Impfungen machen Sinn

Erstellt: Montag, 08. Januar 2018

(Hero). Die Zahl der Masernfälle in Baden-Württemberg hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. 2017 wurden 62 Masernfälle registriert, im Jahr zuvor waren es noch 28, wie das Regierungspräsidium mitteilte. Die höchsten Fallzahlen wurden in den Meldekreisen Rastatt, Pforzheim und Baden-Baden gezählt. Hierbei handelt es sich demnach um Ausbrüche unter nicht geimpften und unvollständig geimpften Kindern und Erwachsenen. Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr war die Zahl der Erkrankungen mit 7,8 Fällen pro 100'000 Einwohner am höchsten.  

Vorsorge ist die beste Medizin. Damit können wir nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern auch spätere Kosten zur Behandlung von Krankheiten vermeiden – insbesondere bei den durch den Lebensstil beeinflussbaren Erkrankungen. Gesundheitsförderung und Prävention spielen eine zentrale Rolle von der Geburt bis zum Lebensende und sind deshalb Schwerpunkte der Gesundheitspolitik im Land, die gleichberechtigt neben Heilbehandlung, Rehabilitation und Pflege stehen. Die Landesregierung setzt sich daher für eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelt ein. 

Das Gesundheitsamt macht darauf aufmerksam, dass die jährliche Grippewelle begonnen hat und empfiehlt bisher nicht geimpften Personen, sich jetzt kurzfristig noch impfen zu lassen.  Derzeit steigt die Zahl der Erkrankungen in Baden-Württemberg und in benachbarten Regionen und Ländern wie Frankreich oder der Schweiz deutlich an, auch im Landkreis Rastatt gibt es erste Erkrankungsfälle. Influenzaviren können sowohl direkt über Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten, als auch indirekt über Gegenstände, z.B. über Türgriffe, übertragen werden.

Sie breiten sich da besonders leicht aus, wo sich viele Menschen versammeln, beispielsweise in Verkehrsmitteln, in Schulen, Gemeinschaftseinrichtungen und in größeren Arbeitsstätten oder Kaufhäusern, aber auch bei Veranstaltungen, wie sie gerade in der bevorstehenden Faschingszeit häufig sind. Bei den jährlich in unterschiedlicher Intensität auftretenden Grippewellen wird meist ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung infiziert, sodass es zu vielen Erkrankungen kommt, die zum Teil schwer verlaufen können.

Gerade Menschen mit erhöhtem Risiko, wie Ältere, chronisch Kranke und Schwangere, sowie Personen in der Krankenversorgung oder mit starkem Publikumsverkehr sollten daher – soweit noch nicht erfolgt - die Impfung jetzt noch in Betracht ziehen.  Die Grippeschutzimpfung ist in Baden-Württemberg ohne Einschränkungen öffentlich empfohlen. Nach der Impfung benötigt der menschliche Körper circa 10-14 Tage, um einen Schutz gegen die Influenzaviren aufzubauen. Der Impfstoff ist im Allgemeinen gut verträglich. Die Impfung wird durch die Krankenkassen übernommen und erfolgt durch den Hausarzt. 

Impfungen sind eine der wichtigsten Maßnahmen der gesundheitlichen Vorsorge. Durch Aufklärung und Information wollen wir die Inanspruchnahme von Impfungen steigern, damit auch die Bevölkerungsgruppen geschützt sind, die aus medizinischen Gründen beispielsweise nicht gegen Masern geimpft werden können.

Deutschlandweit erkrankten im abgelaufenen Jahr etwa dreimal so viele Menschen an Masern wie 2016. Das geht aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurde das hochansteckende Virus bis zum Ende der 50. Kalenderwoche, also bis zum 17. Dezember, nachweislich bei 919 Menschen diagnostiziert.

Im gesamten Jahr 2016 zählte das RKI 325 Masern-Erkrankungen. Die Gesamtzahl für 2017 liegt erst in einigen Wochen vor, laut RKI sind jedoch keine großen Verschiebungen mehr zu erwarten. Masern gehen zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Die Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

(Quelle: SM.bw/HIN)