) in der Durlacher Allee 56, Karlsruhe statt. Der Eintritt ist frei.

Am Mittwoch, 17. Mai 2017, steht unter dem Titel "Globale Heimaten: Erwartungen, Enttäuschungen, Anpassungen?" die Frage nach einem modernen Heimatgedanken im Fokus. Wie wirksam sind Instrumente wie Stadtplanung, Bürgerbeteiligung oder Integrationskonzepte? Unter der Moderation von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha diskutieren Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium Baden-Württemberg, Dr. Susanne Asche, Leiterin des Kulturamts der Stadt Karlsruhe, Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes und Dr. Christine Absmeier, Leiterin des "Haus der Heimat" des Landes Baden-Württemberg.

Eine Woche später, am Mittwoch, 24. Mai 2017, folgt der Austausch über "Digitale Heimaten: Austausch, Sehnsucht, Versprechen?", der sich vor allem mit dem Stellenwert von Online-Communities und neuartigen Konsumheimaten jenseits der Innenstädte auseinandersetzt. Welchen Stellenwert haben Social Media für Diasporagemeinschaften? Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für reale Nachbarschaften, aber auch für innerstädtischen Handel und die Kultur? Wie verändern sich unsere Städte durch Digitalisierung?

Die Reihe der Stadtgespräche schließt am Mittwoch, 31. Mai 2017, mit dem Thema "Virtuelle Heimaten: Licht, Schatten, Zukunft?"ab. Es diskutieren unter anderem Aytekin Celik, Medienreferent und Mitbegründer der Medienakademie Baden-Württemberg und Wolfgang Walk, Karlsruher Spieleentwickler, über das Beheimatetsein in virtuellen Welten und über die Gruppenzugehörigkeit in Online-Spielen. Welche Formen von Identität und Zugehörigkeit entwickeln sich im Netz und welche führen zu fortschreitenden Radikalisierungstendenzen? Gefahren, wie die Existenz des Darknet oder Hackerangriffe, sollen auch diskutiert werden.

Termine der Stadtgespräche:  

17.05.2017 - Globale Heimaten: Erwartungen, Enttäuschungen, Anpassungen?

24.05.2017 - Digitale Heimaten: Austausch, Sehnsucht, Versprechen?

31.05.2017 - Virtuelle Heimaten: Licht, Schatten, Zukunft?  

Jeweils 19 Uhr, BGV (Badischer Gemeinde-Versicherungs-Verband) in der Durlacher Allee 56, Karlsruhe. 

(Quelle: ZAK/HIN)