Sturmtief "Burglind" tobt

Erstellt: Mittwoch, 03. Januar 2018

Hardt IN-Region (proh). UNWETTERWARNUNG vor SCHWEREM GEWITTER mit ORKANBÖEN: Sturmtief "Burglind" hat schwere Windböen im Schlepptau. "Ein massives Sturmtief wird in den kommenden Stunden über Baden-Württemberg hinwegfegen. Dies kann vor allem in Wäldern durch umstürzende Bäume oder herumfliegende Äste lebensgefährlich werden. Auch wenn die Förster mit höchster Sorgfalt das ganze Jahr unsere Wälder pflegen, kann man sich auf einen solchen Sturm nicht vorbereiten. Gehen Sie heute und in den kommenden Tagen nicht in den Wald", sagte Forstminister Peter Hauk.

Gerade Regionen, in denen in den vergangenen Tagen auch viel Schnee zu verzeichnen war, seien besonders gefährdet, da die Schneelast die Äste bereits geschwächt habe. Heute erwärmt sich die Luft im Süden auf 11 bis 14 Grad und kühlt in der folgenden Nacht auf 6 bis 4 Grad ab. Von Westen ziehen Gewitter auf. Dabei gibt es Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 120 km/h sowie kleinkörnigen Hagel.

Es sind unter anderem schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien! Halten Sie Abstand besonders von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien.

Das Sturmtief ist heute Vormittag auch über die Karlsruher Wälder hinweggezogen. Zwar haben die heftigen Orkanböen keine flächigen Schäden verursacht, trotzdem blockieren vereinzelt umgestürzte Bäume, unzählige Äste und Teile von Baumkronen die Waldwege. Das städtische Forstamt bittet Bürgerinnen und Bürger deshalb, die Waldgebiete zu meiden, der Wind frische immer wieder auf und die waldtypischen Gefahren bestünden weiter.

Insbesondere bei Nacht könnten die Hinterlassenschaften des Sturms Radfahrerinnen und Radfahrern zum Verhängnis werden und Stürze verursachen. Generell sollten Wälder bei amtlichen Unwetterwarnungen gemieden werden, informiert das Forstamt weiter. Auch morgen sei heftiger Regen vorhergesagt, so dass in dem aufgeweichten Boden immer noch Bäume umfallen könnten. In den kommenden Tagen würden die Waldwege kontrolliert und nach und nach freigeräumt.

Deshalb bleibt z.B. der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe bis auf Weiteres geschlossen. Als kleine Entschädigung ist das Exotenhaus (Zugang Ettlinger Straße) für Besucherinnen und Besucher heute bei freiem Eintritt zugänglich. Auch sämtliche Wochenmärkte wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Im Karlsruher Westen hatte das Forstamt ab Dezember sowohl im sogenannten Lutherischen Wäldchen zwischen Rheinhafenstraße und Daxlanderstraße, als auch im Rheinhafengebiet zwischen Nordbeckenstraße und „Im Schlehert“ Pappeln gefällt. Die Bäume waren mittlerweile so groß gewachsen, dass etwa im Lutherischen Wäldchen im Falle von Sturmschäden die beiden Straßen, die Alb und eine oberirdisch verlaufende Pipeline gefährdet wären.

Auch die Pappeln bei der Nordbeckenstraße stellten eine potentielle Gefahr für den Straßenverkehr dar. Im Lutherischen Wäldchen blieben jedoch einige alte und als ungefährlich eingestufte Pappeln als sogenannte Habitatbäume erhalten. Sie bieten langfristig Lebensräume für Höhlenbrüter oder Fledermäuse. Zudem wird das Forstamt an beiden Waldorten neue Stieleichen und Erlen pflanzen.

Wegen der Unwetterwarnung wird der Nationalpark heute, am 3. Januar, die Loipen schließen. Der Deutsche Wetterdienst sagt ab Mitternacht in den Hochlagen des Nordschwarzwalds Sturmböen um die 100 Stundenkilometer voraus. Auch Orkanböen mit bis zu 140 Stundenkilometern seien möglich, so die Vorhersage.

"Wir können daher nur dringend von einem Betreten der Loipen, aber natürlich auch der Wanderwege und Winterwanderwege im Nationalpark abraten", sagt Bernd Schindler, der das Loipenteam im Nationalpark koordiniert. "Aufgrund der vielen Niederschläge in den vergangenen Tagen sind die Böden aufgeweicht, so dass die Gefahr umstürzender Bäume besonders hoch ist", ergänzt Schindler.

