Austausch im DORV-Zentrum

Erstellt: Dienstag, 12. Juni 2018

Bühl | Eisental (pr). Als der Dorfbott am vergangenen Freitag am Eisentäler Trottenplatz Station bezog, durfte er sich über eine große Schar an Zuhörern freuen. Der Grund: Vertreter des Baden-Badener Gemeinderats und der Verwaltung der Kurstadt waren zu Besuch in dem Bühler Stadtteil – im Rahmen eines interkommunalen Austauschs, den die beiden Städte einmal im Jahr pflegen. Bevor der Ortsbote, eine Eisentäler Besonderheit, die Neuigkeiten aus dem Dorf und aus Bühl verkündete, war Ortsvorsteher Jürgen Lauten auf die Entwicklung Eisentals in den vergangenen Jahren eingegangen. 2013 ist dort das DORV-Zentrum eröffnet worden – als erstes dieser Art in Baden-Württemberg.

Vier Jahre intensive ehrenamtliche Arbeit, so Lauten, hatte das Bürgerprojekt zuvor in Anspruch genommen. Um es zu ermöglichen, war es notwendig, dass möglichst viele Eisentäler sogenannte DORV-Anteile zeichnen. Auf dieser Basis wurde dann ein Kredit gewährt. Im Mittelpunkt des DORV-Zentrums steht der DORV-Laden, der die Grundversorgung der Einwohner wiederherstellte. Es sollte aber von Anfang an mehr sein als nur eine Einkaufsmöglichkeit.

So sind an dieser Stelle heute auch Dienstleistungen wie die Deutsche Post, Lotto Baden-Württemberg und eine Reinigung anzutreffen, auch ein Bankautomat wurde aufgestellt. Ein Hol- und Bringservice, die Vermittlung von Nachbarschaftshilfe und ein Apothekendienst decken unter anderen den sozialen Bereich ab. Nicht zuletzt ist das DORV-Zentrum auch ein Bürgertreffpunkt geworden.

„Es ist in den Ort wieder Leben reingekommen“, bilanzierte Jürgen Lauten. Als nächstes Projekt skizzierte der Ortsvorsteher den Trottenplatz, der zu einer attraktiven Ortsmitte umgestaltet werden soll. So konnte die ELR-Schwerpunktgemeinde ein vorbildhaftes Bild von sich zeichnen. In einem Bereich wurde bereits vor Ort von einem Nachahmer berichtet.

Die Bücherstube, ebenfalls im DORV-Zentrum angeordnet, wurde nach dem Eisentäler Konzept im Baden-Badener Stadtteil Sandweier übernommen, berichtete Stadträtin Karin Fierhauser-Merkel. Der Austausch der benachbarten Kommunen setzte sich in zwangloser Atmosphäre bei einem Vesper bei den Affentaler Winzern fort. Dort lud Baden-Badens Bürgermeister Roland Kaiser am Ende die Bühler Delegation zum Gegenbesuch kommendes Jahr ein.

(Quelle: StVwBH/HIN)