Für eine saubere Stadt

Erstellt: Montag, 15. Mai 2017

Karlsruhe (proh). Genau 11'014 Teilnehmerinnen und Teilnehmer engagierten sich dieses Jahr bei den 11. Karlsruher Dreck-weg-Wochen. Mit sechs Putz­aktiven weniger als 2016 hat das Amt für Abfallwirtschaft nur knapp einen neuen Rekord verpasst. Ein voller Erfolg war die gemeinsame Sauberkeitskampagne aber dennoch. 295 Putzaktionen fanden vom 13. März bis 30. April statt. Beteiligt hatten sich 43 Patinnen und Paten, 72 Einzelpersonen, 60 Kindergärten und Kindertagesstätten, 50 Vereine und 49 Schulen, neun Gewerbebetriebe, acht soziale Einrichtungen sowie vier Ortsverwaltungen. 

Alljährlich engagiert sich auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sowie Bürgermeister tatkräftig für mehr Sauberkeit in der Stadt. Im Rahmen einer Putzaktion während der 11. Karlsruher Dreck-weg-Wochen griffen sie selbst zu "Drecksack" und Abfallzange. In diesem Jahr solle im Rahmen der Aktion unter anderem auf den zunehmenden Trend der "To-go"-Produkte aufmerksam gemacht werden. Allein bei Heißgetränken – also Kaffee, Tee, Kakao - macht der Verbrauch rund 60 Becher Müll  pro Kopf und Jahr aus. Durchschnittlich wird ein Becher nur 15 Minuten genutzt. 

"In diesem Jahr möchten wir die Dreck-weg-Wochen zum Anlass nehmen, um auf den zunehmenden Trend zu „To-go"-Produkten einzugehen", erklärt Bürgermeister Klaus Stapf. So sind die bunten kleinen Kaffeehülsen auf dem Vormarsch. Immer mehr Kaffeekapselautomaten halten Einzug in deutsche Haushalte. Laut dem Deutschen Kaffeeverband ist der Anteil an Kaffeekapseln in den letzten 10 Jahren deutlich angestiegen. Die Deutschen verbrauchen laut Deutscher Umwelthilfe schätzungsweise mehr als 3 Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr.

Die kleinen Kaffeehülsen, die oft aus Kunststoff oder aus Kunststoff und Aluminium bestehen, landen nach Gebrauch im Müll und stellen damit eine große Ressourcen- und Energieverschwendung dar. Der Bund für Umwelt und Naturschutz rät, am besten den Trend nicht mitzumachen und weiterhin Filterkaffee zu verwenden, entweder von Hand oder maschinell aufgebrüht. Die Verwendung von Kaffeepads für den schnellen Kaffee zwischendurch ist laut BUND besser als Kapseln, da die Pads biologisch abbaubar sind und über die Biotonne entsorgt werden können.

Für eingeschworene Kapselfans gibt es mittlerweile die wiederbefüllbaren Kapseln aus Edelstahl. Generell hat Kaffee eine schlechte Ökobilanz. Laut BUND wird für die Kaffeeproduktion in tropischen Ländern Urwald gerodet, große Mengen Düngemittel und Pestizide eingesetzt und enorm viel Wasser verbraucht. Kaffeebauernfamilien müssen ihre Ernte zu niedrigen Preisen an Zwischenhändler verkaufen und Leben daher oft in Armut. Deshalb ist es wichtig, Bio-Kaffee aus nachhaltigem Anbau zu kaufen und auf das Fairtrade-Siegel zu achten. Wer dann noch sein Bio-Kaffeepulver wie früher im Kaffeefilter aufbrüht hat einen Beitrag zum Umweltschutz geleistet.

"Was spricht dagegen, sich Zeit zu nehmen und den Kaffee oder Snack gemütlich und bewusst in einem Café oder Restaurant zu genießen?", frägt Stapf. "Das spart nicht nur Einweggeschirr, sondern ermöglicht Ihnen auch eine Auszeit vom oftmals stressigen Alltag. Wer es allerdings eilig hat, kann einen Mehrwegbecher verwenden. Und die altbewährte Brotdose oder die trendige Bento-Box sind gute und vor allem umweltfreundliche Alternativen für die Verpackung von Lebensmitteln. Jeder kann einen Teil dazu beitragen, die Fächerstadt ein Stück weit sauberer zu machen." 

