'Unser Dorf hat Zukunft'

Erstellt: Dienstag, 30. Oktober 2018

(proh). Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, hat die Gewinnerinnen und Gewinner des 26. Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet. Ulm, Stadt Renchen, hat sich dabei für den Bundesentscheid qualifiziert. Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist eine Initiative, die die Bürgerschaft seit vielen Jahren zu großem Eigenengagement in unseren Dörfern bewegt Optimal eingesetzt, kann der Wettbewerb über einen langen Zeitraum hinweg die Bürgerinnen und Bürger motivieren, mit Hand anzulegen und verstärkt Verantwortung für ihr Dorf zu übernehmen.

"Der ländliche Raum ist eine ökologische und ökonomische Kraftquelle unseres Landes. Auf dem Land sind viele mittelständische Weltmarktführer zuhause. Gesellschaftliche Veränderungen, technische Entwicklungen und wirtschaftliche Herausforderungen machen aber auch vor dem Ländlichen Raum nicht Halt. Ländliche Regionen bleiben dann attraktiv, wenn die Menschen dort gerne leben und arbeiten. Sie stehen für eine hohe Lebensqualität für Jung und Alt und sind die Heimat des Ehrenamtes und des Miteinanders. Das drückt sich in einer aktiven ‚Mitmachgesellschaft‘ aus, wie beim Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft' deutlich wird", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Übergabe der Preise an die Gewinnerinnen und Gewinner des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft".

"Was in den Dörfern geschieht, ist bewundernswert. Die Bürgerinnen und Bürger überlegen zusammen mit der Verwaltung, welche Potenziale ihr Dorf hat und wie sie diese nutzen können. Verstärkt wird auch dem Wunsch nach regionalen, biologisch wertvollen Lebensmitteln nachgekommen. Sie setzen auf Selbstvermarktung der regionalen Produkte und unterstützen dies unter anderem sogar durch die Planung einer eigenen Markthalle. Hofläden, handwerkliche Betriebe, Gastronomie und touristische Angebote machen deutlich, dass sich gerade kleine Dorfgemeinschaften stark machen, um einen Beitrag zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu leisten. Die Teilnahme am Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft' ist vielfach die Initialzündung zu solchen Prozessen. Daher kann man mit Fug und Recht von einem Zukunfts- oder Nachhaltigkeitswettbewerb sprechen", betonte der Minister.

"Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger geht Hand in Hand mit den Strukturentwicklungsmaßnahmen des Landes. Mit unseren Förderprogrammen, wie beispielsweise dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), dem EU-Regionalentwicklungsprogramm LEADER oder dem Programm ‚Spitze auf dem Land‘ betreiben wir eine moderne und aktive Strukturpolitik. Den Gemeinden wird damit die Möglichkeit geboten, Strukturentwicklung aus einem Guss zu betreiben, mit dem übergeordneten Ziel, gute Rahmenbedingungen für Arbeitsplätze zu schaffen und diese zu sichern, Infrastrukturen anzupassen und aufzuwerten und Lebensqualitäten zu verbessern", so Minister Hauk.

Die Landeskommission besuchte und bewertete vom 11. bis 15. Juni die neun Dörfer der Endrunde des Landesentscheids 'Unser Dorf hat Zukunft'. Diese hatten  sich bei den vorangegangenen Bezirksentscheiden im Jahr 2017 qualifiziert. Landesweit haben sich 28 Dörfer im Rahmen des 26. Wettbewerbs‚ 'Unser Dorf hat Zukunft' beteiligt. Der Bundesentscheid findet im Jahr 2019 statt.

Gewinner aus der 'HardtIN-Region' des 26. Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft":

Goldmedaillen für herausragendes Engagement bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen dörflichen Heimat erhielt Langenbrand, Gemeinde Forbach

Silbermedaillen für außergewöhnliches Engagement bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen dörflichen Heimat erhielt Sulzbach, Stadt Gaggenau

Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen erhalten Selbach, Stadt Gaggenau, für eine vorbildlich in den Ort eingefügte Grünanlage, herausragende Schulgartenarbeit als auch hervorragende Naturbildung der Jugend durch den Obst - und Gartenbauverein und Weitenung, Stadt Bühl, für die  autarke Energiewirtschaft "in der Witstung".

Der Wettbewerb ist für die Gemeinden häufig Anlass, ihren Standort zu bestimmen, zu überlegen, wo ihre Stärken sind und was sie verbessern wollen. Über die Bildung von Arbeitskreisen - thematisch vielfach orientiert an den vier Bewertungsbereichen des Wettbewerbs - werden so unter Beteiligung der Dorfbewohnerinnen und -bewohner die Weichen für die Zukunft gestellt.

Projekte, die sich aus solchen Prozessen ergeben, werden von der Bürgerschaft zusammen mit der Verwaltung erfahrungsgemäß tatkräftig umgesetzt. Gleichzeitig bietet der Wettbewerb die Chance, das Engagement publik zu machen und so den Ort wirtschaftlich voran zu bringen. Im Vordergrund des Wettbewerbs steht die ganzheitliche Entwicklung der ländlichen Gemeinden.

Dazu gehören Bewertungskriterien wie z.B. die Entwicklung des gesamten Ortes auf der Grundlage zukunftsorientierter Konzepte. Auch die von der Dorfgemeinschaft erbrachten Leistungen in kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen sowie in der Bau- und Grüngestaltung des Dorfes haben besondere Bedeutung.

Ebenso tragen Aktivitäten zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen, beispielsweise durch die Nutzung regenerativer Energiequellen oder die Förderung unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt zur nachhaltigen Dorfentwicklung bei. Im Rahmen der bisher 25 Wettbewerbe haben sich Dörfer aus Baden - Württemberg rund 7'800 mal beteiligt.

(Quelle: MLR.bw/HIN)