Aus Sicherheitsgründen werden die Loipen heute Nacht auch nicht präpariert. Die Unwetterwarnung gilt im Moment auch noch bis Donnerstag. "Wir werden morgen im Laufe des Tages entscheiden, wie die Lage aussieht, und was das für die Loipen bedeutet", informiert Schindler.

Am Donnerstag bestimmen mehr oder weniger dichte Regenwolken den Himmel. Dabei werden im Tagesverlauf bis 13 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 11 bis 9 Grad ab.

Zahlreiche Einsätze von Polizei und Rettungskräften wegen Sturmtief

Rund 200 sturmbezogene Einsätze hatte das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Karlsruhe am Mittwoch im Zeitraum von 05.40 Uhr bis 15.00 Uhr zu verzeichnen. Insbesondere zwischen 07.30 Uhr bis gegen 10 Uhr häuften sich die Einsatzgeschehen. Glücklicherweise wurde trotz der Vielzahl an Ereignissen wohl niemand schwerer verletzt.

Meist sorgten umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste - vorwiegend an den durch Waldgebiete führendenden Strecken- in der gesamten Region zwischen dem nördlichen Landkreis Karlsruhe bis zum südlichen Landkreis Calw für blockierte Fahrbahnen. Davon betroffen waren neben dem üblichen Fahrzeugverkehr auch Linienbusse und Bahnen, deren Routen teils für längere Zeit unterbrochen waren.

Aber auch zahlreiche Baustellenbeschilderungen, Bauzäune sowie Mülltonnen, in mehreren Fällen auch mobile Toilettenhäuschen wurden umgeweht und sorgten teils für Behinderungen im Berufsverkehr. Zudem stürzten in einigen Fällen Ziegel von Dächern und trafen teils Fahrzeuge. Darüber hinaus mussten durch die Feuerwehren und technischen Dienste eine Vielzahl von Gefahrenstellen beseitigt werden, die unter anderem von der Polizei abzusichern waren.

Sturmtief „Burglind“ ist heute Vormittag auch über die Karlsruher Wälder hinweggezogen. Zwar haben die heftigen Orkanböen keine flächigen Schäden verursacht, trotzdem blockieren vereinzelt umgestürzte Bäume, unzählige Äste und Teile von Baumkronen die Waldwege. Das städtische Forstamt bittet Bürgerinnen und Bürger deshalb, die Waldgebiete zu meiden, der Wind frische immer wieder auf und die waldtypischen Gefahren bestünden weiter.

Insbesondere bei Nacht könnten die Hinterlassenschaften des Sturms Radfahrerinnen und Radfahrern zum Verhängnis werden und Stürze verursachen. Generell sollten Wälder bei amtlichen Unwetterwarnungen gemieden werden, informiert das Forstamt weiter. Auch morgen sei heftiger Regen vorhergesagt, so dass in dem aufgeweichten Boden immer noch Bäume umfallen könnten.

Bei Bad Herrenalb-Bernbach und Oberdingen kam es zu zwei Unfällen mit zwei leichtverletzten Personen. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume und herunterstürzenden Ästen ist die Bundesstraße 463 zwischen Unterreichenbach und Pforzheim bis auf weiteres noch gesperrt. Zwischen Waldbronn-Busenbach und Bad Herrenalb ist die Bahnstrecke wegen eines in die Oberleitung gestürzten Baumes gesperrt.

Aus Graben-Neudorf im nördlichen Landkreis Karlsruhe ging gegen 08.45 Uhr eine Meldung über ein umgestürztes Baugerüst ein. Aufgrund starker Windböen wurde das Gerüst auf der kompletten Frontseite sowie zum Teil auch seitlich eines Neubaus aus der Verankerung gerissen und stürzte komplett auf die Straße, so dass kein Durchgangsverkehr mehr möglich war.

Die Feuerwehr Bruchsal musste gegen 8:00 Uhr ausrücken, da sich in der Peter-Frank-Straße ein etwa 20 Quadratmeter großes Plexiglasdach gelöst hatte. Die Einsatzkräfte sahen sich gezwungen, das Dach komplett abzulösen, so dass keine Gefahr mehr durch herumfliegende Teile bestand.

