Welterbe-Bewerbung

Erstellt: Dienstag, 12. Juni 2018

Baden-Baden (proh).Bürgermeistertreffen in Mariánské Lázně (Marienbad): Im tschechischen Mariánské Lázně (Marienbad) trafen sich Bürgermeister der elf Kurorte, die den gemeinsamen Antrag auf Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste vorbereiten. Die Einreichung des Antrages in Paris ist Ende Januar 2019. Die Bürgermeister befassten sich erneut mit dem zukünftigen übergeordneten Managementsystem, das die Zusammenarbeit der elf Städte nach Aufnahme in die Welterbeliste koordiniert.

Seit Sommer 2014 steht Baden-Baden gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Kurstädten unter dem Titel "Great Spas of Europe" auf der Tentativliste der UNESCO. Der Nominierungsantrag  zur Anerkennung als UNESCO Welterbe soll bis 2018 vorgelegt werden. Unter dem Begriff "Great Spas of Europe", übersetzt "Bedeutende Kurstädte Europas", werden Kurstädte verstanden, die im 19. Jahrhundert internationale Bedeutung erlangten. Ihre Kurtradition und städtebauliche Anlage gelten als repräsentativ für das Phänomen der europäischen Kurstadt und sind bis heute geschlossen in ihrer Struktur und historischen Substanz erhalten.  

Baden-Badens Beitrag zum außergewöhnlich universellen Wert liegt darin, dass es seit der Antike bis heute alle bedeutenden Entwicklungsphasen einer europäischen Kurstadt erfahren hat. Aufgrund des staatlich konzessionierten Glücksspiels stieg Baden-Baden zudem zu einem Modell der deutschen Spielebäder von internationaler Bedeutung auf.

Die UNESCO verlangt bereits mit der Antragseinreichung eine Strategie, wie sich die beteiligten Städte das Management der gesamten Gruppe vorstellen. Schwerpunkt des Managements sind die Merkmale, die den außergewöhnlich universellen Wert (Outstanding Universal Value - OUV) verkörpern. Dazu gehören beispielsweise die Bausubstanz, die Grünanlagen oder das immaterielle kulturelle Erbe der "Great Spas of Europe".

Ziel des Managements ist ein integriertes, effizientes Verwaltungssystem, das die nachhaltige Sicherung und den Schutz des OUV gewährleistet und mögliche Veränderungen und Herausforderungen berücksichtigt. Die Bürgermeister sehen die Einrichtung eines zentralen Sekretariates für erforderlich an, um die Umsetzung des Managementplanes gegenüber der UNESCO zu gewährleisten.

Die Arbeiten an der Nominierung laufen zurzeit auf Hochtouren, nachdem die Einbindung von externen Fachleuten teilweise inhaltliche Neuausrichtungen erforderlich gemacht haben. Hier sind vor allem auch die Städte gefordert, weitere Unterlagen zur Verfügung zu stellen und ihre lokalen Managementpläne entsprechend anzupassen.

Die Bewerbung ist nicht nur wegen des europäischen Themas eine besondere Herausforderung. Erstmals schreiben elf Städte zusammen einen Welterbeantrag. Bislang gibt es keine Richtlinien des Welterbezentrums oder klare Vorgaben der UNESCO und die Great Spas of Europe betreten mit ihrem komplexen Antrag auch bei der UNESCO Neuland. Die Great Spas of Europe sind neben Baden-Baden die Städte Baden bei Wien, Bad Ems, Bad Kissingen, Montecatini Terme, Vichy, Spa, Bath, Franzensbad, Marienbad und Karlsbad.

(Quelle: StVwBAD/HIN)