Gewächshäuser eröffnet

Erstellt: Freitag, 27. April 2018

Karlsruhe (proh). Finanzstaatssekretärin Gisela Splett hat die sanierten Schaugewächshäuser im Botanischen Garten Karlsruhe an die Staatlichen Schlösser und Gärten übergeben. Die Sanierung und Restaurierung der Gartenarchitektur des 19. Jahrhunderts war für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg der Anlass, sich auch mit der historischen Situation in den Beeten zu befassen. Man kann sich wieder gut vorstellen, wie vor 150 Jahren die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger hier im Trockenen und Warmen flanierten und den Anblick der exotischen Pflanzen genossen.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett hat die sanierten Schaugewächshäuser im Botanischen Garten Karlsruhe an die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg übergeben. Der Botanische Garten sei in seiner ersten Form mit Schloss und Schlossgarten bereits zur Stadtgründung Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden, erklärte Splett. 

Der Botanische Garten – die grüne Oase im Herzen der Stadt Karlsruhe – ist in seiner ersten Form mit Schloss und Schlossgarten bereits zur Stadtgründung Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden. Seit dem Wiederaufbau der großherzoglichen Gewächshäuser als Schauhäuser in den 1950er-Jahren wachsen die Pflanzen im Innern direkt aus dem Boden. Inmitten des Grüns sind Skulpturen und Volieren mit exotischen Vögeln zu sehen.

Europaweit bekannt wurde er wegen seines vielfältigen Pflanzenbestandes, insbesondere wegen der seltenen Zitrusarten und Dahlien. Bisher waren die Schaugewächshäuser durch den vereinfachten Wiederaufbau nach dem Krieg sowie durch weitere Umbauten für die Bundesgartenschau 1967 geprägt.

Anhand alter Quellen aus dem Generallandesarchiv und erhaltener Originalpläne des Hofbaumeisters Heinrich Hübsch war es möglich, die Schaugewächshäuser deutlich auf ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzuführen. Zudem wurden sämtliche Figuren an der Außenfassade restauriert, die Eisenkonstruktion und die Natursteinwände saniert und insbesondere die Verglasungen erneuert.

„Die drei historischen Schaugewächshäuser Kalthaus, Palmenhaus und Warmhaus sehen architektonisch und in der Pflanzenpräsentation wieder fast so aus wie im 19. Jahrhundert. Der Botanische Garten als Gesamtensemble mit Orangerie und Staatlicher Kunsthalle ist nun wieder erlebbar, für uns und für künftige Generationen“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.

Im Kalthaus kam während der Arbeiten überraschend ein historischer Kaskadenbrunnen zum Vorschein. Er war unter dem sogenannten Kakteenhügel verborgen. Der aus dem 19.Jahrhundert stammende Wandbrunnen läuft wieder, und wenn man jetzt die lichtdurchfluteten Bauten aus Metall und Glas betritt, erlebt man eine ganz andere Gartenanlage als vor der Schließung.

Im ehemaligen Kamelien- und Blumenhaus sind heute Pflanzen aus trockenen Gebieten untergebracht – Kakteen und Sukkulenten. Felsenkakteen, Opuntien (Feigenkakteen), Agaven, Aloen und Wolfsmilchgewächse entfalten ein wunderbares Wechselspiel aus Grün- und Grautönen und den unterschiedlichsten Formen.

Besonders auffallend: ein ganzes Feld voller Goldkugelkakteen, die sogenannten „Schwiegermuttersitze“. Das kühle Klima lässt aber auch nicht sukkulente, also nicht wasserspeichernde, Pflanzen gut gedeihen.

Das mittlere der Schauhäuser ist das höchste – hoch genug für Palmen. Aber auch Palmfarne und ein Riesenbambus breiten sich hier aus. Gerade im Winter und im Frühling gibt es unzählige bunte Blüten zu bestaunen: Die Paradiesvogelblume und die Kamelien blühen, ergänzt durch ein Meer von bunten Orchideen.

Im Tropenhaus ist es warm und feucht. Selbst die Sandsteinwände sind bewachsen. Vor allem Aronstab-, Bromelien- und Orchideengewächse fühlen sich hier wohl. Schon in den ersten Jahren des Botanischen Gartens hatte es ein Warmhaus gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte man im neuen Tropenhaus ein Seerosenbecken an, um das Fehlen des ehemaligen Sumpf- und Wasserpflanzenhauses auszugleichen. Über den Seerosen hängen die Ranken der Kannenpflanze herab, sie ernährt sich von Insekten.

Insgesamt hat das Land Baden-Württemberg rund 3,5 Millionen Euro investiert, um die Schaugewächshäuser zu sanieren und zu restaurieren. Hinzu kommen etwa 80'000 Euro für neue Pflanzen.

(Quelle: FM.bw/HIN)