Tierrettung war in Langental angesagt: In der Langentalsiedlung mussten mehrere Pferde vor den Auswirkungen des Sturms in Sicherheit gebracht werden - zwei Bäume waren auf die Koppel gestürzt, eines der Tiere dadurch auf der Koppel eingeschlossen, ein anderes vor dem Stall. Um die Pferde nicht weiter zu verängstigen, entfernten Feuerwehrleute die Äste mit Handsägen. Während der Rettungsaktion der beiden Tiere waren ein Tierarzt und der Besitzern anwesend. Glücklicherweise wurde keines der Pferde verletzt. Sie konnten nach ihrer Befreiung durch intensive Betreuung schnell wieder beruhigt werden. 

In Bretten mussten an der Johann-Peter-Hebelschule sowie an einem Gebäude am Engelsberg lose Bauteile und Ziegel gesichert werden, während in der Pforzheimer Straße ein umgekippter Bauzaun beiseite geräumt wurde.

In Bretten-Neibsheim, Walzbachtal-Jöhlingen, Zaisenhausen, Oberderdingen und Kraichtal waren laut Polizei alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um zahlreiche entwurzelte Bäume zu beseitigen. Durch den Sturm wurde an der B293 Höhe Walzbachtal eine Hochspannungsleitung beschädigt.

Das Sturmtief, welches seit den frühen Morgenstunden den Landkreis Rastatt und Baden-Baden hinwegfegt, sorgte bei den örtlichen Polizeirevieren für keine ruhige Minute. So zählte die polizeiliche Leitstelle deutlich über 100 Einsätze, die auf die außergewöhnlichen Wetterbedingungen zurückzuführen waren. Rund 70 Mal verleiteten umgestürzte oder entwurzelte Bäume besorgte Anrufer dazu, den Notruf zu wählen.

Gegen 7.45 Uhr legte sich ein Baum bei Badenscheuern für eine Dauer von zirka 40 Minuten quer über die B500, bis er schließlich von Einsatzkräften der örtlichen Feuerwehr beseitigt werden konnte. Entsprechende Verkehrsbehinderungen waren die Folge der Entwurzelung. In Bad Rotenfels durchtrennte eine umgestürzte Tanne kurz nach 8 Uhr ein Stromkabel und rief so neben den Floriansjüngern und den Beamten des Polizeireviers Gaggenau auch Mitarbeiter der Stadtwerke auf den Plan.

Kurz vor 11 Uhr erreichte die Naturgewalt präsidiumsweit betrachtet in Kehl ihren Höhepunkt. Hierbei deckte eine Windböe eine Werkshalle der Hafenverwaltung teilweise ab. Zirka 1.000 Quadratmeter Dachfläche wurden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Teile des Hallendachs, das überwiegend aus Aluminium, Holz und Dämmmaterial besteht, wurden über die Hafenstraße durch die Luft gewirbelt. Ein ebenso außergewöhnlicher Anblick bot sich einer Frau um 8 Uhr morgens in der Neuburgweierer Straße in Au am Rhein.

Hier hatte sich ein auf einem Vordach abgestelltes Sofa verselbstständigt. Der Wind trug es auf ein in der Nähe abgestelltes Auto. Im Frontbereich des Fahrzeugs besteht nun deutlicher Instandsetzungsbedarf.  Die Gesamthöhe der Sachschäden kann noch nicht beziffert werden. Personenschäden blieben aus. 

Mit Starkregen und heftigen Orkanböen hat das Sturmtief Burglind in den frühen Morgenstunden des 3. Januar auch die Barockstadt heimgesucht. 13 Mal musste die Feuerwehr ausrücken, um umgeknickte Bäume zu entfernen. Mit "Mann und Maus" im Einsatz waren auch die Technischen Betriebe. Ein Großteil der Bäume krachte auf Fahrbahnen im Stadtgebiet.

Einmal erwischte es den Kanaldamm in Niederbühl, zweimal die L 78 in Wintersdorf. Insgesamt jedoch ist Rastatt glimpflich davongekommen, und Verletzte oder größere Schäden sind nicht zu beklagen. Vorsicht ist aber dennoch geboten. Da die Böden wegen der häufigen Regenfälle in den vergangenen Wochen durchweicht sind, drohen auch gesunde Bäume ihren Halt zu verlieren und umzustürzen.

