Koma-Saufen ...

Erstellt: Dienstag, 16. Oktober 2018

(Hero). Im Jahr 2017 mussten 2 '733 baden-württembergische Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren wegen einer alkoholbedingten Erkrankung in einem Krankenhaus im Land vollstationär behandelt werden. Auf männliche Jugendliche entfielen davon 1' 575 Behandlungen, was gegenüber 2016 einem Rückgang von 102 Fällen entspricht. Auf weibliche Jugendliche entfielen 1' 158 Fälle. Dies waren 25 Fälle mehr als 2016. Von allen Landkreisen in Baden-Württemberg landen im Kreis Karlsruhe pro 10'000 Jugendliche die wenigsten infolge von überhöhtem Alkoholkonsum im Krankenhaus.

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg setzte sich damit der von 2010 bis 2015 zu beobachtende Rückgang alkoholbedingter Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen aus dem Südwesten im zweiten Jahr in Folge nicht fort. Die Häufigkeit, mit der Jugendliche aus Baden-Württemberg aufgrund von Alkoholproblemen im Krankenhaus behandelt werden mussten, war 2017 bei Jungen im Alter von 16 Jahren, bei Mädchen im Alter von 15 Jahren am höchsten.

Für 16-jährige Jungen lag die Häufigkeit bei 56,9 Fällen je 10 '000 der gleichaltrigen Bevölkerung, für 15-jährige Mädchen bei 38,1 Fällen je 10 '000 der gleichaltrigen Bevölkerung. Insgesamt mussten in Baden-Württemberg 1'158 Mädchen nach einem Alkoholrausch ins Krankenhaus. Die häufigste Ursache für alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte.

Laut des Statistischen Landesamts wurden die Behandlungen der Jugendlichen im Krankenhaus "zumeist aufgrund akuter Rauschzustände" nötig.

Deutliche Unterschiede in der Behandlungshäufigkeit sind auch auf Kreisebene zu beobachten: So mussten im Jahr 2017 beispielsweise im Landkreis Karlsruhe 17,80 Jugendliche auf Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus vollstationär behandelt werden.

Beim Stadtkreis Karlsruhe ergibt sich ein leicht abweichendes Bild: Mit 29,4 von 10'000 Jugendlichen ist das Ergebnis hier zwar noch unter dem Landesdurchschnitt, jedoch deutlich höher als im Karlsruher Landkreis. Durchschnittlich wurden 2017 in Baden-Württemberg 34,2 Fälle je 10' 000 Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren erfasst. 

Das sogenannte Rauschtrinken wird oft auch als "Koma-Saufen" bezeichnet. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge, wird von "Koma-Saufen" oder auch "Binge-Drinking" gesprochen, wenn sehr viel Alkohol in kurzer Zeit mit dem Ziel getrunken wird, einen veränderten Bewusstheitszustand herbeizuführen. Dabei kann es zu Alkoholvergiftungen mit weitreichenden Folgen kommen.

siehe auch:

Vorbild für andere

Traurige Bilanz

Jugendfreundliche Vereine

 

(Quelle: estatis/HIN)