Biomüll in Plastiktüten

Erstellt: Montag, 30. April 2018

LKR Rastatt (proh). Aktuell nimmt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt (AWB) die braunen Tonnen genauer unter die Lupe. Grund der Kontrollen ist die Beschwerde seitens des Betreibers der Bioabfallvergärungs- und Kompostieranlage in Iffezheim, dass zu viele Fremdstoffe im Biomüll festgestellt werden. Landkreisweit wurden bisher rund 4'000 Tonnen stichprobenartig vom AWB in Augenschein genommen. Davon musste etwa jede zehnte Biotonne wegen falscher Befüllung beanstandet werden und wurde aus diesem Grund auch nicht entleert.  

"Zu neunzig Prozent ist die Verwendung von herkömmlichen Plastiktüten zum Einpacken der Bioabfälle der Grund, warum nicht geleert wurde", berichtet Karin Zettner vom AWB. "Weitere auffällige Fehlwürfe waren Katzenstreu, Hundekot, Asche und noch verpackte Lebensmittel."

Bei der Aktion hat sich aber auch herausgestellt, dass es noch Informationsdefizite gibt, welche Verpackungsmaterialien zum Einpacken der Bioabfälle verwendet werden dürfen. Oftmals kam von den betroffenen Kunden die Rückmeldung, dass auf der Verpackung der Säcke doch "ökologisch" oder "recycelbar" gestanden habe und so angenommen wurde, dass diese auch für Bioabfälle genutzt werden könnten.

"Das bedeutet jedoch nur, dass diese Tüten aus recycelten Materialen hergestellt werden und nicht, dass diese kompostierbar sind", so Zettner. Nur die auf Mais- und Kartoffelstärke basierenden Biomüllbeutel dürfen noch in die Biotonne. Zudem muss auf jedem Beutel deutlich "kompostierbar" aufgedruckt sein und auf der Verpackung muss beschrieben sein, dass die Tüten der einschlägigen Norm EN 13432 entsprechen.

Nach wie vor ist das Verpacken in Zeitungspapier oder in Papiertüten der geeignetste Weg, Bioabfälle in die braune Tonne zu geben. Diese Materialien zersetzen sich vollständig und behindern weder die Vergärung noch die anschließende Kompostierung in der Behandlungsanlage. Laut AWB ist immerhin gut die Hälfte der Biotonnen genauso optimal für die weitere Verarbeitung befüllt. Aber auch die derzeit noch tolerierten kompostierbaren Folienbeutel werden von einem Drittel der Nutzer verwendet. 

In der Biotonne werden die im Haushalt anfallenden organischen Abfälle erfasst. Im Einzelnen sind dies:    

 Obst- und Gemüseabfälle    

Kaffeefilter- und Teebeutel    

verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung!)    

Essensreste, inkl. Knochen und Servietten    

Zimmer- und Balkonpflanzen    

Blumenerde    

Eierschalen, Haare und Federn    

Kleintierstreu von Mäusen, Hamstern und Kaninchen (kein Katzenstreu!)    

Gartenabfälle in Kleinmengen  

Die Leerung der Biotonne erfolgt in einem 14-täglichen Rhythmus. In den Sommermonaten gibt es 10 Zusatzleerungen, so dass in diesem Zeitraum eine wöchentliche Entleerung erfolgt. Alle Leerungstage können dem gemeindespezifischen Abfallkalender entnommen werden. Die Biotonne wird als Leihgefäß zur Verfügung gestellt. Auf dem Deckel des Gefäßes ist eine Nummer eingeprägt, die der Zuordnung zum Grundstück dient.

Änderungen bei der Anzahl oder Größe von Biotonnen können während des ganzen Jahres vorgenommen werden. Gebührenwirksam wird diese Änderung jeweils zum Ersten des auf die Änderung folgenden Monats. Die Behältergebühr wird dann entsprechend anteilig der genutzten Monate berechnet. Anders als beim Restabfall kann die Biotonne auch über Grundstücksgrenzen hinweg als Gemeinschaftstonne genutzt werden. Dies bietet sich insbesondere für Eigenkompostierer an, die die braune Tonne nur für die schwer kompostierbaren Abfälle (Essensreste, Zitrusfruchtschalen, manche Unkräuter) nutzen möchten.

Wie der Abfallwirtschaftsbetrieb mitteilt, werden die Qualitätskontrollen weiterhin stattfinden. Weitere Auskünfte zur Biotonne unter Telefon 07222 381-5522.

siehe auch » Biotonne richtig befüllt? «

(Quelle: Lara/HIN)