Neuer Journalismus

Erstellt: Montag, 17. Dezember 2018

(proh) "Die Zukunft des professionellen Journalismus könnte im klugen Einbinden von Bürgerjournalisten und partizipativen Formaten liegen." So fasst die Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. phil. Gabriele Hooffacker die Ergebnisse ihrer Forschung zur Zukunft des Lokaljournalismus zusammen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Uwe Kulisch und Masterstudierenden hat sie über mehrere Jahre hinweg die Zusammenarbeit von lokalen Fernsehredaktionen und Bürgerreportern untersucht. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift "Journalistik" online veröffentlicht.

"Wenn das Publikum aktiv Inhalte beisteuert, ist die Zuschauerbindung höher. Gleichzeitig bindet es die Bürgerinnen und Bürger stärker ins lokalpolitische Geschehen ein", erklärt Uwe Kulisch, Professor für Elektronische Mediensystemtechnik. In mehreren Lehrforschungsprojekten haben Studierende neue journalistische Formate für den partizipativen TV-Journalismus entwickelt."

Die Bandbreite reiche vom Zuliefern von Rohmaterial, das noch geschnitten und bearbeitet werden muss, bis zur Produktion ganzer Fernsehbeiträge mit eigenem Sendeplatz. "Das Smartphone mit seinen vielen Möglichkeiten unterstützt die Produktion von Video-Beiträgen", meint Gabriele Hooffacker, Professorin für Medienadäquate Inhalteaufbereitung. "Vor allem aber werden Themen und Formate entwickelt, die den klassischen Journalismus ergänzen, nicht ihn ersetzen sollen."

Doch die Bedürfnisse der Lokalsender und der partizipativ tätigen Bürgerreporter passen nicht immer zusammen: Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger ist groß, aber die lokalen Fernsehredaktionen haben wenig Ressourcen für das Betreuen der Bürgerjournalisten. Sie erwarten vor allem professionelle Zuarbeit. Zudem haben sie teilweise Vorbehalte gegenüber dem mobilen Journalismus.

Dagegen sehen sich lokale Online-Plattformen und Blogs als Ergänzung zum klassischen Journalismus. Im nächsten Schritt untersuchen die Wissenschaftler deshalb den Workflow zwischen Bürgerreportern mit Smartphones und den Redaktionen. Uwe Kulisch erhofft sich, dass "Abläufe und Modelle für das Einbinden partizipativer Formate entwickelt werden, die auch auf die Praxis lokaler Fernsehsender übertragbar sind". 

(Quelle: HTWK/HIN)