Sicherheit bei Schlaganfall

Erstellt: Freitag, 26. Oktober 2018

(joER). Mit gleichlautenden Schreiben zum Thema Schlaganfallversorgung (Stroke Units) hatten sich die Abgeordneten Gabriele Katzmarek und Jonas Weber aus Mittelbaden an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Landessozialminister Manfred Lucha gewandt. Ein Urteil des Bundessozialgerichte, wonach die Vergütung der Stroke Units nur unter der Bedingung einer grundsätzlich höchstens halbstündigen Transportentfernung zu einer entsprechenden Kooperationsklinik stattfinden kann, hatte vor allem im ländlichen Raum bei den Kliniken mit Stroke Unit für erhebliche Unruhe gesorgt.

Nun hat sich das Bundesgesundheitsministerium zu einer Präzisierung durchgerungen, die die Gefährdung der Schlaganfallversorgung im ländlichen Raum verhindern könnte. Dazu die Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek aus Mittelbaden: "Wir brauchen eine bestmögliche Schlaganfallversorgung mit Stroke Units auch in unserer ländlichen Region. Es kann nicht sein, dass Krankenhäuser ihre akute Schlaganfallversorgung nur vergütet bekommen, wenn sie unter 30 Minuten Transportzeit bleiben. Das ist in einigen Regionen nicht machbar. Dabei profitieren die Menschen von den Spezialisten in den Krankenhäusern enorm, auch wenn sie erst nach 35 Minuten im Krankenhaus ankommen. Dass Bundesgesundheitsminister Spahn nicht bereits mit Verkündung des Urteils aktiv geworden ist, sondern erst Druck aus den betroffenen Regionen braucht, ist bedauerlich."

Der Landtagsabgeordnete Jonas Weber ergänzt: "Ländliche Regionen stehen bei der optimalen medizinischen Versorgung vor besonderen Herausforderungen. Das sollte offensichtlich sein. Wichtig ist, dass die sogenannten Stroke Units in den Krankenhäusern erhalten bleiben. Sie retten Menschenleben und können dazu beitragen, langfristige gesundheitliche Schäden zu verhindern. Scheinbar muss man das Bundesgesundheitsministerium darauf hinweisen, dass eine Leistung, die aufgrund zu eng gefasster Regeln nicht vergütet werden kann, auch nicht dauerhaft angeboten wird. Das ist schade, aber ich bin froh, dass mit der Präzisierung und der Einschränkung der Rückforderung die Gefahr für die Stroke Units in ländlichen Regionen erst einmal gebannt ist."

Wenn das Herz "bis zum Hals schlägt", sind meist Aufregung oder körperliche Anstrengung der Auslöser. Beginnt das Pumporgan allerdings wie aus dem Nichts zu rasen, fühlt sich das für Betroffene sehr unangenehm, teilweise bedrohlich an: Oft kommen Schwindel, Atemnot oder Angstgefühle hinzu. "Solche Anfälle von Herzrasen sollten beim Arzt abgeklärt werden, denn dahinter können gefährliche Herzkrankheiten stecken", warnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Paulus Kirchhof vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Lehrstuhlinhaber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Universität Birmingham (UK).

"Auch wenn sich plötzliches Herzrasen – nicht zu verwechseln mit Herzstolpern – oft sehr bedrohlich anfühlt, müssen die Attacken nicht automatisch gefährlich sein." Hinter Herzrasen kann Vorhofflimmern stecken Plötzlich auftretende Anfälle von Herzrasen mit Herzfrequenzen über 140 Schlägen pro Minute können durch verschiedene Herzerkrankungen verursacht werden. In vielen Fällen wird der beschleunigte Herzschlag durch Vorhofflimmern ausgelöst.

Diese häufigste Form von Herzrhythmusstörungen ist zwar nicht akut gefährlich, da die Herzkammern die größte Pumparbeit leisten. Allerdings können sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden, die dann in der Folge einen Schlaganfall auslösen können. Allein an Vorhofflimmern leiden in Deutschland Schätzungen zufolge über 1,8 Millionen Menschen.  

Doch nicht jedes Herzrasen hat eine ernsthafte Erkrankung als Ursache. Beginnen die Anfälle plötzlich, ohne jeden Anlass und lassen sie sich durch Manöver wie das Trinken eines Glases Wassers beenden, stehen die Chancen gut, dass es sich um gutartiges Herzjagen handelt. Diese Form der Herzrhythmusstörung kann zwar für Betroffene sehr belastend sein, ist aber in den meisten Fällen heilbar.

Herzrhythmusstörungen immer ärztlich abklären lassen Viele Menschen mit Herzrhythmusstörungen reagieren mit großer Unsicherheit darüber, ob diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können. "Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden", betont Herzspezialist Kirchhof. "Patienten, die aus dem Nichts heraus Anfälle von Herzrasen erleben, sollten dies ärztlich abklären lassen."  Mit der ⇒ kostenfreien Checkliste zu Herzrasen bietet die Herzstiftung wertvolle Unterstützung bei der Suche nach der Ursache.

(Quelle: herzstiftung.de/HIN)