PFC im Blut

Erstellt: Freitag, 05. Oktober 2018

Rastatt (proh). Heute Morgen hat das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bekanntgeben, ob sich PFC im Blut der Menschen im Landkreis Rastatt nachweisen lässt. Ergebnis: Bei Personen die über Trinkwasser in Kontakt mit per- und polyfluorierten Chemikalien kamen, lassen sich erhöhte Werte im Blut messen. Insgesamt hatten knapp 350 Bürger aus dem Landkreis im Zeitraum vom 27. Februar bis zum 6. Juni Blutproben abgegeben und Fragebögen ausgefüllt.

Mithilfe der Blutkontrolluntersuchungen sollte nach Aussage des Landesgesundheitsamts festgestellt werden, in welchem Umfang die Bevölkerung in Mittelbaden einer Belastung durch PFC ausgesetzt ist.

"Die ersten Ergebnisse der Blutkontrolluntersuchungen zeigen, dass Personen, die Gemüse und Obst aus den betroffenen Gebieten verzehrt haben, kaum höhere Werte als Teilnehmende außerhalb der belasteten Gebiete aufwiesen. Höhere Werte wurden hingegen bei den Personen gemessen, die über das Trinkwasser in Kontakt mit per- und polyfluorierten Chemikalien kamen", so Gesundheitsminister Manne Lucha.

Die Kontrollaktion steht im Zusammenhang mit den PFC-Belastungen im Landkreis Rastatt. 2013 wurden rund 644 Hektar Ackerfläche und infolgedessen auch das Grundwasser durch PFC-belastete Komposte verunreinigt. Die Blutuntersuchungen erfolgten nach Aussage des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg in der ersten Jahreshälfte im Auftrag des baden-württembergischen Ministeriums für Soziales und Integration und in Kooperation mit einer Expertengruppe.

Gesundheitsgefahr heruntergespielt? 

Eine Überschreitung bedeute laut Regierungspräsidium nicht zwingend, dass eine Gesundheitsgefahr zu befürchten sei. Um genauere Aussagen treffen zu können, müsse noch ein anderer Wert, der sogenannte HBM II-Wert, im Blut gemessen werden. Der konnte allerdings aufgrund fehlender wissenschaftlicher Datengrundlage noch nicht festgelegt werden. "Es ist wichtig, dass die Wissenschaft hier vorankommt und unter Einschluss unserer Untersuchungen die Ergebnisse auf Bundesebene zusammengeführt werden", so Minister Lucha.

Die Belastung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) in Mittel- und Nordbaden ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung und erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Die Stabsstelle PFC ist neben der Koordinierung innerhalb des Regierungspräsidiums auch Ansprechpartner für die Fachministerien, die zuständigen unteren Verwaltungsbehörden mit ihren jeweiligen Fachämtern und insbesondere auch für die Öffentlichkeit.

Gerade die komplexen Sachverhalte und die jeweiligen Zuständigkeiten rund um das Thema PFC sind nicht einfach zu verstehen. Mit der Stabsstelle haben die Bürgerinnen und Bürger einen zentralen Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema PFC: 0721 926-7995 od. eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!​​​​​​​

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(Quelle: Lara/HIN)