Rücksicht nehmen

Erstellt: Freitag, 04. Mai 2018

Rastatt (proh). Getreu dem Motto „Nicht nur meckern, sondern melden“ nutzen die Rastatterinnen und Rastatter sehr rege den städtischen Mängelmelder. Seit seiner Einführung im Februar haben die Bürgerinnen und Bürger über 470 Mängel aus ganz unterschiedlichen Bereichen gemeldet: von kaputten Straßenlaternen und Müllansammlungen über Hundekot bis hin zum Rattenbefall. Die Stadtverwaltung freut sich über die fleißigen Melder: „Der Mängelmelder erleichtert es uns, Missstände zu beseitigen.

Außerdem sehen wir, wo schwerpunktmäßig Probleme liegen und können uns entsprechend darauf einstellen“, so der Bürgerbeteiligungsbeauftragte Dieter Kleisinger. Teile der gemeldeten Mängel sind auf Abnutzungserscheinungen zurückzuführen wie defekte Straßenlaternen oder Schlaglöcher. Viele Mängel jedoch ließen sich vermeiden, wenn alle etwas mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden. 

Besonders viele Meldungen erreichen die Stadtverwaltung zum Thema Müll, der achtlos weggeworfen wird. Die Mitarbeiter der Technischen Betriebe sind zwar unter der Woche täglich im gesamten Stadtgebiet und samstags auch auf dem Marktplatz unterwegs und räumen die Hinterlassenschaften anderer weg. Besser wäre es jedoch, wenn die Menschen schlicht die aufgestellten Mülleimer benutzten.

Gefährlich wird es zudem, wenn Glasscherben weggeworfen werden, teilweise auch in Parks und Grünflächen, wo Kinder spielen und ernsthafte Verletzungsgefahr besteht. Und unappetitlich wird es bei massenhaft weggeworfenen Zigarettenkippen in Rastatts Straßen und Plätzen und insbesondere in Baumrosten, wo sie nur sehr schwer zu entfernen sind. Für Zigarettenkippen stehen Aschenbecher zur Verfügung, die bitte genutzt werden sollen.

Zudem häuft sich die Unsitte, Sperrmüll unangemeldet auf die Straße zu stellen. Das geht so nicht. Sperrmüll muss beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt angemeldet werden, die dortigen Mitarbeiter holen ihn dann kostenpflichtig ab. Fast noch schlimmer ist die Zweckentfremdung von Altkleider-Containern als Mülleimer. Wer Unrat dort einwirft, zerstört unter Umständen die Kleiderspenden für Bedürftige.

Hundekot

Häufigen Anlass zu Beschwerden geben „Hundehäufchen“, die teilweise mitten auf dem Gehweg liegen, teilweise versteckt im Gras in Parks und auf Spielplätzen lauern. Generell gilt: Hundehalter müssen die Hinterlassenschaften ihrer Hunde entsorgen. Dafür können sie entweder die von der Stadt zur Verfügung gestellten Hundekotbeutel in den öffentlichen Parks und Grünflächen Am Hasenwäldchen, in der Mozart-/ Beethovenstraße und im Stadtpark verwenden oder aber selbst von  zuhause Tüten mitnehmen. Der Kot kann dann in den allgemeinen Abfallbehältern entsorgt werden. Ohnehin sind Hunde in allen bebauten Bereichen und in öffentlichen Grünflächen grundsätzlich an der Leine zu führen, sodass die Halter ihre Hunde im Blick haben sollten.

Radfahrer

Oft beschweren sich Fußgänger, dass ihnen Radfahrer den Weg abschneiden oder an ihnen vorbeisausen. Radfahren ist in der Fußgängerzone und während des Wochenmarktes auf dem Marktplatz, aber beispielsweise auch auf dem engen Murgdamm verboten – übrigens selbstverständlich auch für Moped- und Rollerfahrer. Generell gilt: Fahrradfahrer müssen entweder ausgewiesene Fahrradwege oder die Straße nutzen. Ausgenommen sind Kinder: Bis zum achten Lebensjahr müssen, bis zum zehnten Lebensjahr dürfen sie den Gehweg benutzen. Ansonsten ist der Gehweg Fußgängern vorbehalten, hier heißt es für Radfahrer: absteigen und schieben.  

Rattenbefall
Zwar nicht oft, aber schon ein paar Mal ist der Stadtverwaltung Rattenbefall gemeldet worden. Daher weist die Stadtverwaltung vorsorglich darauf hin, dass weggeworfene Essensreste oder gar die Fütterung von Wildtieren wie Tauben oder Nutrias dazu führen, dass sich Ratten und andere Schädlinge ausbreiten. Laut Polizeiverordnung besteht seit Januar ein generelles Wildtierfütterungsverbot. 

Lärmbelästigung

Lärmbelästigung ist zwar keine eigene Kategorie des Mängelmelders, erfahrungsgemäß häufen sich jedoch die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger in der Sommerzeit, wenn Gastronomen länger geöffnet haben oder die Nachbarn den Abend auf dem Balkon ausklingen lassen. Selbstverständlich gilt ab 22 Uhr Nachtruhe und sie ist zu beachten. Gäste im Außenbereich von Cafés oder Restaurants sollten sich dann etwas ruhiger unterhalten, um niemanden zu stören.

Das gleiche gilt für Nachbarn, die nach 22 Uhr auf dem Balkon oder im Garten sitzen. Bei Beschwerden wird zunächst die Polizei kontrollieren und um eine gemäßigte Gesprächslautstärke bitten. „Statt zuerst zum Hörer zu greifen, hilft es aus unserer Erfahrung jedoch meistens, die Betroffenen schlicht um etwas Ruhe zu bitten“, so Thomas Frietsch vom Polizeirevier Rastatt. 

Der städtische Mängelmelder ist aufrufbar unter maengelmelder.rastatt.de. Daneben steht die Stadtverwaltung selbstverständlich wie gewohnt telefonisch (Telefonzentrale: 07222 972-0) oder per eMail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zur Verfügung. 

(Quelle: StVwRA/HIN)