Einschulungstest

Erstellt: Freitag, 13. Juli 2018

Rastatt | Baden-Baden (Hero). 2155 Kinder aus dem Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden, die im September eingeschult werden, sind in ihrem vorletzten Kindergartenjahr vom Gesundheitsamt untersucht worden. Bei der jährlichen Einschulungsuntersuchung sollen etwaige Förderbedarfe frühzeitig entdeckt werden. Wie die Pressestelle mitteilt, hat das Team des Gesundheitsamtes 136 Kindertageseinrichtungen besucht.  Deutlich wird, dass die Masernimpfquoten noch nicht zufriedenstellend sind. Die erforderliche Durchimpfungsquote von 95 Prozent für vollständig geimpfte Kinder konnte nur im Murgtal erreicht worden.

Bei den Impfquoten gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten und Hämophilus influenzae Typ b (hauptsächlich ein Erreger von kindlichen Hirnhautentzündungen) sind über die letzten Jahre betrachtet rückläufige Tendenzen zu beobachten.

Im Sinne der Vorbeugung rät das Gesundheitsamt, den Impfschutz zu überprüfen und mögliche Impflücken zu schließen.  Viele Kinder haben Sprachförderbedarf Ein Schwerpunkt der jährlichen Einschulungsuntersuchung ist die Überprüfung des Sprachstands der Kinder. Weil die Sprache der Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ist, bleibt die Sprachförderung eine wichtige Aufgabe in den Kitas.

Im Einzugsgebiet des Gesundheitsamtes haben 23 Prozent der untersuchten Kinder einen intensiven Sprachförderbedarf, wobei die Ergebnisse von elf Prozent im nördlichen Landkreis bis 48 Prozent im Stadtgebiet Rastatt variieren. Laut Pressestelle ist der intensive Sprachförderbedarf im Vergleich zur Vorjahresuntersuchung um drei Prozentpunkte gestiegen.  

Im Rahmen der Einschulungsuntersuchung wird die Familiensprache in den ersten drei Lebensjahren erfragt. Aufgrund dieser Angaben kann festgestellt werden, dass der Anteil mehrsprachiger Kinder mit 22 Prozent im nördlichen Landkreis am niedrigsten und mit 53 Prozent in der Stadt Rastatt am höchsten ist.

Der diesjährige Gesundheitsbericht informiert auch über die Teilnahmequoten an den gesetzlich vorgeschriebenen Früherkennungsuntersuchungen. Er gibt Aufschluss über Unter- und Übergewicht der untersuchten Kinder, über deren motorischen Fähigkeiten sowie über die Ergebnisse der Überprüfung von Seh- und Hörfähigkeit.  

Im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden sind im Schnitt neun Prozent der untersuchten Kinder übergewichtig. Untergewicht ist bei acht Prozent der Kinder im Landkreis Rastatt und bei drei Prozent der Kinder in Baden-Baden festzustellen. Im Vergleich dazu waren im letzten Jahr (ESU 2017) in Baden-Württemberg acht Prozent der Kinder übergewichtig und sieben Prozent untergewichtig (siehe auch ⇒ Gegen an Kinder gerichtete Werbung).

Bei der Körpermotorik haben im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden 80 Prozent der Kinder einen altersentsprechenden Befund. Landesweit lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 74 Prozent.  

Die Auge-Hand-Koordination ist im Landkreis Rastatt ebenfalls bei rund 80 Prozent der Kinder altersentsprechend, in Baden-Baden liegt dieser Wert bei 85 Prozent. Der landesweite Anteil an altersentsprechenden Befunden in diesem Entwicklungsbereich lag 2017 bei 73 Prozent.  Werden die Ergebnisse der Seh- und Hörteste miteinander verglichen, so zeigt sich, dass Hörbefunde häufiger altersentsprechend sind als Sehtestbefunde.

(Quelle: Lara/HIN)