Hering frisst Kater

Erstellt: Freitag, 02. Februar 2018

(joER). Der Karneval bringt als fünfte Jahreszeit manch feucht-fröhliche Party oder Sitzung mit sich – mit unangenehmen Folgen am nächsten Tag. Großer Durst, Übelkeit, Schwindel und allgemeine Erschöpfung – eben ein echter Kater (Alkoholintoxikation). Mit ein paar Tricks lassen sich diese Symptome wenigstens mildern. Matjes, saure Gurken oder Gemüsebrühe versorgen den Körper mit den durch den Alkohol verloren gegangenen Mineralstoffen. Matjes ist für das Katerfrühstück gut geeignet. Er versorgt den Körper mit wertvollen Fettsäuren und gleicht Salzverluste aus, teilt das Bundeszentrum für Ernährung mit.  

Der Ausdruck "Kater" wurde im Zusammenhang mit Alkoholintoxikation, einer leichten Alkoholvergiftung, wurde im 19. Jahrhundert erstmals verwendet - abgeleitet von "Katarrh", eine Entzündung der Schleimhäute, die mit Schnupfen und allgemeinen Unwohlsein einhergeht. Wer nach der Party mit einem dicken Kopf aufwacht, kann mit viel Flüssigkeit und einem "Katerfrühstück" den Tag retten. Der Matjes ist dafür wunderbar geeignet. Er füllt den Magen, versorgt den Körper mit wertvollen Fettsäuren und gleicht Salzverluste aus.

Alkohol sorgt für die Entwässerung des Körpers. Er bewirkt, dass wir mehr Flüssigkeit als normal ausscheiden. Das führt zur Dehydratation - d.h. der Körper leidet an einem Wassermangel. Als direkte Folge entstehen u.a. Kopfschmerzen. Durch die Entwässerung werden außerdem zahlreiche Mineralstoffe bzw. Elektrolyte aus unserem Körper ausgeschwemmt, die für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden wichtig sind. Wer abends bereits befürchtet, am nächsten Morgen verkatert aufzuwachen, sollte vor dem Schlafengehen ein großes Glas Wasser trinken. 

Hering gilt als Klassiker gegen Katerbeschwerden - ganz egal ob als Rollmops oder als Matjes, Hering ist ein probates Lebensmittel gegen Alkohol-Nachwirkungen. Das liegt vor allem am hohen Salzgehalt - also ähnlich wie bei den sauren Gurken. Damit bringt der Hering den Elektrolythaushalt schnell wieder in Ordnung bringt. Eigentlich ist die Wirkung von Rollmops, Salzhering und Matjes aber eher indirekter Natur,: die salzigen bzw. sauren Leckerbissen machen durstig und viel Trinken ist immerhin die beste Lösung, um den Kater wieder loszuwerden.

In der warmen Küche wird Matjes als Beilage zum fertigen Gericht serviert, da er nicht mitgegart werden sollte. Besonders fein schmeckt er mit Raucharoma veredelt oder kombiniert mit Roter Bete, Birne und Ingwer. Jeder Matjes ist ein Hering, aber nicht jeder Hering ist für die Matjesverarbeitung geeignet. Erst der besondere Reifungsprozess macht den Hering zum Matjes.

Natürliche Enzyme sorgen gemeinsam mit der Zugabe von Salz dafür, dass eine zarte und schmackhafte Delikatesse entsteht.  Hochwertige Ware ist an der marzipanhellen Farbe und einem Duft nach Meer und Algen zu erkennen. Die Filetunterseite darf etwas rötlich sein. Da der Fisch leicht verderblich ist, sollte er kühl gelagert und möglichst noch am Tag des Einkaufs verbraucht werden.

30 Prozent aller deutschen Frischfischanlandungen ist Hering: er lag bei den deutschen Inlandsanlandungen mit 15.700 Tonnen im Jahre 2016 deutlich vor Dorsch (3.100 t), Flunder (1.500 t) und Scharbe (1.100 t). Damit macht der Hering laut Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) etwa ein Drittel der deutschen Frischfischanlandungen im Inland aus.

Bei den beliebtesten Speisefischen hat der Hering in den vergangenen Jahren seine Spitzenposition abgegeben an den Lachs und den Alaska-Seelachs. 2,2 Kilogramm Hering verbrauchte jeder Deutsche im Jahr 2016 (insgesamt 14,2 kg Fisch pro Kopf), der Selbstversorgungsgrad liegt bei rund 34 Prozent. 

siehe auch: Schutz der Kinder und Jugendlichen

(Quelle: BLE.de/HIN)