Nachfrage und "Neue Wege"

Erstellt: Donnerstag, 08. Februar 2018

Karlsruhe (pr). Kontakte weiter ausbauen, internationale Netzwerke erweitern, neue Ansatzpunkte und Betätigungsfelder ausloten, dabei Chancen für Unternehmen der Region in Indien schaffen - und zugleich auch Karlsruhe als innovativen Standort im indischen Pune präsentieren: Die Stadt Karlsruhe und die Pune Municipal Corporation sind diese Woche eine strategische und thematische Partnerschaft eingegangen, haben dazu in Pune eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet. Dabei geht es unter anderem um den Austausch im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung, Start-up-Unterstützung, Smart City-Entwicklung und Digitalisierung. 

Ähnliche Themenfelder, ähnlich gelagerte Herausforderungen: "Die bestehenden Kooperationen mit Indien werden damit auf eine noch breitere Basis gestellt", betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup im Goethe-Institut Max Mueller Bhavan. Mentrup: "Das bietet viele Chancen für die Zukunft." Bei dieser Vereinbarung haben beide Partner ihren Nutzen, denn auch Karlsruhe kann durch die Erfahrungen in Pune profitieren.

Bei den städtischen Herausforderungen werden in Sachen "Smart City" zudem beide Städte international noch sichtbarer, können dazu weitere Partner projektbezogen einbinden. "Bei diesen Themen und Prozessen wird Know-how benötigt", so Municipal Commissioner Kunal Kumar bei der Unterzeichnung: "Karlsruhe ist daher ein sehr guter Partner für uns."

Hier kann zum Beispiel auch das "Indo-German-Network Karlsruhe" mit seinen starken Partnern ansetzen, wie Ralf Eichhorn von der Wirtschaftsförderung erläuterte. Dass die Partnerschaft mit Pune auch auf kultureller Basis fruchtet, zeigt sich ebenfalls am Erfolg der "India Summer Days", die 2017 erstmals mit Partnern aus Pune und Maharashtra sehr erfolgreich in Karlsruhe stattfanden - und 2018 ihre Fortsetzung finden.

Jetzt ist zusätzlich auch ein regelmäßiger Austausch auf kultureller Ebene zwischen dem Goethe-Institut Max Mueller Bhavan in Pune und Karlsruhe geplant. Ob Vereinbarung mit der Handelskammer oder dem "World Trade Center" in Pune: Es ist eine erfolgreiche Entwicklung, die vor vier Jahren mit der Eröffnung des Karlsruhe-Büros in Indien deutlich Fahrt aufgenommen hat - und längst auch durch die Partnerschaft des Landes Baden-Württemberg mit Maharashtra unterstützt wird.

"Es ist beeindruckend, diese dynamische Entwicklung zwischen Karlsruhe und Pune zu sehen", betonte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Pune. Durch die verstärkte Kooperation des Landes mit dem indischen Bundesstaat Maharashtra erfolgt seit drei Jahren ein noch engerer Austausch zwischen Deutschland und Indien. Hilfreich für diese Kooperation ist dabei das Karlsruher Kontaktbüro in Pune, das Partner beider Länder zusammenbringt.

Vertreter von Wirtschaftsförderung, Event, Kultur, Unternehmen, Wissenschaft und weitere Partner haben jetzt nächste Schritte in der guten Partnerschaft gemacht, waren in der vergangenen Woche mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup an der Spitze vor Ort. Gute punktuelle Ergänzungen gab es für die Karlsruher Vertreter zudem durch die Verknüpfung mit Delegationsreisen des Landes Baden-Württemberg zu unterschiedlichen Themen. 

Große Nachfrage und "Neue Wege"

In einem Round Table beim Kooperationspartner "Maharatta Chamber of Commerce, Industries and Agriculture" wurden in Pune im Rahmen der Initiative "Make in Karlsruhe: Innovative Mittelstand" konkrete Ansiedlungsschritte beispielhaft für Karlsruhe aufgezeigt. Dazu gab es Einblicke in "Best Practices" von indischen Unternehmen, die sich bereits in und um die Fächerstadt angesiedelt haben.

Die Nachfrage an diesem "Karlsruhe-Schaufenster" war sehr groß - abzulesen auch an den vielen detaillierten Fragen. Hier kann auch das "Indo-German-Network Karlsruhe" mit seinen starken Partnern und seiner exzellenten Vernetzung ansetzen, wie Ralf Eichhorn von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe erläuterte.

Bei Treffen mit "Bhau Institute" und "College of Engineering Pune" ging es um Ansiedlung und Matchmaking - besonders in Innovation und Start-ups. Dabei standen auch die Vorzüge der Karlsruher Infrastruktur im Blick. Besonders in den Bereichen Transport, Abfall und Energie ist das Interesse an Kooperationen mit Karlsruhe und Start-Ups groß.

Nach dem enormen Erfolg im vergangenen Jahr mit über 12'000 Besuchern wurden für die Karlsruher "India Summer Days" weitere Möglichkeiten und Angebote in Maharashtra für die diesjährige Auflage am 14. und 15. Juli besprochen. 

Im Rahmen eines "Hackathons" wurden in Mumbai Kulturinstitutionen mit "Open Communities" der indischen Programmierer-Szene verknüpft. Hintergrund ist die Ausstellung "Open Codes. Leben in digitalen Welten", die das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) seit Oktober 2017 in Karlsruhe zeigt - und in Mumbai weiterentwickelt. 

"Das ist eine großartige Sache", freute sich OB Dr. Frank Mentrup: "Eine essentielle Komponente aus Karlsruhe in der Kulturszene von Mumbai." Künstler und Programmierer ergänzen das Projekt um indische Perspektiven, schließlich ist die erste Auslandsstation von "Open Codes" ab April im Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan in Mumbai. "Das ZKM hat hier völlig neue Wege beschritten", betonte Staatssekretärin Petra Olschowski.

(Quelle: StVwKA)