Die Stadt Rastatt bittet daher Spaziergängerinnen und Spaziergänger um größte Vorsicht im Wald, auf den Friedhöfen und auf allen Grünflächen mit Bäumen. Auch wenn sich Sturm und Regen in den nächsten Tagen gelegt haben sollten, ist weiterhin Vorsicht angesagt. Denn lose Äste könnten von den Bäumen fallen und zu Verletzungen führen. 

Gar nicht betreten werden sollten derzeit die Hochwasserdämme an Rhein und Murg, denn für die nächsten Tage muss mit Hochwasser gerechnet werden. Aus Sicherheitsgründen sollten Spaziergänger daher den Dämmen fernbleiben. Damit schützen sie auch Wildtiere, die sich bei Hochwasser auf die Dämme zurückziehen. Der Bereitschaftsdienst der Stadt Rastatt ist im Einsatz und beobachtet die weitere Entwicklung rund um die Uhr.

An der Murg wird bereits am Nachmittag des 3. Januar ein erhöhter Pegelstand von 2,20 Metern erwartet. Nach einem vorübergehenden Absinken des Pegelstandes erreicht die Murg dann voraussichtlich am Freitag an der Hindenburgbrücke einen Maximalstand von 3,50 Metern. Stetig steigend ist der Pegelstand derzeit am Rhein. Aktuell hat er bei Plittersdorf die Marke von sieben Metern überschritten und wird nach den Prognosen der Hochwasserzentrale des Landes Baden-Württemberg am Samstag bei einem Maximalstand von 7,30 Metern angekommen sein.

Sturmtief Burglind hat Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Südbaden

Das Sturmtief „Burglind“ hat in den kommenden Tagen noch Auswirkungen auf den Eisenbahnverkehr in Südbaden.

Schwarzwaldbahn: Der Streckenabschnitt Hornberg–Hausach ist für Züge wieder eingleisig befahrbar. Zwischen Villingen und Donaueschingen kann der Zugverkehr ab heute Abend, 4. Januar 2018, 21 Uhr, ebenfalls wieder auf einem Gleis aufgenommen werden. Die Schwarzwaldbahn bleibt im Abschnitt Villingen–Hornberg (Schwarzwald)- wie bereits angegeben - bis voraussichtlich zum Betriebsbeginn am Samstag, 6. Januar 2018, gesperrt.

Höllentalbahn: Die Streckenabschnitte zwischen Freiburg (Breisgau) und Himmelreich sowie zwischen Löffingen und Donaueschingen sind für Züge wieder befahrbar. Der Zugverkehr auf dem Abschnitt Himmelreich–Neustadt (Schwarzwald) beginnt – wie bereits angegeben - zum Betriebsstart am Samstag, 6. Januar 2018. Die Aufräumarbeiten auf der Strecke zwischen Neustadt (Schwarzwald) und Löffingen werden noch weiter andauern. Dieser Abschnitt bleibt voraussichtlich bis Dienstag, 9. Januar 2018, gesperrt.    

Weitere Strecken: 

Die AVG teilte darüber hinaus mit, dass es durch die Sturmschäden zu Beeinträchtigungen auf mehreren AVG-Stadtbahnlinien kommen könne. Die Linie S1 verkehre aufgrund eines umgestürzten Baums bis auf Weiteres nicht zwischen Marxzell Bahnhof und Fischweiher, während die Linie S8 im Bereich Horb Heiligenfeld zwischen Schopfloch Bahnhof und Eutingen im Gäu Bahnhof wegen einer Fahrzeugstörung blockiert sei. Für beide Strecken werde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Strecke zwischen Singen (Hohentwiel) und Schaffhausen ist wieder frei und für Züge eingleisig befahrbar. Der Zugverkehr wird heute, 4. Januar 2017, 17 Uhr, wieder aufgenommen. Auch zwischen Rottweil und Villingen (Schwarzwald) fahren die Züge wieder.  Von den Auswirkungen des Sturmtiefs ist weiterhin der Bahnverkehr zwischen Freudenstadt und Eutingen noch betroffen. Nach Beseitigung der Unwetterschäden ist die Aufnahme des Zugverkehrs für morgen, Freitag, 5. Januar 2017, 17 Uhr, vorgesehen.  

Die Deutsche Bahn sieht auf den gesperrten Strecken weiterhin einen Ersatzverkehr mit Bussen vor.

(Quelle: DWD/RA/KA/HIN)