Erfolgsmodell 'Dreck-Weg-Wochen' 

Die Teilnehmer-Zahl der Putzaktion wächst stetig: waren es 2012 noch 6.100 Teilnehmer, die beim Müllsammeln geholfen hatten, konnten im letzten Jahr bereits 11.020 Helfer verzeichnet werden. "Noch immer bin ich überwältigt vom großen Erfolg der zehnten Dreck-weg-Wochen, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben", begeistert sich Klaus Stapf, und "die stetig steigenden Anmeldungen belegen, wie wichtig den Karlsruherinnen und Karlsruhern ein sauberes Stadtbild ist."

  JAHR PERSONEN GRUPPEN  
  2012 6'100 154  
  2013 7'500 172  
  2014 8'100 216  
  2015 9'020 220  
  2016 11'020 260  

Und der Aufwärtstrend hält an! Für die noch bis 30. April 2017 laufenden Dreck-weg-Wochen meldeten sich mehr Leute als auch nach wohlwollenden Prognosen zu erwarten waren. Mit dabei sind 43 Patinnen und Paten, 72 Einzelpersonen, 58 Kindergärten und Kindertagesstätten, 41 Vereine sowie 47 Schulen, acht Gewerbebetriebe, sechs soziale Einrichtungen sowie vier Ortsverwaltungen.

"Gemeinsam geht alles besser", so Stapf. "Wir wohnen in einer schönen ­Stadt. Machen wir sie noch schöner und kümmern uns um die Sau­ber­keit an unserem Lieblings­platz oder einem Platz, der uns ein­fach am Herzen liegt. Die Stadt tut ihren Teil, kann aber nicht überall gleich­zei­tig sein. Wer im Rahmen des bür­ger­schaft­li­chen Engage­ments helfen möchte, ist herzlich will­kom­men."

Leitlinien einer modernen Umwelterziehung sind Erleben und Erfahren in einem handlungsorientierten, selbst bestimmten Lernprozess. Eine aktive und emotionale Beteiligung von Schülerinnen und Schülern erhöht die Aufnahmebereitschaft und weckt das Interesse an einer vertieften Auseinandersetzung mit konkreten Umweltthemen. Als engagierte Expertinnen und Experten tragen sie dann ihr Wissen ins private Umfeld, so dass auch Bürgerinnen und Bürger erreicht werden können, die auf herkömmliche Informationsmedien nicht ansprechen.  

In einem Training wurden Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche vermittelt, bei denen forschendes Lernen im Vordergrund steht. Im Gegensatz zu klassischen Führungen ist bei aktivierenden Lehr-Lern-Konzepten eigenständiges Erkunden im Team gefordert und ereignisreiches Lernen mit konkreten Handlungsbezügen favorisiert. Inhaltlich geht es um schulische und außerschulische Lernangebote zu Themen wie Bioabfallkompostierung, Wertstoffrecycling, energetische Verwertung von Abfällen oder Littering. 

"Frei­wil­lige aus Kinder­gär­ten, Schulen, Vereinen, Jugend­grup­pen, Kirchen­ge­mein­den, Betrieben, Familien und Einzelpersonen haben mitge­hol­fen, unser Karlsruhe ein klein wenig sauberer zu machen." Bürgermeister Stapf wünscht sich, dass das gemeinsame Engagement anhält. Alle sind bei den Dreck-weg-Wochen willkommen und jeder Beitrag wird hoch geschätzt. 

Bürgermeister Klaus Stapf: "Es erfüllt mich mit großer Freude, dass das Engagement der Bürgerinnen und Bürger auch in diesem Jahr angehalten hat. Die zahlreichen Anmeldungen zeigen, wie wichtig den Karlsruherinnen und Karlsruhern eine saubere Stadt ist. Mein Dank gilt allen Helfenden, die unsere Dreck-weg-Wochen in diesem Jahr unterstützt haben."

Erfolgreich war auch der Patentag im Zoo am 29. April. Als Dankeschön für ihr besonderes Engagement hatte das Amt für Abfallwirtschaft seine derzeit 98 ehrenamtlichen Unterstützer in den Karlsruher Zoo eingeladen. Neben einem Spaziergang durch den Stadtgarten erwarteten die Gäste eine Zooführung und eine Gondolettafahrt. Viele Patenschaften bestehen bereits jahrelang.

Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich telefonisch unter der Rufnummer 0721/133-7005 an das Amt für Abfallwirtschaft wenden.

(Quelle: StVwKA/HIN)